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P. Köster: Kabinenpredigt: Ein ganz normaler Trainer-Rausschmiss - warum Köln eine große Chance vergeben hat

Der 1.FC Köln wirft nach wochenlangem Zögern seinen Trainer Peter Stöger hinaus und beweist damit: Er ist leider wieder ganz der Alte. Sagt stern-Stimme Philipp Köster.

Es war ein ganz normaler Trainer-Rausschmiss. Als der 1.FC Köln sich am Samstagabend von seinem Coach Peter Stöger trennte, gehorchte der Bundesligaklub nur den ewigen Gesetzen der Branche. Die besagen nämlich, dass ein Tabellenletzter mit nur drei Punkten nach 14 Spieltagen auf jeden Fall seinen Trainer rauswerfen und anschließend von fehlender Perspektive und neuen Impulsen sprechen muss – selbst dann, wenn der Coach von Fans, Spielern und Funktionären gleichermaßen geschätzt wurde, selbst dann, wenn das letzte Spiel unter dem alten Coach durchaus sportliche Perspektiven aufgezeigt hat und selbst dann, wenn die neuen Impulse von einem Aushilfscoach kommen sollen, der nur bis zur Winterpause im Amt bleiben soll. Selbst dann rechtfertigt sich der 1.FC Köln wie sonst nur Politessen: Ich hab die Gesetze nicht gemacht.

Dass die Trennung von Stöger dennoch für großes Aufsehen sorgte und der 1.FC Köln nun hart für seine mangelnde Courage kritisiert wird, hat zwei Gründe. Zum einen hatte der 1.FC Köln damit binnen eines halben Jahres das komplette Trio verabschiedet, das maßgeblich für den Erfolg der letzten Jahre stand. Erst wechselte Torjäger Anthony Modeste nach China, dann wurde Manager Jörg Schmadtke hinauskomplimentiert und nun flog auch noch Trainer Stöger raus – alle weg innerhalb von sechs Monaten. Das muss man dem FC erst einmal nachmachen.

Zurück in die harte Fußballrealität

Zum anderen markiert die Trennung von Stöger auch für die Anhänger eine Zäsur. Die Fans sind jäh zurück in die harte Fußballrealität geholt worden. Für kurze Zeit schien sich der 1.FC Köln von seiner eigenen Vergangenheit emanzipiert zu haben. Seit Jahrzehnten hatte sich das eh kurzatmige Bundesliga-Geschäft in Köln noch einmal hektischer gebärdet als anderswo. Aus einem Spitzenklub war über die Jahrzehnte ein klassischer Fahrstuhlklub geworden, Trainer kamen und gingen, Manager gaben sich die Klinke in die Hand, zwischen den Schlagzeilen von Express und Stadtanzeiger zerrann die langfristige Kaderplanung – Aufstiege in die erste Liga wurden gefeiert wie früher Meisterschaften.

Mit Stöger und Schmadtke, aber auch mit Präsident Werner Spinner und seinem Vize Toni Schumacher schienen dann plötzlich Solidität und Berechenbarkeit in Köln eingezogen zu sein. Statt nach dem abermaligen Aufstieg in den üblichen Aktionismus zu verfallen und 5-Jahres-Pläne mit Zielrichtung Champions League zu verkünden, etablierten die Funktionäre einen kölschen Realismus, der zwar spielerisch oft überraschungsarm daherkam, dafür den Klub aber zunächst ins Mittelfeld der Liga und im Frühsommer sogar in die Europa League führte. Nahezu lehrbuchhaft hatte der 1.FC Köln gezeigt, wie erfolgreich eine pragmatische Klubführung arbeiten kann, wenn sie sich den Marktmechanismen verweigert.

Wie der 1. FC Köln die Chance verpasste

Aber all das wirkt heute schon wieder wie eine flüchtige Episode. Der 1.FC Köln ist Ende des Jahres 2017 wieder ganz der alte. Ende der Saison geht es höchstwahrscheinlich wieder zurück ins Unterhaus, für die Schlüsselpositionen Trainer und Manager fehlen geeignete Kandidaten, die Geschäftsführung hangelt sich von einer Panne zur nächsten und obendrein schwärt ein Konflikt mit den aktiven Fans wegen unausgegorener Stadionpläne.

Angesichts all dieser Konflikte wäre es ein starkes Zeichen gewesen, sich nicht von Peter Stöger zu trennen, sondern ihm das Vertrauen auszusprechen. Nicht bis zum nächsten Spiel, auch nicht bis zur Winterpause, sondern über die Saison hinaus. Es wäre ein Signal gewesen, an die Anhänger, an die Spieler und auch an sich selbst. Gegen die Hektik, gegen die vermeintlichen Branchengesetze, für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit über alle Krisen hinweg. Ich bin mir sicher, es wäre ein Zeichen gewesen, das alle verstanden hätten und das dem Klub neue Kraft, neuen Elan gegeben hätte.

So hingegen war es ein ganz normaler Trainerrausschmiss.  

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