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Fußball: "Solange er nicht über Oma, die Umweltsau singt" - ZDF fliegt Kahns Einsatz auf Schalke um die Ohren

Seit Anfang des Jahre ist Oliver Kahn Mitglied im Vorstand von Bayern München. Trotzdem kommentierte er gestern beim ZDF das Spiel Schalke-Mönchengladbach. Die Zuschauer reagieren irritiert.

Oliver Kahn

Oliver Kahn kommentierte gestern auf Schalke das Spiel der Konkurrenten

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Er war der Wunschkandidat: Seit Anfang Januar sitzt Ausnahmetorwart und Fan-Liebling Oliver Kahn bei Bayern München im Vorstand, 2022 soll er Chef seines Heimatvereins werden. Soweit, so nachvollziehbar. Wenn da nicht seine Nebentätigkeit wäre: Als Kommentator beim gestrigen Spiel Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach durfte er weiter für das ZDF die Leistung der Vereine bewerten, die nun wieder offiziell seine Konkurrenten sind. Bei den Zuschauern löste das Debatten aus.

Bei Twitter äußern unter dem Hashtag #Kahn viele ihre Irritation. "Was macht ein Vorstandsmitglied des FC Bayern München und zukünftiger Vorstandsvorsitzender, als Cokommentator beim ZDF?  Das halte ich für ziemlich unangemessen liebes ZDFsport", schreibt etwa Nutzerin "B_arbera85". Viele weitere Nutzer blasen in ein ähnliches Horn, sehen die Grenzen seriösen Journalismus überschritten.

 

 

 

Seriosität und Olikahnitis

Andere sehen die Lage anders. "Verstehe die Diskussion um #Kahn nicht. Er war vor seiner Vorstandstätigkeit sicherlich auch nicht neutral. Wüsste aber auch nicht, warum Kommentatoren zwingend einer Neutralität unterliegen müssen", kommentierte etwa "laughingball". Und erfindet noch den Begriff der "Olikahnitis", das sei "Die Angst davor, von einem nicht neutralen Experten übers TV hypnotisiert zu werden."

  

  

Die meisten Meinungen sind differenziert. Viele kritisieren zwar die Entscheidung des ZDF, geben aber zu, dass Kahns Rolle bei Bayern im Kommentar zum Spiel selbst nicht zu bemerken war. "Seriös auf jeden Fall. Dennoch sollten Journalistische Werte und Interessenkonflikte immer kritisch hinterfragt werden. Ich mag ihn auch als Experte, aber mit seiner neuen Rolle ist das dann doch etwas schwierig", fasst "HahnimKorb" zusammen.

ZDF sieht kein Problem

 

Das ZDF hat mittlerweile reagiert - und die Entscheidung gerechtfertigt. "Oliver Kahn bietet einen Mehrwert für die Zuschauer. Er kann seine Rollen trennen. Bei Spielen des FC Bayern wird er nicht zum Einsatz kommen", erklärte der TV-Sender als Antwort auf einen Tweet.

Trotzdem dürfte der TV-Sender im Ansehen vieler Zuschauer verloren haben. Es finden sich zahlreiche Hinweise, dass man umschalten können. Beim Konkurrenten DAZN findet Kahn nicht statt. Und natürlich gibt es auch gleich einen Seitenhieb auf die Öffentlich-Rechtlichen: "Ist doch kein Problem. ... zumindest solange er nicht über Oma, die alte #Umweltsau singt", witzelt "brianwashed1".

Quelle: Twitter

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