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Deutsche Nationalelf Banges Warten auf der Polizeiwache


Auch für die deutsche Nationalelf endet der Albtraum nicht: Auf dem Weg ins Stadion erfährt sie von der Absage des Länderspiels. Mit dem niederländischen Team wird sie direkt zu einer Polizeiwache gebracht.

Die Absage des Länderspiels der Nationalelf gegen Holland in Hannover erreichte das Team auf dem Weg ins Stadion. DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball rief laut "Bild" Oliver Bierhoff im Mannschaftsbus an und informierte ihn über die Absage. Der Bus wurde von der Polizei gestoppt, die Spieler in Sicherheit gebracht. Es war das zweite Albtraum-Erlebnis für die deutschen Fußballer nach den Attacken von Paris.

Als sich die DFB-Führung dazu entschieden hatte, das Freundschaftsspiel gegen die Niederlande in Hannover stattfinden zu lassen, sollte das ein Zeichen der Stärke sein - und auch der Professionalität. Dass der Entscheidung von Anfang an etwas sehr Gezwungenes und Hilfloses innewohnte, spürte jeder. Bundestrainer Joachim Löw hatte auf einer bewegenden Pressekonferenz am Montag gesagt, das Sportliche spiele keine Rolle. Das Spiel gegen Holland sollte ein symbolischer Akt sein, um Solidarität mit Frankreich zu bekunden. Dann kam es so, wie viele es befürchtet hatten.

Löw: "Man muss da funktionieren"

Eine Stunde verbrachte die Mannschaft im Bus bei einer Polizeiwache. Auch die niederländische Nationalmannschaft wurde in ihrem Mannschaftsbus dorthin gebracht. Sicherheit hat in diesen beklemmenden Stunden absolute Priorität. Nachdem die Spieler schließlich die Heimreise antraten, ging Joachim Löw zum Italiener. Zu den Ereignissen in Paris und Hannover sagte er: "Man muss da funktionieren und den Verstand einschalten. Wir haben alle als Team funktioniert."

Ilkay Gündogan sprach stellvertretend für die Mannschaft, als er der "Bild" gegenüber sagte: "Wir haben uns natürlich darüber unterhalten und gesagt, dass, wenn dieses Spiel stattfindet, es extrem schwierig sein wird. Wir haben uns irgendwo dann auch ein Stück weit dagegen ausgesprochen, um da mal auch ehrlich zu sein, weil wir letztendlich keine Maschinen sind, sondern auch Menschen mit Gefühlen."

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für Bundesliga

Die Terrorgefahr ist ein Stück weit realer geworden - und das wird Folgen haben: "Mein Eindruck ist, dass der Fußball in Deutschland mit dem heutigen Tage in allen Facetten eine andere Wendung genommen hat", sagte DFB-Interimschef Reinhard Rauball. Und auf die Frage nach zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für die bevorstehenden Bundesliga-Partien sagte er: "Darüber denken wir natürlich auch nach."

Mit Material von DPA

Tim Schulze

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