Kreuzbandriss Nowotny vor Karriere-Aus


Immer wieder das Knie: Zum vierten Mal in seiner Karriere fällt Nationalspieler Jens Nowotny von Bayer Leverkusen mit einem Kreuzbandriss monatelang aus. Aufgeben will der 31-Jährige aber trotzdem nicht.

Der schlimme Verdacht hat sich bestätigt. Nationalspieler Jens Nowotny von Bayer 04 Leverkusen hat sich zum vierten Mal das Kreuzband gerissen. "Er wird auf jeden Fall für den Rest der Saison ausfallen", erklärte Ulrich Dost, Sprecher des Fußball-Bundesligisten. Eine Untersuchung beim Kniespezialisten Prof. Michael Strobel in Straubing bei München hatte bestätigt, was bereits nach der Verletzung im Spiel beim 1. FC Nürnberg vermutet wurde. Für den 31-jährigen Abwehrchef ist es bereits der vierte Kreuzbandabriss seiner Karriere. Ihm droht nun das vorzeitige Ende seiner Profi- Laufbahn.

Bayer unter Schock

Einen Tag vor dem Champions-League-Hinspiel beim FC Liverpool an diesem Dienstagabend löste die Nachricht bei Mitspielern und Vereinsführung Betroffenheit aus. "Es ist ein Schock. Jens ist ein Denkmal in Leverkusen", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser deprimiert. Er hofft dennoch auf ein Comeback Nowotnys: "Er hat es schon mehrmals geschafft. Ich bin fest davon überzeugt, dass er wiederkommt."

Auch seine Teamkameraden reagierten niedergeschlagen auf die Hiobsbotschaft. "Das ist ein herber Verlust für die Mannschaft», meinte Torwart Jörg Butt. Und Interimskapitän Carsten Ramelow sagte: "Das ist sehr bitter für die Mannschaft. Ein Kreuzbandriss ist das Schlimmste für einen Fußballspieler."

Der 45-malige Nationalspieler selbst will den Kampf für eine Rückkehr nicht aufgeben. "Ich stehe wieder auf", sagte er. Dem Sportmagazin "Kicker" erklärte er: "Dann hänge ich die Zeit, die ich gefehlt habe, hinten dran. Ich spiele noch mit 42!" Auch, wenn ihm die Rückkehr gelingen sollte, dürfte der Traum von der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland für ihn ausgeträumt sein. Für Nowotny wäre dies besonders tragisch, da er bereits bei den WM-Titelkämpfen 1994 und 2002 wegen Verletzungen nicht dabei war und 1998 vom damaligen Bundestrainer Berti Vogts für die WM in Frankreich nicht berücksichtigt wurde.

"Er ist ein guter Typ"

Bayer-Manager Michael Reschke ist davon überzeugt, dass es Nowotny, der seit 1996 für den Club spielt, bis 2008 einen Vertrag hat und insgesamt 320 Mal in der Bundesliga zum Einsatz kam, noch einmal schafft: "Er ist ein guter Typ, der schon Sachen weggesteckt hat, bei denen andere Nervenzuckungen bekommen."

Nowotny hatte sich zuvor bereits drei Kreuzbandrisse zugezogen. 1991 war das linke Knie betroffen, 2002 und 2003 war es jeweils das rechte. "Diesmal ist nur das hintere Kreuzband gerissen. Damit hat der frühere Nationaltorwart Toni Schumacher jahrelang gespielt", sagte Holzhäuser.

Andreas Schirmer/DPA DPA

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