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Premier League: Ballack wird mit Chelsea Meister

Mit einem Kantersieg gegen Wigan Athletic hat sich der FC Chelsea den Meistertitel in der Premier League gesichert. Jetzt wollen die Londoner zum ersten Mal in ihrer Geschichte auch das nationale Double gewinnen.

Als nach einem weiteren Schützenfest des "100-Tore-Sturms" sein erster Titel mit dem FC Chelsea besiegelt war, reckte Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack am Spielfeldrand beide Fäuste in die Luft. Am letzten Spieltag hatten sich die Blues ein wahres Wettschießen mit Verfolger Manchester United geliefert und durch das 8:0 (2:0) gegen Wigan Athletic den vierten nationalen Titel gesichert. Ballack wurde eine Viertelstunde vor Schluss unter großem Beifall der Fans ausgewechselt.

Mit 103 Toren knackte Chelsea als erstes Team seit Tottenham Hotspur 1963 (111 in damals 42 statt wie nun 38 Spielen) die Marke von 100 Toren in einer Saison. Manchester, das zuletzt dreimal in Folge Meister geworden war, blieb trotz des 4:0 (2:0)-Sieges gegen Stoke City mit einem Punkt Rückstand diesmal nur Platz zwei.

Chelsea will jetzt das Double


Während Chelsea am 15. Mai auch noch im Pokal-Finale gegen den FC Portsmouth steht und auf das erste Double der Vereinsgeschichte hoffen darf, bleibt den in der Champions League im Viertelfinale an Bayern München gescheiterten Red Devils nur der im Februar gewonnene Ligapokal als Trost in einer ansonsten unvollendeten Saison.

Für Ballack war es nach den Titel mit dem 1. FC Kaiserslautern 1998 und Bayern München (2003, 2005 und 2006) die fünfte nationale Meisterschaft. 2006 war er nach zuvor zwei Titeln mit den Bayern zum ebenfalls zweimal in Folge erfolgreichen FC Chelsea gewechselt, doch den Titel gewann in drei ersten gemeinsamen Jahren immer Manchester. Carlo Ancelotti schaffte nun in seinem ersten Jahr als Teammanager an der Stamford Bridge die Wende.

Ballacks Zukunft ist offen


"Ancelotti hat eine großartige Atmosphäre hier hereingebracht und uns den Glauben an uns zurückgegeben", sagte Kapitän John Terry: "So haben wir uns endlich den Titel zurückgeholt." Die Chelsea-Profis hatten schon vor dem Schlusspfiff am Spielfeldrand die Sektkorken knallen lassen. Klubchef Roman Abramowitsch feierte auf der Tribüne ebenfalls ungewohnt ausgelassen.

Ob Ballack in London bleibt, ist noch offen. Sein Vertrag läuft aus, er wartet auf ein Angebot des Vereins, das auch vom Ausmaß des weiteren Engegaments Abramowitschs abhängt.

Chelsea mit glücklichem Start


Alle anderen Entscheidungen waren bereits vor dem Saisonfinale gefallen. Als Absteiger standen Portsmouth, der FC Burnley und Hull City fest. Neben Chelsea und ManU wird der FC Arsenal in der Champions League spielen, Tottenham startet in der Qualifikation. In der Europa League wird die umsatzstärkste Liga der Welt durch Manchester City, Aston Villa und den FC Liverpool vertreten sein.

Chelsea erwischte am Sonntag einen glücklichen Start. Ballack leitete das frühe 1:0 ein, bei seiner Kopfball-Ablage stand Florent Malouda jedoch deutlich im Abseits, Nicolas Anelka erzielte das Tor. Nach der Roten Karte gegen Gary Caldwell und dem von Frank Lampard verwandelten Foulelfmeter (32.) war die Partie entschieden. Nach weiteren Treffern von Salomon Kalou (54.) und erneut Anelka (56.) gelang Didier Drogba per Kopf das 5:0. Es war das 100. Tor Chelseas in dieser Saison. Der Stürmerstar von der Elfenbeinküste legte per Strafstoß und Abstauber (68./80.) nach und sicherte sich mit 29 Saisontoren den Titel des Torschützenkönigs. Ashley Cole sorgte für den Endstand (90.).

Enttäuschung bei Manchester United


Manchester kam durch Darren Fletcher (31.), Ryan Giggs (38.), ein Eigentor von Danny Higginbotham (54.) und Ji-Sung Park (84.) zwar ebenfalls zu einem deutlichen Sieg, doch nach dem zweiten und dritten Tor schlug Chelsea im Fernduell jeweils Sekunden später nach und traf den Rivalen ins Mark. Nach dem dritten Tor des Blues entfuhr ManU Teammanager Alex Ferguson ein deutlich sichtbares "It's all over now" - "Jetzt ist alles vorbei".

Besonders ärgert Ferguson das Scheitern in der Champions League am Finalisten aus München. "Das war die größte Enttäuschung. Es ist eine absoluter Hohn, dass wir nicht im Endspiel stehen", sagte der Schotte: "Eigentlich sollten wir im Finale gegen Inter stehen. Stattdessen waren wir nach dem Aus so enttäuscht, dass wir drei Tage später auch noch gegen Chelsea verloren haben. In einer schlechten Woche haben wir alles verspielt."

Nigel Ferguson, SID / SID

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