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"Machen Sie doch vernünftige Fragen": DFB-Präsident Grindel bricht TV-Interview ab, als ein brisantes Thema zur Sprache kommt

Die Deutsche Welle hat ein Interview mit DFB-Präsident Reinhard Grindel geführt. 16 Minuten lang. Dann kam das Gespräch zu einem heiklen Thema – und Grindel verließ abrupt den Raum.

DFB-Präsident Reinhard Grindel bricht Interview ab

Florian Bauer nennt es im Nachhinein ein gewöhnliches Interview mit einem ungewöhnlichen Ende. Der Journalist hatte den Präsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB), Reinhard Grindel, zum Gespräch getroffen. Nach Angaben der Deutschen Welle, für die der Journalist im Einsatz war, in der DFB-Zentrale in Frankfurt. Soweit der gewöhnliche Teil. Der ungewöhnliche Part: "Erstes Mal in meinem Leben, dass mein Gesprächspartner das Interview abbricht", schreibt Bauer nun auf Twitter.

Die Begegnung ist mit einem Paukenschlag zu Ende gegangen, würde man wohl auch auf dem Rasen sagen. Nach etwa 16 Minuten hatte DFB-Präsident Grindel das Interview mit der DW abgebrochen; sein Mikrofon abgesteckt und das Gespräch vor laufender Kamera verlassen. 

Die DW veröffentlichte auf Twitter einen Ausschnitt der Szene, das gesamte Interview - bis zum Abbruch - ist auf der Webseite zu sehen und nachzulesen. Der stern konnte den DFB für ein Statement zu dem Vorfall zunächst nicht erreichen.

DFB-Präsident Reinhard Grindel: "Sie versuchen mir immer eine Bemerkung in den Mund zu schieben"

Man sei mit Grindel zum Exklusivinterview verabredet gewesen, schreibt DW. Grindel habe dabei zunächst ausführlich auf Fragen zu einer geplanten Reform der Klub-WM geantwortet. Als die Sprache dann auf das brisante Thema einer von Fifa-Präsident Gianni Infantino befürworteten globalen Nations League kam, sagte Grindel: "Herr Bauer, das bringt doch jetzt nichts, Sie versuchen mir immer eine Bemerkung in den Mund zu schieben, mit der Sie was machen können, und ich weiche Ihnen seit zehn Minuten aus. Jetzt machen Sie doch vernünftige Fragen, auf die ich vernünftig antworten kann." 

Auf die Erwiderung des Journalisten, er würde doch vernünftige Fragen stellen, antwortete Grindel: "Nein." Nach einem kurzen Wortgeplänkel brach der DFB-Boss das Interview abrupt ab. Bei dem Treffen des Fifa-Rates an diesem Freitag geht es um die Zukunftsthemen des internationalen Fußballs, zu denen auch die mögliche Aufstockung der WM 2022 in Katar von 32 auf 48 Mannschaften gehört.

DFB-Präsident Reinhard Grindel bricht Interview ab

Quellen: Deutsche Welle (DW), Mit Material der Nachrichtenagentur DPA

fs

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