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Fußball-Bundesliga: Spätes Tor rettet Werder vor Total-Absturz

Belohnung für einen engagierten Kampf: Werder Bremen hat einen Zwei-Tore-Rückstand gegen Bayer Leverkusen aufgeholt und durch einen Treffer in der Nachspielzeit ein Unentschieden erreicht. Der VfB Stuttgart gewann gegen Eintracht Frankfurt - trotz früher Unterzahl.

Bayer Leverkusen hat einen sicheren Zwei-Tore-Vorsprung gegen Werden Bremen aus der Hand gegeben und im Weserstadion nur ein 2:2 erreicht. Innenverteidiger Sebastian Prödl sicherte den abstiegsbedrohten Bremern durch seinen Kopfballtreffer in der Nachspielzeit den kaum noch für möglich gehaltenen Punkt. Vor allem psychologisch dürfte das Remis goldwert sein. Das Team von Trainer Thomas Schaaf verhinderte durch die Energieleistung das Abrutschen auf den Relegationsplatz. Dass die derzeit schwer angeschlagenen Norddeutschen gegen eines der besten Teams der Liga bestanden, dürfte ebenfalls einen Motivationsschub geben.

Für die Leverkusener ist das Remis ärgerlich. Sie bleiben zwar Tabellenzweiter, der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund vergrößerte sich allerdings auf zwölf Punkte. Im Nachmittagsspiel gelang dem VfB Stuttgart ein wichtiger Coup: In Unterzahl holten die Schwaben drei Punkte gegen Eintracht Frankfurt und halten Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze.

Ein Verteidiger bewahrte Werder Bremen vor dem Total-Absturz. Sebastian Prödl gelang im Weserstadion in der Nachspielzeit per Kopf der Ausgleichstreffer. In der 82. Minute hatte ein Eigentor von Stefan Kießling den Bremern wieder Hoffnung gegeben. Nach den Treffern von Eren Derdiyok (42.) und Simon Rolfes (67.) schien die Werkself einem sicheren Sieg entgegenzustreben. Neben zwei Punkten verlor Bayer auch noch Arturo Vidal (86.) durch die Gelb-Rote Karte.

Schaaf setzt Zeichen


Trainer Thomas Schaaf hatte im Kampf um den Klassenverbleib Zeichen setzen wollen: Er ließ die zuletzt formschwachen Marko Marin, Aaron Hunt und Marko Arnautovic auf der Bank und gab stattdessen dem erst 18-jährigen Florian Trinks erstmals eine Chance von Anfang an. Der Youngster, der bis dahin erst 42 Minuten lang Bundesliga-Luft geschnuppert hatte, spielte mutig wie die gesamte Werder-Mannschaft. Doch im Angriff fehlten Übersicht und Durchschlagskraft, obwohl Claudio Pizarro wieder mit dabei war.

Für Aufregung an der Weser sorgte am Spieltag auch Torsten Frings. Der 34 Jahre alte Werder-Kapitän, der gegen Bayer wegen seiner fünften Gelben Karte zum Zuschauen verurteilt war, kündigte via Zeitungsinterview sein Karriereende nach dieser Saison an.

Leverkusen ist spielerisch deutlich überlegen


Ohne Frings-Kumpel Michael Ballack, den Bayer-Coach Jupp Heynckes drei Tage nach dessen 90 Minuten-Einsatz und Torerfolg gegen Charkow zunächst draußen ließ, präsentierte sich Leverkusen als spielerisch reiferes Team. Werder trat indes nicht wie ein Abstiegskandidat auf und hielt mit Kampf und Einsatz dagegen.

Den Hausherren boten sich in der ersten Halbzeit zwei hochkarätige Gelegenheiten durch Tim Borowski, der erstmals seit September wieder in der Anfangsformation stand. Der Ex-Nationalspieler scheiterte allerdings jeweils an Bayer-Keeper Rene Adler (19./26.). Beim zweiten Versuch hatte Borowski nach kluger Vorarbeit von Trinks und Sandro Wagner sogar völlig freie Bahn zum Tor gehabt.

Leverkusen geht verdient in Führung


Dennoch war die Führung für die Werkself kurz vor der Pause nicht unverdient. Nach einem Eckball nutzte Derdiyok die Unaufmerksamkeit von Abwehrspieler Sebastian Prödl und Keeper Tim Wiese und traf per Kopf zum 0:1. Sekunden zuvor hatte der Werder-Schlussmann im ersten Spiel nach Ablauf seiner Rot-Sperre gegen Derdiyok glänzend reagiert.

"Im Fünfer darf Derdiyok nicht so zum Kopfball kommen. Woche für Woche wechselt das mit den Fehlern bei uns", klagte Werder-Chef Klaus Allofs zur Pause. Während die Bremer im zweiten Durchgang zunächst vergeblich dem Ausgleich hinterher rannten, nutzte Bayer seine nächste Chance eiskalt aus. Der von Derdiyok bediente Rolfes erzielte das 2:0. Doch dann schaffte Werder mit einem Kraftakt doch noch der Punktgewinn.

Stuttgart gelingt Doppelschlag in Unterzahl


Ein Doppelschlag in Unterzahl bescherte dem VfB Stuttgart einen unverhofften Erfolg im Krisengipfel und verlängerte die schwarze Serie von Eintracht Frankfurt. Obwohl Kapitän Mathieu Delpierre frühzeitig die Rote Karte für eine Tätlichkeit sah (15.), gewann der VfB noch 2:0 (0:0) bei den Hessen. Martin Harnik (64.) und Tamas Hajnal (68.) schossen den Tabellen-Vorletzten Richtung rettendes Ufer.

"Ich bin absolut stolz, weil die Mannschaft unglaublich gefightet hat", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia. "In der Halbzeit haben wir in der Kabine gesagt: Jeder muss jetzt für Mathieu das Spiel umdrehen." Labbadia lobte zudem Torhüter Sven Ulreich, der am Donnerstag gegen Sporting Lissabon wegen der Gehirnerschütterung von Marc Ziegler nach seiner Verbannung wieder unverhofft ins Tor zurückgekehrt war.

Die Hessen bleiben in der Rückrunde ohne Sieg und Tor und kommen der Abstiegszone nun bedrohlich nah.

DPA/tis / DPA

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