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Nach dem Clásico Real Madrid vs. Barcelona: Mourinho läuft Amok

Nach der 0:2-Pleite im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona hat Reals Trainer José Mourinho mal wieder seine hässliche Fratze präsentiert. "The Special One" pöbelte gegen alles und jeden. Dabei war Mourinho der Schuldige an der Niederlage.

Von Klaus Bellstedt

Nein nein, an ihm lag es natürlich nicht, dass Real das Champions-League-Halbfinale gegen den Erzrivalen aus Barcelona gerade mit 0:2 verloren hatte. José Mourinho, Madrids Trainer, schäumte nach der Niederlage im Estadio Santiago Bernabéu. "The Special One", den Spitznamen hatte sich Mourinho einst selbst verpasst, wütete los: "Es ist ein Skandal. Ich würde mich an Guardiolas (Barcelonas Trainer, Anm. der Red.) Stelle schämen, so zu gewinnen", brüllte er los.

Und die Schimpf-Tiraden gingen weiter: "Ich weiß nicht, woher Barca nur all diese Macht bekommt. Vielleicht liegt es ja daran, dass sie Unicef eine Plattform als Werbepartner auf ihren Trikots geben." Noch in der Nacht kündigte der FC Barcelona auf seiner Website an, dass man Mourinhos Aussagen von der eigenen Rechtsabteilung prüfen lassen werde, um dann gegebenenfalls die Disziplinarkommission der Uefa einzuschalten.

Höhnischer Beifall von Mourinho

Mourinho strengte nach der Partie aber nicht nur abstruse Verschwörungstheorien an, er fühlte sich vor allem auch vom deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark, der im Bernabéu eine exzellente Leistung ablieferte, benachteiligt: "Wenn ich zum Schiedsrichter und zu der Uefa sagen würde, was ich denke und fühle, würde meine Karriere heute enden." Mourinho spielte auf eine Szene in der 61. Minute an, als Reals Pepe nach einem überharten Einsteigen gegen Barcelonas Dani Alves völlig zu Recht die Rote Karte sah.

"Mou" begleitete die Hinausstellung auf seine Art: Der wahrscheinlich größte Provokateur im Weltfußball klatschte höhnisch Beifall - und wurde daraufhin auf die Tribüne verbannt. Real war ab der 63. Minute quasi doppelt dezimiert, der geniale Lionel Messi trat auf den Plan und erledigte mit einem Doppelpack (76./87) für Barcelona den Rest. Gott sei Dank, dachte der Fußballfreund.

Madrid wäre an diesem Abend auch mit voller Besetzung wohl nicht als Sieger vom Platz gegangen. Und das lag nicht am Schiedsrichter, sondern an José Mourinho. Der Portuguiese hatte seiner Mannschaft im dritten Clásico innerhalb von 17 Tagen eine fragwürdige Taktik auferlegt. Real Madrid wollte Barcelona mit einer Mischung aus Zerstörungswut und Brutalität den Schneid abkaufen. Es war fast schon beschämend, auf welch destruktive Art und Weise das große Real Madrid dieses Champions-League-Halbfinale bestritt.

Kampfzustand mit manischen Zügen

Spielverzögerung, versteckte Fouls und permanentes Lamentieren beim Schiedsrichter: "Winning Ugly", schmutzig siegen - das war Mourinhos Ziel. Und die meisten Spieler folgten ihrem Kriegsführer. Mesut Özil übrigens nicht. Der deutsche Nationalspieler wurde von "Mou" in seiner Kreativität derart beschnitten, dass er in der ersten Hälfte wie paralysiert auf dem Rasen umherlief. Nach der Pause musste Özil deshalb in der Kabine bleiben. Reals Spiel war damit endgültig tot.

Von Mourinho gab es nach der Partie keinen einzigen selbstkritischen Ton zu hören. Was zu erwarten war. Stattdessen erreichte sein Kampfzustand fast manische Züge: "Eines Tages hoffe ich eine Antwort auf die Frage zu bekommen: Warum?", giftete er kurz vor Schluss der Pressekonferenz noch in Richtung Wolfgang Stark. Dann resignierte der Portugiese. "Manchmal macht es mich krank, in dieser Welt zu leben, aber das ist nun mal unsere Welt."

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