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Abschied vom FC Barcelona Poker um Messi: Welcher Klub hat die größten Chancen?

Leo Messi hat den FC Barcelona mit seiner Kündigung in einen Schockzustand versetzt
Leo Messi hat den FC Barcelona mit seiner Kündigung in einen Schockzustand versetzt
© Miguel Morenatti / DPA
Lionel Messi ist fest entschlossen, den FC Barcelona nach 20 Jahren zu verlassen. Aber zu welchem Verein soll der Über-Fußballer überhaupt gehen? Ein Überblick der möglichen Kandidaten.

Lionel Messi hat sich bislang nicht öffentlich geäußert, doch eines ist klar: Die Ära des Argentiniers beim FC Barcelona geht definitiv zu Ende, auch wenn der Verein offenbar um den Verbleib des Superstars kämpft. Präsident Josep Bartomeu, dessen Verhältnis zu Messi als belastet gilt, soll laut Medienberichten seinen Rücktritt angeboten haben. Der neue Barca-Coach Ronald Koemann will ein weiteres Gespräch mit dem Argentinier führen, nachdem ein erstes Zusammentreffen nicht so gut verlaufen sein soll

Was Messis Abschied erschwert, ist die ungeklärte Vertragssituation: Der Argentinier besitzt eine Ausstiegsklausel, nach der er ablösefrei wechseln darf, wenn er fristgerecht kündigt. Das war am 31. Mai. Dass Messi-Lager argumentiert nun, dass sich durch die Coronakrise und die Verlängerung der Saison eine andere Situation ergeben habe. Der 31. Mai beziehe sich schließlich auf das Ende der Saison, und dass sein nun mal jetzt erst der Fall. Wäre Messis Kündigung ungültig, wäre eine im Vertrag festgeschriebene Ablösesumme von 700 Millionen Euro fällig.

Doch unabhängig, unter welchen Bedingungen die Trennung abläuft: Messis Wechselwunsch hat Europas Großklubs in helle Aufregung versetzt. Seither rumort die Gerüchteküche, wohin es den besten Fußballer der Welt verschlagen wird. Ausschließen lässt sich derweil nur der FC Bayern München. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat einer Verpflichtung eine Absage erteilt: "Wir können einen Spieler dieser Größenordnung nicht bezahlen. Das ist nicht Teil unserer Politik und Philosophie", sagte er der italienischen Zeitung "Tuttosport". 

Es bleiben aber genug Kandidaten übrig, die Messi verpflichten könnten. 

Manchester City

Der Premier-League-Klub gilt als heißester Kandidat. Die Gründe sind nahe liegend. Erstens trainiert Pep Guardiola den Verein. Mit ihm gewann Messi zwei Mal 2009 und 2011 die Champions League. Zahlreiche Medien berichten, dass Messi in der vergangenen Woche mit Guardiola telefoniert habe. Demnach soll Guardiola angekündigt haben, sich bei den Vereins-Bossen für eine Verpflichtung einzusetzen. Zweitens müsste der neue Arbeitgeber ein Jahresgehalt stemmen, dass in etwa dem 50-Millionen-Euro-Gehalt Messis beim FC Barcelona entspricht - und das dürfte für Besitzer Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabi möglich sein. Für Messi wäre laut der argentinischen Zeitung "La Nación" ein 3+2-Vertrag denkbar. Demnach würde er für drei Jahre in Manchester unterschreiben. Anschließend könnte er noch zwei Jahre in der amerikanischen MLS für den New York City FC spielen, der wie Man City zur Inhabergesellschaft des Scheichs, der City Football Group, gehört. Drittens soll Barcelona an Manchester-City-Angreifer Gabriel Jesus interessiert sein, der als Teil des Deals nach Spanien wechseln könnte. Zum Transfer-Paket sollen noch Talent Eric Garcia und Bernardo Silva gehören. 

In helle Aufregung hat City-Fans noch etwas anderes versetzt. Mittelstürmer und Messi-Kumpel Sergio Agüero änderte am Mittwoch seinen Instagram-Namen von @kunaguero10 auf @kunaguero. Für die englischen Fans liegt der Grund auf der Hand: Weil Agüeros langjährige Rückennummer 10 bei Man City in Zukunft Messi gehört.

Inter Mailand

Um den italienischen Klub und Messi gibt es schon länger Gerüchte. Der Verein soll darauf spekuliert haben, Messi nach Ablauf seines Vertrages beim FC Barcelona 2021 ablösefrei zu holen. Jetzt bietet sich die Gelegenheit vielleicht ein Jahr früher. Außerdem befindet sich Inter Mailand zurück auf dem Weg zu alter Stärke. Inter wurde in der Meisterschaft Zweiter hinter Juventus Turin, spielt in der nächsten Saison in der Champions League und gehört zum Imperium der chinesischen Suning Holdings Group. Soll heißen: Die Finanzierung wäre möglich. Messi wäre für den traditionsreichen Klub die Chance, wieder zu den ganz Großen im europäischen Fußball aufzusteigen.

Paris Saint-Germain

Die Franzosen wären definitiv ein Kandidat, wenn sie finanziell freie Hand hätten. Aber durch das Financial Fair Play der Uefa, das die Ausgaben der Vereine an ihre Einnahmen koppelt, wird es schwierig sein für Paris, den Deal zu finanzieren. Dennoch halten sich hartnäckig Gerüchte, dass PSG-Sportdirektor Leonardo bereits Kontakt zu Messis Beratern hergestellt habe. Angeblich soll er sich über die unübersichtliche Vertragslage informiert haben. Zudem soll sich Neymar für Messi eingesetzt haben. Messi und der Brasilianer spielten von 2014 bis 2017 zusammen beim FC Barcelona und gewannen gemeinsam die Champions League 2015. Im vergangenen Jahr hatte sich Messi dafür stark gemacht, Neymar zum FC Barcelona zurückzuholen. Nun ergibt sich also die umgekehrte Möglichkeit, damit die beiden Superstars wieder zusammen spielen.

FC Barcelona

Solange kein Transfer vereinbart wurde, darf man den FC Barcelona nicht von der Kandidatenliste streichen. Sicher ist zwar, dass Messi den Verein unbedingt verlassen will, aber die Katalanen haben zumindest offiziell angekündigt, um ihren "La Pulga" (der Floh) zu kämpfen. Sportdirektor Ramon Planes betonte, dass es "keinen Streit" zwischen Messi und dem Verein gebe. 

Quellen: DPA, "Sport1", "Bild"

tis

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