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Peter Gagelmann im Pokal-Halbfinale: Nur der Schiri hielt den BVB am Leben

Es ehrt die Bayern-Spieler, dass sie nicht ihm allein die Schuld gaben: Schiedsrichter Peter Gagelmann hielt den BVB mit seinen Fehlern im Spiel. Andererseits: Hätten die Bayern vom Punkt getroffen?

Schiedsrichter Gagelmann weist Manuel Neuer zurecht. Bayern-Boss Rummenigge: "Wir haben heute gegen zwölf Mann gespielt."

Schiedsrichter Gagelmann weist Manuel Neuer zurecht. Bayern-Boss Rummenigge: "Wir haben heute gegen zwölf Mann gespielt."

Mit den Elfmetern haben wir heute kein Glück gehabt, insofern hätte das eh nicht funktioniert." Manuel Neuer bewies nach dem Aus im Pokal-Halbfinale Galgenhumor. Der Torhüter des FC Bayern spielte mit diesen Worten nicht auf die samt und sonders verschossenen Strafstöße im Elfmeterschießen an, sondern auf die Leistung von Schiedsrichter Peter Gagelmann. Der hatte im Laufe des Spiels so manche merkwürdige Entscheidung gefällt - und damit den BVB am Leben erhalten. Denn ein 2:0 hätte das Spiel zugunsten der dominanten Bayern sicherlich entschieden.

Vor allem die Szene in der 55. Minute hatte einen entscheidenden Einfluss auf den Spielverlauf. Wieder einmal bestürmten die Bayern den BVB-Kasten, Lewandowski traf mit einem fulminanten Schuss die Latte, Müller setzte nach - und blieb an Marcel Schmelzer hängen. Der BVB-Verteidiger eroberte den Ball mit einem deutlich sichtbaren Handspiel. Ein klarer Elfmeter! Wohl jeder im Stadion und an den TV-Schirmen hatte das gesehen. Nur einer nicht: Schiedsrichter Peter Gagelmann. Mit versteinerter Miene - man kennt diesen Gesichtsausdruck von dem Bundesliga-Schiri nur zu gut - blieb er bei seiner Entscheidung: Weiterspielen. Trotz aller Proteste und trotz eines Pep Guardiola, der am Spielfeldrand wie von der Tarantel gestochen umhertobte und sich schließlich am vierten Offiziellen festhalten musste.

"Gagelmann bei Fielmann gesehen"

Während die Bayern-Spieler nach dem völlig verbockten Elfmeterschießen dem Schiedsrichter nicht die Schuld am Ausscheiden geben wollten, war für die Fans der Schiri der Buhmann - und sie hielten via Twitter nicht hinter dem Berg:

Klopp: "Werde mich nicht entschuldigen"

Niemand zweifelte daran, dass es eine Fehlentscheidung war: Weder die Dortmunder (BVB-Coach Jürgen Klopp in der ARD: "Brauchen wir nicht drüber zu reden"), noch letztlich Gagelmann selbst: "Das Handspiel habe ich eben im TV gesehen", gab der Vielgescholtene kleinlaut dem Sportmagazin "kicker" zu Protokoll. "Klar, wenn man die Bilder sieht, dann ist das Handspiel. Das tut mir sehr leid, das war im Spiel so für mich nicht zu erkennen." Und weiter: "Es ist sehr ärgerlich, wenn man eine solche Handszene so nicht wahrnimmt."

"Wir haben heute gegen zwölf Mann gespielt", wetterte Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nach dem Spiel - und hatte dabei sicher auch jene Szene aus der 116. Minute im Sinn, als BVB-Torhüter Mitch Langerak Bayern-Stürmer Lewandowski derart hart anging, dass der Pole danach so benommen war, dass er fürs Elfmeterschießen ausfiel. Auch hier blieb der Elfmeterpfiff aus.

"Entschuldigen werde ich mich nicht", sagte Jürgen Klopp trotz allem freudestrahlend. Die Dortmunder sahen Gagelmanns Entscheidung letztlich als ausgleichende Gerechtigkeit an - vor allem für das nicht gegebene Tor im letzten Pokalfinale gegen die Bayern. Und eines darf man konstatieren: Ohne die Fehlentscheidungen des Schiris hätte es das bemerkenswerteste Elfmeterschießen der letzten Jahre wohl nicht gegeben.

dho

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