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International Giggs vor Jubiläum für Manchester United


Am Wochenende könnte Ryan Giggs sein 900. Spiel für Manchester United machen, damit ist er so vereinstreu wie kaum ein anderer. Ein Zeitungsverkäufer ebnete Giggs einst den Weg.

Der 29. November 1987 sollte das Leben des jungen Ryan Joesph Wilson für immer verändern. Wilson war gerade 14 Jahre alt geworden und feierte im Haus seiner Eltern, als er die Tür öffnete und ihm Alex Ferguson gegenüberstand. 24 Jahre und 899 Spiele später ist Ryan Wilson als Ryan Giggs zu einer der größten Legenden geworden, die Manchester United jemals hervorgebracht hat.

Giggs Weltkarriere beginnt an einem Zeitungsstand

Zu verdanken hat Giggs die Begegnung mit Ferguson einem Zeitungshändler namens Harold Wood. Als Ordner sah Wood regemäßig Giggs' Auftritte, der damals noch in der Jugend von Manchester City spielte. Wood ging zu Alex Ferguson mit den Worten: "Er ist momentan bei City und wenn sie ihn verlieren werden sie es bereuen." Ferguson überzeugte sich selbst von Giggs Talent und der Rest ist Geschichte.

Am 17. März 1992 gab Giggs sein Debüt für die Profimannschaft von Manchester United. Sein Trainer hieß damals wie heute Alex Ferguson. "Er ist ein wunderbarer Spieler. Er verkörpert United, er hat sich stets selbst neu erfunden, hat stets an seinem Spiel gearbeitet und seinen Hunger auf Erfolge nie verloren", sagt Ferguson über Giggs. Am Sonntag könnte Giggs nun gegen Norwich City sein 900. Spiel für Manchester United bestreiten, damit ist er einsamer Rekordhalter der Red Devils, bereits 2008 hat er Bobby Charlton (758 Spiele) abgelöst.

Giggs besser als Maldini

"Jedes Spiel ist nun eine Zugabe. Ich bin stolz, 900 Spiele zu erreichen – besonders mit einem Club, den ich so liebe," sagt Giggs. Lediglich Paolo Maldini hat mit 902 Einsätzen für den AC Mailand derzeit noch mehr Spiele als Giggs für denselben Verein auf dem Buckel. Die Leistung von Giggs sei jedoch grundsätzlich höher zu bewerten, da er als Flügelspieler mehr arbeiten müsse als Abwehrspieler Maldini, findet Alex Ferguson.

Aber Giggs sammelte in seiner Karriere nicht nur Einsätze. Gemeinsam mit Ferguson gewann er seit 1991 zwölf englische Meistertitel, darunter den 19. Titel der Club-Geschichte im Jahr 2011, mit dem Manchester United den FC Liverpool als Rekordmeister ablöste. Außerdem gewann Giggs mit den Red Devils viermal den FA-Cup und zweimal die Champions League. Insgesamt sammelte er mit Manchester in 21 Jahren 34 Titel, damit ist er der erfolgreichste englische Fußballprofi aller Zeiten.

Ordensträger Giggs, der bessere Beckham

Auch persönliche Auszeichnungen hat das einstige Teenie-Idol Giggs in seiner Karriere einige gesammelt. 2009 wurde Giggs zu Englands Fußballer des Jahres gewählt, 2011 folgte die prestige-trächtige Auszeichnung als Großbritanniens Sportler des Jahres, sowie die zum besten Spieler in der Club-Geschichte von Manchester United. Für seine Verdienste um den englischen Fußball erhielt Giggs bereits 2007 den "Order of the British Empire".

Seit seinem Profidebüt in der Saison 1991/92 wurde Giggs als eines der Gesichter der neu gegründeten Premier League vermarktet. Die Medien sahen in ihm einen guten Repräsentanten, der dabei helfen sollte, den englischen Fußball von seinem Image-Problem zu befreien. Giggs erhielt zahlreiche Sponsorenverträge und wurde, noch vor David Beckham oder Michael Owen, einer der ersten Poster-Boys des englischen Fußballs.

Auch der Popularität von Manchester United tat diese Entwicklung keinen Abbruch. In der englischen Presse wurde er einst bezeichnet als der "Junge, der eine Million unschuldige Teenagerherzen in United-Anhänger verwandelte".

Affäre mit "Big-Brother"-Starlett

Trotzdem ist Giggs kein Freund der Glitzerwelt, weswegen er sich im Laufe seiner Karriere immer mehr aus dem Scheinwerferlicht zurückzog und lieber für sportliche Schlagzeilen sorgte. Einer Fan-Legende zufolge ist Giggs eine Reinkarnation von George Best, der sagte einst über den jungen Giggs: "Eines Tages werden sie vielleicht sogar sagen, ich war so eine Art Ryan Giggs."

Im Gegensatz zu Best, dem der Alkohol irgendwann zu Verhängnis wurde, schaffte es Giggs jedoch sich seine gesamte Karriere an der Spitze zu halten.

Privat ist der für seine eiserne Disziplin bekannte Giggs ein Familienmensch, der in seiner Freizeit Yoga macht und sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit fernhält. Selbst die vermeintliche Affäre mit einem Ex-"Big-Brother"-Starlett im Frühjahr 2011 konnte Giggs Image nichts anhaben.

Giggs als rechtmäßiger Erbe von Sir Alex Ferguson

Erst vor kurzem hat Giggs seinen Vetrag bei Manchester United um ein weiteres Jahr verlängert, es wäre seine 22. Saison für die Red Devils. Villeicht könnte es der 38-jährige Giggs sogar schaffen die magische 1000-er-Marke zu knacken."Wir werden sehen", sagt er dazu und lächelt vielsagend.

Ein letztes großes Highlight sieht Giggs im Sommer, wo er mit der Olympiamannschaft Großbritanniens an den Olympischen Spielen in London teilnehmen könnte. Denn auch wenn er als Vereinsfußballer alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, mit der walisischen Nationalmannschaft hat Giggs es in 64 Länderspielen nie zu einem großen Turnier geschafft.

Giggs' Weg nach der Profikarriere jedenfalls scheint schont vorgezeichnet zu sein. Sir Alex Ferguson brachte Giggs bereits als seinen legitimen Nachfolger ins Gespräch, sollte er irgendwann seinen Stuhl an der Seitenlinie räumen. Club-Veteran Paul Scholes schließt sich dem an: "Du willst den besten Mann für den Job. Ich kann mir vorstellen, dass Ryan Giggs das sein wird."

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