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Otto Rehhagel wird Hertha-Trainer: Otto ante portas

Die Überraschung ist perfekt: Otto Rehhagel wird neuer Trainer von Hertha BSC Berlin und soll den taumelnden Hauptstadt-Club vor dem Abstieg retten. Ein Comeback nach zehn Jahren in die Bundesliga - und ein hohes Risiko für Club und Trainer.

Otto Rehhagel gibt jetzt in der Hauptstadt die Ehre

Otto Rehhagel gibt jetzt in der Hauptstadt die Ehre

Nun soll "König Otto" in Berlin regieren. Der 73 Jahre alte Otto Rehhagel wird neuer Trainer von Hertha BSC. Das Engagement des ehemaligen Europameister-Coaches von Griechenland bis zum Saisonende ist nach "DPA"-Informationen beschlossene Sache. Beim Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg in der kommenden Woche soll er nach fast zwölfjähriger Abstinenz sein Comeback auf der Trainerbank in der Fußball-Bundesliga geben.

In der Partie am (heutigen) Samstag im Berliner Olympiastadion gegen Spitzenreiter und Titelverteidiger Borussia Dortmund wird noch das Interimsgespann René Tretschok und Ante Covic die Mannschaft betreuen. Sie hatten das Team nach dem Rauswurf vom erfolglosen Coach Michael Skibbe übernommen. Der war wiederum geholt worden, nachdem die lange Zeit erfolgreiche Zusammenarbeit mit Markus Babbel äußerst geräuschvoll beendet worden war. Rehhagel wird damit der vierte Verantwortliche für das Team in einer Saison sein.

Rehhagel schreckt nicht vor traditioneller Taktik zurück


Ausgerechnet Rehhagel. Der gebürtige Essener gehörte 1963 zur Hertha-Mannschaft beim ersten Bundesliga-Spiel der Berliner. Nach dem 1000. Bundesliga-Spiel von Hertha gegen Dortmund wird er nun Chefcoach in Berlin.

Die Frage ist, ob einer wie Rehhagel noch die Fähigkeit hat, eine Bundesliga-Mannschaft im Jahr 2012 vor dem Abstieg zu retten? Ob er mit seiner Art von den Spielern ernst genommen wird? Rehhagel gibt sich gern unantastbar und er referiert. Rehhagel schreckt auch vor traditioneller Taktik nicht zurück. Beim EM-Triumph 2004 mit den personell sicherlich nicht top-besetzten Griechen ließ er seine Hellenen mit einer für viele Experten antiquierten Ausrichtung und einem Libero antreten. Aber: Der Erfolg gab Rehhagel recht.

Rehhagel hat einen Ruf wie kaum ein zweiter Bundesligatrainer. Er ist eine lebende Legende. Mit seinem Engagement in Berlin geht der 73-Jährige ein hohes Risiko ein. Schlägt die Mission Klassenerhalt fehl, würde sein Ruf Schaden nehmen.

Seine Karriere als Trainer brachte erst spät Erfolge. Als beinharter Abwehrspieler bestritt er 201 Bundesliga-Spiele (22 Tore) für Hertha und den 1. FC Kaiserslautern, Trophäen aber holte er erst als Coach: Mit Werder Bremen gewann der Erfinder der kontrollierten Offensive den Europacup der Pokalsieger (1992) sowie je zwei Meisterschaften (1988/1993) und Pokalsiege (1991/1994), mit dem 1. FC Kaiserslautern als Aufsteiger den Meistertitel 1998.

Für Hertha geht es ums Überleben


Der DFB-Pokalsieg 1980 mit Fortuna Düsseldorf als erster Trainer-Coup steht für ihn ebenso zu Buche wie die bis heute höchste Niederlage der Liga-Geschichte: 0:12 mit Borussia Dortmund bei Borussia Mönchengladbach (Saison 1977/78).

Bei der Hertha geht es indes ums Überleben. Ein erneuter Abstieg wäre verheerend. Für den Verein und vor allem auch für Manager Michael Preetz, der zusammen mit Präsident Werner Gegenbauer die Verhandlungen geführt haben soll. Ein weiterer Fehlgriff wäre für Preetz fatal. Der ehemalige Profi und aktuelle Geschäftsführer Sport steht nach dem schwungvollen Trainerrochaden in der Hauptstadt schwer in der Kritik. Doch auch er dürfte im Hofstaat von "König Otto" etwas durchatmen können. Zumindest vorübergehend.

DPA / DPA

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