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Kommentar

Fußball: Schalke gegen Frankfurt: Drei Gründe, warum dieses Spiel das ganze Elend der Saison verdeutlicht

Es war ein hartes Stück Arbeit, als neutraler Zuschauer das Pokalhalbfinale Schalke gegen Frankfurt zu verfolgen. Letztlich bot der Kick alles, was den Fan derzeit an der Liga verzweifeln lässt.

Schalke-Spieler protestieren vehement gegen die Aberkennung ihres Tores im Pokal gegen Frankfurt

Nicht nur die Schalke-Spieler um Franco di Santo (Mi.) konnten nicht glauben, was im Pokalspiel gegen Frankfurt passierte. Das Spiel spiegelte die Missstände der ganzen Saison wieder.

DPA

Jetzt werden wir mal ein bisschen unsachlich: Das Pokalhalbfinale zwischen dem FC Schalke und Eintracht Frankfurt war schlicht ein furchtbares Fußball-Spiel. So furchtbar, dass selbst in der Schlussphase wohl nur noch Schalke- und Frankfurt-Anhänger die Dramatik nachempfinden konnten. Die meisten neutralen Zuschauer hatten sich da längst müde geschaut (oder waren eingeschlafen oder hatten abgeschaltet) - zumal wir ja alle wissen, dass die Eintracht das Finale gegen die übermächtigen Bayern ziemlich sicher nicht gewinnen wird. Und dann gab's ja noch den schauerlichen Videobeweis.

Kurzum, in diesem Spiel war alles drin, was die zu Ende gehende Saison so schlecht gemacht hat.

Punkt 1: Fußball als Abnutzungskampf

Wer mag, kann beide Mannschaften dafür bewundern, dass sie "die Räume eng gemacht" und "nichts zugelassen" haben, dass sie "gut verschoben" haben. Wer sich daran erfreuen kann, der hat bestimmt auch jetzt nichts an Liga und Pokal auszusetzen. Alle anderen finden Fußball als Abnutzungskampf unattraktiv, nervig und langweilig. Im Abstiegskampf mag man das noch entschuldigen, dass zwei hochgelobte Trainer wie Domenico Tedesco (Schalke) und Niko Kovac (Frankfurt) mit diesem 1:0-Gekicke so erfolgreich sind. Dass sie mit ihren Teams und diesem Fußball in der Bundesliga-Spitze vertreten sind, das spricht nicht für die Liga.

Punkt 2: Fußball ist, wenn der FC Bayern gewinnt

Dass es so ist, ist natürlich weder Schalke noch Frankfurt vorzuwerfen: Glückwunsch an die Knappen zum fast sicheren Einzug in die Champions League, Glückwunsch an die Eintracht zum zweiten Pokalfinale in Folge. Der Erfolg gibt ihnen recht. Aber eines wird doch immer offensichtlicher: Die Konkurrenz versucht kaum noch, den Bayern Paroli zu bieten. Warum auch, wenn man mehr als den 2. Platz sowieso nicht erreichen kann. So gesehen geht's für die Eintracht im Finale nur noch um Schadensbegrenzung. Denn wer so vermessen ist, die übermächtigen Münchner doch mal ärgern zu wollen, dem ergeht es wie Bayer Leverkusen im anderen Halbfinale: 2:6! Der Tabellendritte! In einer erfolgreichen Phase! In einem Heimspiel! In bester Besetzung! Soviel zur These: In einem Spiel kann man die Bayern auch mal schlagen. Nicht (mehr) in dieser Liga. Dass alle außer den Bayern danach auch in Europa nichts auf die Reihe bekommen, sollte so gesehen nun wirklich niemanden mehr wundern.

Punkt 3: Ein Blödsinn namens Videobeweis

Und wer sich nicht schon genug über den Fußball ärgert, den man da zu sehen bekommt, für den gibt's ja noch den Videobeweis. Ist eine Szene strittig, so können die Videoaufzeichnungen die Sache klären, es wird alles gerechter. Statistisch, so werden die Befürworter nicht müde zu sagen, ist das auch so eingetreten. Gefühlt aber auf keinen Fall. Auch dafür war Schalke gegen Frankfurt ein beispielhaftes Spiel: Der Video-Schiri erzwingt eine Rote Karte für Frankfurts Gelson Fernandes, obwohl dessen - durchaus übles - Foul an Leon Goretzke bereits geahndet und mit Gelb bedacht war. Dafür hielt sich der Video-Assistent beim vermeintlichen Ausgleichstor der Schalker raus, obwohl es alles andere als eindeutig war, ob Schütze Franco di Santo den Ball mit der Hand gestoppt hat oder nicht. Jetzt diskutiert man halt über die Videobeweise statt über die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter - aber dafür lohnt der ganze Aufwand nun wirklich nicht.

"Geht's raus und spielt's Fußball" möchte man mit dem gealterten "Kaiser", mit Franz Beckenbauer, der Liga zurufen. Und nicht: "Geht's raus und lasst's nix zu", oder: "Geht's raus und schaut's Video". Die Liga hat sich verrannt. Das viel besungene "Premium-Produkt" ist keines mehr.

Reaktionen auf kuriosen Pfiff: "Wembley-Tor annulliert, Schalke doch Meister?" - Wie das Netz den Videobeweis zerlegt


dho/feh

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.