Nationalmannschaft Immer weiter Vollgas


Vertragsverlängerung? Nicht jetzt! Anfrage von Real Madrid wegen einer Schonung von Christoph Metzelder? Abgelehnt! Die DFB-Auswahl strebt voller Elan das nächste Erfolgserlebnis an. Am Mittwoch gegen Tschechien soll der Gruppensieg perfekt gemacht werden - in Bestbesetzung.
Von Klaus Bellstedt

Sie halten die Spannung hoch, die Männer am Regiepult der deutschen Nationalmannschaft. Auch wenn sich die DFB-Auswahl durch das überzeugende 0:0 bei den heimstarken Iren als erstes Team überhaupt für die EM 2008 in den Alpenrepubliken Österreich und der Schweiz qualifizieren konnte, nachlassen gilt nicht. Gegen Tschechien am Mittwoch soll es das nächste Erfolgserlebnis geben.

Das wäre gleichbedeutend mit dem Gruppensieg, dem fehlenden i-Tüpfelchen auf einem ohnehin schon beeindruckenden Qualifikations-Durchmarsch. Und so kündigt Manager Oliver Bierhoff vor dem bedeutungslosen Prestige-Duell in der Allianz-Arena einen Auftritt der Deutschen an, auf den sich der Fan freuen kann: "Die Stimmung ist hervorragend. Und der Wille ist da, es weiter gutzumachen. Wir wollen gegen Tschechien gewinnen."

Mit welcher Mannschaft das gelingen soll, schob der DFB-Manager schnell nach: "Wir werden in Bestbesetzung antreten." Ob Trainer Jogi Löw am Mittwoch dann tatsächlich auch den ersten Anzug spielen lässt, bleibt abzuwarten. Eine abgelehnte Anfrage von Real Madrid deutet allerdings darauf hin. Die Königlichen hätten es nur allzu gerne gesehen, so berichtete Bierhoff, dass das zweite Qualifikationsspiel innerhalb von fünf Tagen ohne Christoph Metzelder über die Bühne gegangen und der Innenverteidiger stattdessen eher zu seinem Club nach Spanien zurückgekehrt wäre. Keine Chance. "Metzelder bleibt bei uns. Das wäre das falsche Zeichen", erklärte Bierhoff und ergänzte: "Wir haben keinen Grund, von der ersten Minute an Spieler zu schonen."

Vetragsverlängerung rückt näher

Wie Ernst man den Charaktertest gegen Tschechien bei der Rückkehr an jenen Ort, an dem bei der WM 2006 das deutsche Sommermärchen begonnen hatte, nimmt, belegt ein weiteres Beispiel. Das große Thema Vertragsverlängerung mit Jogi Löw ("Die Gedanken und Themen sind beim DFB deponiert") wurde von der sportlichen Leitung einen Tag vor dem Spiel nicht weiter vorangetrieben. "Es war eine Bitte der Trainer, dass wir keine Ablenkung schaffen", erzählte der Manager und verriet in einem Nebensatz, dass man das Ganze "nach der Begegnung am Mittwoch" abschließen wolle.

Weder bei sich, noch bei den Spielern hat Bierhoff nach der vorzeitigen EM-Qualifikation einen Spannungsabfall ausgemacht: "Man merkt, dass der Elan weiter hoch ist." Das trifft besonders auf Bayern-Reservist Lukas Podolski zu, der gegen die Tschechen in seinem Wohnzimmer von Anfang an stürmen darf. "Das ist ein guter Test für uns, da können sich die Mannschaft und ich beweisen" sagte Podolski, der in der Nationalelf auf die beeindruckende Quote von 23 Toren in 41 Spielen verweisen kann, sich derzeit aber in einem Formtief befindet.

"Podolskis Qualität wird sich durchsetzen"

Aber egal, was kommt: WM-Held Podolski will sich "das Lachen nicht verbieten lassen", auch wenn er beim FC Bayern München eine extrem schwere Zeit durchmacht und mittlerweile auch in der Nationalmannschaft in einem wichtigen Lernprozess steckt - um es mal vorsichtig auszudrücken. Auf der Abschlusspressekonferenz am Dienstag in München warb der Angreifer um Geduld und zeigte sich auch selbst lernwillig: "Eines ist klar: Mit meinen 22 Jahren bin ich nicht komplett entwickelt", erklärte Podolski fast schon entschuldigend. "Lukas weiß, dass er an sich arbeiten muss. Aber Qualität wird sich durchsetzten, er hat ein riesiges Potenzial", urteilte der einstige Stürmer Bierhoff.


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