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Fußball-Bundesliga: Mainz 05 hat Blut geleckt

Englische Woche in der Fußball-Bundesliga: Sensations-Spitzenreiter Mainz 05 empfängt am 5. Spieltag den 1. FC Köln. Und Lukas Podolski ahnt schon: "Mainz wird schwerer als München". Die Bayern selbst stehen vor einem pikanten Auswärtsspiel in Hoffenheim. Van Gaal gibt sich cool.

Der Traum soll weiter gehen: Der FSV Mainz 05, Premieren-Tabellenführer und Sensationsspitzenreiter, will Platz eins in der Fußball-Bundesliga mit einem Sieg im Duell der Karnevalsvereine gegen den 1. FC Köln behaupten. Eine weiße Weste nach fünf Spieltagen hatte zuletzt vor fünf Jahren Bayern München - und wurde später Meister. Die Bayern hoffen in der englischen Woche im pikanten Auswärtsspiel beim Zweiten 1899 Hoffenheim am Dienstag (20.00 Uhr/stern.de, Sky und Liga total! live) auf den Startschuss zur Aufholjagd, bevor sie am kommenden Samstag Mainz empfangen.

In Mainz haben die Spieler längst Blut geleckt. "Wir wollen gegen Köln die 15 Punkte klar machen. Und dann 18. Und dann immer weiter gehen", sagte Lewis Holtby. Die Leihgabe von Schalke 04, die in Mainz als Spielmacher auf Anhieb eingeschlagen hat, will aber vor allem Taten statt Worte sprechen lassen: "Wir dürfen jetzt nicht denken, dass wir die Champions sind. Bei uns hebt keiner ab."

"Mainz wird schwerer als München"

Dafür wird schon FSV-Trainer Thomas Tuchel sorgen. "Die Spieler werden keine Zeit haben, sich beeinflussen zu lassen. Sie kriegen neue Aufgaben gestellt. Die Tabelle spielt sowieso keine Rolle", sagte Tuchel, der für seine Arbeit bei den Rheinhessen selbst von allen Seiten mit Lob überhäuft wird. Ob Tuchel bei der Startaufstellung wie beim 2:0 am vergangenen Samstag bei Werder Bremen für Überraschungen sorgen wird, ließ der 37-Jährige offen.

Der Respekt der Konkurrenz gegenüber den seit dem 0:2 beim 1. FC Nürnberg am 3. April ungeschlagenen Mainzern ist groß. "Mainz wird schwerer als München", sagte Nationalspieler Lukas Podolski, der mit Köln ein 0:0 in München erkämpft hatte. Auch Bayern-Trainer Louis van Gaal ist angetan von der Erfolgsgeschichte des FSV. "Mainz hat schon in der vergangenen Saison sehr gut gespielt. Ich denke, dass die Resultate kein Zufall sind. Dort wird gut gearbeitet", sagte der Niederländer am Montag.

Rangnick dieses Mal ganz zahm

Van Gaal steht mit seinem Starensemble nach nur fünf Punkten, zuletzt drei Spielen ohne Torerfolg und dem schlechtesten Saisonstart seit 33 Jahren in Hoffenheim unter Druck - denkt aber weiter positiv. "Ich tue alles, die Spieler machen alles und wollen alle. Vielleicht stehen ja am Ende der englischen Woche nach den Spielen in Hoffenheim und gegen Mainz alle wieder zusammen", sagte van Gaal.

Hoffenheim geht ungeschlagen in die Partie, hat gegen die Bayern aber noch nie gewonnen. Nach dem 2:2 beim 1. FC Kaiserslautern schlägt Trainer Ralf Rangnick vorsichtige Töne an. "Wir müssen uns steigern, wenn wir eine Chance haben wollen", sagte Rangnick, der vor zwei Jahren noch die Stimmung angeheizt hatte: "Wenn Sie flotte Sprüche hören wollen, müssen Sie nach München fahren. Für flotten Fußball müssen Sie nach Hoffenheim kommen."

Wesley rückt bei Werder in die Startelf

Rangnick plagen personelle Probleme. Stammtorhüter Tom Starke fällt wegen Wadenproblemen weiter aus und wird durch Daniel Haas vertreten. Stürmer Vedad Ibisevic und Mittelfeldspieler Sejad Salihovic sind angeschlagen. Ihr Einsatz ist fraglich.

Wie die Bayern muss auch Bremen Boden gut machen. "Die Spieler müssen Wege gehen, die weh tun, aber wichtig sind", schrieb Werder-Trainer Thomas Schaaf seinen Profis vor dem Nordderby gegen Hannover 96 ins Stammbuch. Für den formschwachen Tim Borowski wird der brasilianische Neuzugang Wesley in die Startelf rücken. Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs nimmt den Fehlstart mit nur vier Zählern noch mit Galgenhumor: "Wir sind es ja schon gewohnt, immer eine Aufholjagd starten zu müssen."

SID/DPA/kbe

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