HOME

Nationalmannschaft: DFB-Team siegt mühsam gegen Belgien

Ein Arbeitssieg mit einem Zaubertor: Nach einem harten Stück Arbeit hat das Team von Joachim Löw das Testspiel gegen Belgien verdient mit 2:0 gewonnen. Für die Zuschauer war viel Geduld nötig, bis Bastian Schweinsteiger einen Elfer verwandelte. Für den Höhepunkt sorgte aber ein junges Talent.

Vize-Europameister Deutschland ist mit dem erhofften Erfolgserlebnis in die neue Saison gestartet. Nach dem einzigen Testspiel vor Beginn der WM-Qualifikation muss dennoch eine Steigerung her. Ein Elfmetertreffer von Bastian Schweinsteiger (59. Minute) und ein Zaubertor von Fast-Neuling Marko Marin (77.) bescherte dem Team von Joachim Löw einen 2:0 (0:0)-Erfolg über Belgien, der dem EM-Zweiten den vom Bundestrainer geforderten Schwung für die nächsten Monate geben könnte.

Zuschauer brauchten viel Geduld

Die Zuschauer in Nürnberg mussten sich aber lange gedulden, ehe sich die Überlegenheit der Deutschen in Toren austzahlte. Obwohl erstmals seit einem Jahr ein Heimauftritt des DFB-Teams mit 34.200 Zuschauern nicht ausverkauft war, brachte das zehnte Benefizspiel dem DFB vier Millionen Euro, von denen 2,5 Millionen an die Egidius-Braun-Stiftung gehen.

52 Tage nach dem 0:1 verlorenen EM-Endspiel gegen Spanien läutete der Bundestrainer die von ihm angekündigte "neue Periode" ein. Weil Stammpsieler wie Michael Ballack oder Torsten Frings passen mussten, standen nur fünf EM-Finalisten in der Startelf. Im Mittelfeld schwangen Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes den Taktstock. Trotz ihrer redlichen Bemühungen, dem Spiel die nötige Kreativität zu verleihen, unterliefen vor allem dem Leverkusener Rolfes viele Abspielfehler.

Hoffnungsvolle Premiere für Tasci

In der Abwehrzentrale kam nach dem Fehlen von Per Mertesacker Stuttgarts Serdar Tasci zu seinem Länderspiel-Debüt. Er erhielt den Vorzug vor EM-Stammspieler Christoph Metzelder von Real Madrid und feierte eine hoffnungsvolle Premiere. Vorn kehrte Löw zum Zwei-Mann-Sturm mit dem Bayern-Duo Miroslav Klose und Lukas Podolski zurück. Im Tor gefiel nach Jens Lehmanns Rücktritt aus der DFB-Elf Robert Enke durch seine ruhige Art. Der Hannoveraner wurde durch die schwachen Belgier allerdings kaum gefordert.

Die deutsche Mannschaft begann wie von Löw gefordert schwungvoll und hatte durch Piotr Trochowski (2.) eine erste gute Schusschance. Auf den HSV-Profi hatte der Bundestrainer besonderen Druck ausgeübt und ihm quasi eine letzte Bewährungschance eingeräumt. Der Hamburger war denn auch fleißig, agierte aber nicht zielstrebig genug und oft auch zu ungenau. Vor ihm vermochte sich Podolski gut in Szene zu setzen. Bei der besten seiner zwei Chancen in der Anfangsphase klärte Keeper Stijn Stijnen (12.) mit einem Kung-Fu-Tritt gegen "Poldi" und hatte großes Glück, dass diese rüde Aktion nicht geahndet wurde. Vier Minuten später parierte Stijnen glänzend gegen Klose, der wie zuletzt äußerst glücklos blieb. Auch Schweinsteiger (22.) verfehlte das Ziel.

Die Belgier machten dicht

Die Belgier, die sich in den letzten sechs Jahren für keines der drei großen Turniere qualifizieren konnten, machten in der von Daniel van Buyten organisierten Deckung gut dicht, erwiesen sich aber in der Offensive als harmlos. Der von Philipp Lahm nicht energisch gestörte Tom de Sutter (19.) zielte einmal knapp am deutschen Gehäuse vorbei. Und Schlussmann Enke musste vor der Pause nur einmal eingreifen, als er einen Schuss der Ex-Gladbachers Wesley Sonck mühelos hielt (31.).

In Kevin Kuranyi und Mario Gomez brachte Löw nach Wiederanpfiff ein neues Sturmduo in die Begegnung - und sorgte damit für frischen Wind im deutschen Spiel. Nachdem der aufgerückte Lahm (52.) mit einem Fernschuss noch am sehr gut reagierenden Stijnen gescheitert war, fiel nach knapp einer Stunde endlich die erlösende Führung: Nach van Buytens Foul an Gomez schnappte sich der nach Kloses Herausnahme zum Kapitän aufgestiegene Schweinsteiger das Leder und schob den fälligen Strafstoß sicher ein. Es war das 16. Länderspiel-Tor des Münchners.

Marin mit coolem Schlenzer

In den letzten 20 Minuten kam Marin in seinem zweiten Länderspiel zum Zuge. Und der Jungstar aus Mönchengladbach fügte sich gleich hervorragend ein. Mit einem ebenso coolen wie geschickten Schlenzer vollendete der talentierte Mitteldfeldmann einen der schönsten deutschen Angriffe zum 2:0 und sorgte für die Entscheidung.

DPA/tis / DPA

Wissenscommunity