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Fußball: HSV holt ersten Titel

Der erste Titel der Saison geht an den Hamburger SV: Die Norddeutschen gewannen den T-Home-Cup durch einen Sieg über den VfB Stuttgart. Eine B-Elf der Bayern bescherte dem neuen Schalker Trainer Felix Magath eine weitere Heimpleite.

Selbst die B-Mannschaft von Bayern München war für den FC Schalke 04 bei der völlig verpatzten Heimpremiere von Trainer Felix Magath zu stark - der erste, sportlich wertlose "Titel" der Saison aber ging an den Hamburger SV. Die erst seit zwei Wochen im Training befindlichen Hanseaten entschieden am Sonntag den erstmals ausgespielten T-Home Cup in Gelsenkirchen mit einem 3:0 (2:0)-Sieg im Finale gegen den VfB Stuttgart für sich. Vor 38 820 Zuschauern in der Veltins-Arena erzielten Collin Benjamin (25.), Jonathan Pitroipa (28.) und Mladen Petric (58.) die Treffer für das Team des neuen HSV-Trainers Bruno Labbadia, das im Halbfinale am Samstag Rekordmeister München (1:0) besiegt hatte.

Die zweite bayerische Garnitur gewann das Spiel um Platz drei gegen Gastgeber Schalke mit 2:1 (2:1). Die Mannschaft von Louis van Gaal ging durch Breno (13.) und ein Eigentor von Benedikt Höwedes (26.) mit 2:0 in Front, Halil Altintop (29.) schaffte kurz vor Ende der 30 Minuten dauernden ersten Spielhälfte nur das Anschlusstor. Van Gaal sah im Vergleich zu dem sehr dürftigen Auftritt seiner vermeintlichen Wunsch-Elf um die Millionen-Zugänge Mario Gomez und Anatoli Timoschtschuk am Samstag gegen den HSV eine Steigerung.

"Wir haben uns verbessert. Vor allem in der ersten Hälfte hat das Team sehr konzentriert gespielt", lobte der Niederländer. Rückschlüsse auf die Bayern-Elf zum Bundesligastart in drei Wochen wollte van Gaal aber nicht zulassen. "Nächste Woche haben wir wieder zwei Tests. Dann kann man schon besser vergleichen. Aber insgesamt sind wir in einem Prozess, der länger als die Vorbereitung dauern wird", kündigte er an. Geduld sei gefragt.

Trotz der beiden Pleiten beim ersten großen Kräftemessen, das insgesamt auf mäßigem Niveau stand und die Fans enttäuschte, war Magath nicht einmal unzufrieden. "Um Glanzpunkte zu sehen, war noch nicht der richtige Zeitpunkt. Wie das wahre Leistungsvermögen der Mannschaft ist, kann ich noch nicht sagen. Das wäre Kaffeesatzleserei. Denn wir haben bisher viel im konditionellen und weniger im taktischen und spielerischen Bereich gearbeitet", bilanzierte der Schalke-Coach.

Während alle Trainer kräftig testeten und ihre Formationen an beiden Tagen durcheinanderwirbelten, schickte van Gaal im "kleinen Finale" gegen die Königsblauen seine komplette B-Elf auf den Rasen. Von seiner vermeintlichen Wunschformation, die beim 0:1 gegen den HSV müde und ausgelaugt gewirkt hatte, stand kein einziger Profi mehr in der Startelf. "Alle bekommen die gleiche Chance", hatte van Gaal versprochen. Und die Bayern-Reserve nutzte ihre Gelegenheit, begann engagiert und dominierte Schalke in der ersten Hälfte. Nachdem der gegen seinen Ex-Club HSV noch gesperrte Ivica Olic (11.) bei seinem Debüt im Bayern-Trikot die Möglichkeit zur Führung verpasst hatte, machte es Innenverteidiger Breno besser. Eine missglückte Kopfball- Abwehr von Jan Moravek nutzte der Brasilianer zum 1:0.

Magath beschränkte sich nach dem verlorenen Halbfinale gegen Stuttgart (0:1) auf den Austausch von vier Akteuren. Für Torhüter Mathias Schober, Marcelo Bordon (Oberschenkel-Prellung), Rafinha und Ivan Rakitic rückten gegen den FC Bayern U 21-Europameister Manuel Neuer, Carlos Zambrano, Danny Latza und Halil Altintop ins Team. Jefferson Farfan übernahm die Rolle des Spielmachers, konnte da aber ebenso wenig überzeugen wie am Samstag Rakitic, der sich tags darauf nach seiner Einwechslung eine Bänderblessur zuzog und wohl einige Wochen ausfällt. Auch der VfB hat einen Verletzten zu beklagen: Khalid Boulahrouz fehlt voraussichtlich sechs Wochen aus, nachdem er sich gegen Schalke die Schulter ausgekugelt hatte.

Ulli Brünger und Florian Lütticke/DPS

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