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Kampflaune: Die Bayern in Kampfeslaune: Hoeneß lästert über Reals"Affentheater"

Erst seit einem Tag wird bei den Bayern wieder trainiert. Doch Uli Hoeneß ist bereits in Höchstform: Den Beckham-Hype bei Real hält er für Affentheater. Seine Bayern sieht er nächste Saison wieder vorn.

Uli Hoeneß hat sich im Urlaub blendend erholt.
Bereits am ersten Arbeitstag der Bayernkicker war der Chefagitator des deutschen Vorzeigeclubs ganz in seinem Element: Er bezeichnete den Trubel um Fußball-Popstar David Beckham beim Erzrivalen Real Madrid als ein gigantisches "Affentheater". Trainer Ottmar Hitzfeld dagegen redete am ersten Arbeitstag des FC Bayern lieber über die hohen Ziele für die neue Saison: "Wir wollen unsere Titel verteidigen, und wir haben einen Riesen-Hunger in der Champions League. Auch Bayern München muss wieder in den Finalspielen dabei sein", sagte der 54 Jahre alte Erfolgscoach des deutschen Meisters und Pokalsiegers am Donnerstag in München nach der ersten Übungseinheit mit lediglich acht Feldspielern und zwei Torhütern.

Hat Hoeneß mit seiner Attacke gegen Real Recht?

Chamipons League in der neuen Saison "die große Herausforderung"

Die Bayern waren diesmal die Letzten beim Trainingsstart, wollen aber wieder klar als Erster über die Ziellinie gehen. Dies gilt zunächst vor allem im eigenen Land. "Das Allerwichtigste ist immer die Meisterschaft", versicherte Hoeneß. Dies klang allerdings mehr nach Pflicht als nach purer Überzeugung. Denn die Schmach von letzter Saison, als die Ruhmreichen aus München sich sieglos aus der europäischen Eliteliga verabschieden mussten, ist nicht vergessen. In Wirklichkeit ist die internationale Wiedergutmachung das alles überragende Saisonziel: "Die Champions League ohne Bayern München nach der Vorrunde kann nicht sein, darf nicht sein. Sie ist die große Herausforderung", verkündete Hoeneß.

Real sei ein Fall für den Zirkus

Das Star-Ensemble von Real Madrid ist für den Bayern-Manager nach der Verpflichtung von Beckham allerdings nicht mehr der Hauptrivale im Kampf um den Titelgewinn, sondern nur noch ein rotes Tuch. "So ein Affentheater habe ich noch nie erlebt, außerdem ist Beckham gar nicht so gut", tönte Hoeneß: "Ich habe das im Urlaub im Liegestuhl köstlich verfolgt." Er sieht Real Madrid auf der "Entwicklung vom Fußball-Club zum Zirkus. Das ist gut für uns". Dass Beckham in Madrid in Anlehnung an Basketball-Weltstar Michael Jordan die Trikot-Nummer 23 erhielt, quittierte Hoeneß mit Spott.

Spanische Presse empört

Die spanische Presse reagierte empört bis beleidigt auf die Attacken von der Säbener Straße. "Reiner Neid" treibe die Münchner, schreibt die "Marca" und erinnert hämisch an das letztjährige Desaster in der Champions League. Ein privater TV-Sender bezichtigte Hoeneß des Größenwahns.

Bayern will für Makaay nicht jeden Preis zahlen

Zwar im Ton moderater, verfolgt aber auch Hitzfeld Madrids Transfer-Politik kritisch: «Ich hätte mehr Sorgen, wenn sie einen Defensiv-Mann geholt hätten», gibt er sich betont gelassen. Einen Transfer des Kalibers Beckham schloss Hoeneß beim FC Bayern kategorisch aus. Nach der Verpflichtung der Defensivkräfte Martin Demichelis (River Plate Buenos Aires) und Tobias Rau (VfL Wolfsburg) soll die Offensive aber auch noch verstärkt werden: Europas Top- Torjäger Roy Makaay (Deportivo La Coruna) und der 19-jährige Argentinier Carlos Alberto Tévez stehen auf der Wunschliste.

Doch gerade der Preis für Tévez ist nach dessen Galavorstellung beim 3:1 des neuen Südamerika-Meisters Boca Juniors Buenos Aires am Mittwoch (Ortszeit) im Final-Rückspiel der Copa Libertadores gegen den FC Santos noch weiter gestiegen. "Wir haben La Coruna und Boca Angebote gemacht. Wenn die Vereine Grünes Licht geben, sind die Spieler das kleinere Problem", bemerkte Hoeneß. Die Bayern wollen allerdings keine Fabelsummen bezahlen. Den Etat für die neue Saison hat der Bundesliga-Krösus von 62 auf 60 Millionen Euro reduziert.

Hoeneß sieht Anlaufschwierigkeiten für Saisonauftakt

Tévez würde frühestens zum 1. Januar 2004 nach München kommen, Makaay sofort. "Er wäre für die Konkurrenz-Situation im Sturm optimal", sagte Hitzfeld. Denn diese leidet, weil Roque Santa Cruz und Alexander Zickler noch nicht fit sind und die Entwicklung der 'Sorgenkinder' Sebatsian Deisler und Mehmet Scholl sowie von Hasan Salihamidzic (nach 2. Kreuzbandriss) abgewartet werden muss.

Erst zwölf Tage vor dem Saison-Eröffnungsspiel gegen Eintracht Frankfurt (1. August) werden die Franzosen Bixente Lizarazu und Willy Sagnol als letzte Profis wieder den Dienst aufnehmen. "Am Anfang wird es vielleicht darum etwas holprig", mutmaßte Hoeneß.

Christoph Marx

Wissenscommunity