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Eröffnung Fußball-Ruhmeshalle: Neue Vorwürfe gegen Reinhard Grindel - DFB-Boss meidet Gang über Roten Teppich

Dass er sich derzeit nicht groß präsentieren sollte, hat DFB-Chef Reinhard Grindel offensichtlich verstanden. Zur Eröffnung der Ruhmeshalle des deutschen Fußballs ging er durch einen Nebeneingang - und vermied so die Konfrontation mit neuen Vorwürfen.

Reinhard Grindel unter Druch - bei der Eröffnung der Ruhmeshalle des deutschen Fußballs

Druck auf DFB-Präsident steigt: Reinhard Grindel ereilte am Abend während der Eröffnung des Ruhmeshalle des deutschen Fußballs ein weiterer Skandal.

DPA

Roter Teppich, aufgeregte Autogrammjäger, riesiger Medienrummel - vor dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund ging es zu wie bei einer Preisverleihung für große Film-Stars. Im Gegensatz zu fast allen Fußball-Größen wie Uwe Seeler, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus oder Günter Netzer mied Reinhard Grindel vor der Gala zur Eröffnung der Ruhmeshalle des Deutschen Fußballs den Roten Teppich. So entging der angezählte DFB-Präsident unangenehmen Fragen nach zuletzt veröffentlichten und neuen Vorwürfen.

Mit diesen wartete die "Bild"-Zeitung am Abend auf. Die Zeitung berichtete online über eine Affäre um eine geschenkte Luxus-Uhr. Diese soll einen Wert im niedrigen fünfstelligen Bereich haben und Grindel vor anderthalb Jahren zum Geburtstag überreicht worden sein. Geschenkt bekommen habe der DFB-Boss die Uhr vom ukrainischen Oligarchen Grigori Surkis. Der 69-Jährige war zwölf Jahre lange Chef des Fußballverbandes seines Landes und ist seit 1993 Besitzer des Spitzenclubs Dynamo Kiew. Surkis gelte als zweilichtig - nicht zuletzt, weil Dynamo für ein Jahr gesperrt gewesen sei, weil 1995 versucht worden sei, einen Schiedsrichter mit teuren Pelzmänteln für ein Europacup-Spiel zu bestechen.

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Reinhard Grindel: Über Wert der Uhr wohl informiert

Grindel und Surkis, der auch die EM 2012 organisierte, kennen sich aus der Uefa-Exekutive. Daher habe der DFB-Chef die Uhr als privates Geschenk eines Freundes eingestuft. Der Wert der Uhr, so berichtet die "Bild" weiter, sei ihm angeblich nicht klar gewesen. Dagegen soll sein Büro Grindel über den Wert informiert und ihm geraten haben, die Uhr zurückzugeben. Diese Episode  gesellt sich zu den Vorwürfen, wonach Grindel Zusatzeinkünfte über 78.000 Euro als Aufsichtsratschef der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft in den Jahren 2016 und 2017 nicht publik gemacht haben soll. Wenngleich es für die jüngsten Vorwürfe noch keine unabhängige Bestätigung gibt, rüttelt das alles weiter an Grindels Glaubwürdigkeit.

Gerüchte über wachsenden Widerstand gegen ihn blieben von Grindel selbst am Abend unkommentiert. Gleichwohl war auch im feierlichen Ambiente von Dortmund Gegenwind für ihn spürbar. "Wenn man in solch einer Position ist und solche Dinge ans Licht kommen, sollte man zumindest Argumente haben, um sie so schnell wie möglich beiseite zu räumen", kritisierte Rekordnationalspieler Matthäus "beim DFB sollte man schneller entscheiden und die Geschichte nicht zu lang werden lassen. Beim DFB wird aber schon einmal gerne zu lange rumgeeiert." Im Laufe des Tages hatte bereits die Diskussion um mögliche Nachfolger Fahrt aufgenommen. Genannt wurden dabei unter anderem die beiden Ex-Nationalspieler Philipp Lahm und Christoph Metzelder - freilich ohne, dass es dazu eine Bestätigung gegeben hätte.

dho mit / DPA

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