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Ärger auf Pressekonferenz: Klopp giftet gegen britische Fußball-Legende - "Probleme, Spieler zu beurteilen"

Nach mehreren Patzern steht Liverpool-Torwart Loris Karius in der Kritik - besonders bei den Ex-Profis Gary und Phil Neville. Trainer Jürgen Klopp kontert - und fragt, warum die Brüder überhaupt als TV-Experten arbeiten dürfen.

Jürgen Klopp steht mit verschränkten Armen am Spielfeldrand

Kontert Kritik die Kritik an Liverpool-Torwart Loris Karius: Jürgen Klopp

Der Frust bei Jürgen Klopp war groß. Eine Woche nach dem 3:4 beim AFC Bournemouth begann sein Team gegen das kriselnde West Ham United stark und führte dank Adam Lallana (5.) früh. Doch ein Freistoß von Dimitri Payet (27.) bescherte den Gästen den Ausgleich und ließ Torwart Loris Karius unglücklich aussehen. Auch bei einem zweiten Tor sah Karius nicht gut aus. "Halt' deine Klappe, mach' deinen Job, geh' nach Hause, trink' deinen Tee und spiel' Fußball," lautete anschließend die harsche Kritik von Phil Neville, Ex-Profi und heutiger TV-Experte.

Das konnte Liverpool-Trainer Klopp nicht auf seinem Keeper sitzen lassen. Auf einer Pressekonferenz auf die Kritik angesprochen, legte er los. "Zunächst einmal ist es mein Job, meine Spieler so gut wie möglich zu schützen", so Klopp. Aber am Ende stünden sie allein auf dem Platz und er könne ihnen nicht sagen 'jetzt nach rechts, jetzt nach links'. Kritk von außen sei normal und die englische Presse scheine es oft zu genießen, harsche Kritik zu üben.

Jürgen Klopp gegen Gary Neville

Dann wendete er sich den Brüdern Gary und Phil Neville zu, mit denen Karius schon ein paar Wochen im Clinch liegt. "Frühere Spieler haben anscheinend komplett vergessen, wie es sich anfühlte, als sie kritisiert wurden - besonders die Neville-Brüder. Derjenige, der Trainer war, sollte ganz offensichtlich wissen, dass zu viel Kritik niemals hilft. Aber dass er nicht daran interessiert ist, einem Liverpool-Spieler zu helfen, kann ich mir vorstellen." Gary Neville war vor seiner Trainer-Karriere 20 Jahre Spieler bei Manchester United. Die beiden Klubs verbindet eine Rivalität, die in England ihresgleichen sucht.

Neville habe gezeigt, dass er "mit dem Job, Spieler zu beurteilen, so seine Schwierigkeiten hat", so Klopp. "Warum lassen wir sie dann im Fernsehen Spieler beurteilen?," fragte er. "Ich würde das nicht tun." Die einzige Sache, die er tun könne, sei: "Ich höre ihnen nicht zu." Ehemalige Liverpool-Spieler würden wahrscheinlich auch nicht zu positiv über Manchester United sprechen. "Aber ich habe kein Problem mit ihnen. Wenn sie größere Probleme verursachen, dann haben wir schon ein großes Problem", sagte Klopp über die Neville-Brüder. "Sie haben es versucht, das ist alles."

"Jetzt habt ihr eure Überschrift!"

Nach einem Blick in die Runde rief Klopp: "Jetzt habt ihr eure Überschrift. Gern geschehen!" Unter den Journalisten erntete er damit Gelächter. "Ihr hättet früher die richtigen Fragen stellen sollen." Dann kehrte er zum Thema Gary Neville zurück: "Übrigens könnt ihr ihm ausrichten: Ich bin nicht auf Twitter. Wenn er mir also etwas sagen möchte - Twitter hilft da nicht." Die nächste Runde wird also wieder über die Medien ausgetragen.

tkr mit DPA

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