Schalke 04 Asamoah vor dem Rausschmiss


Nach einem "dramatischen Verstoß" gegen den Teamgeist droht Gerald Asamoah nach sieben Jahren auf Schalke das endgültige Aus. Am Dienstag entscheidet sich die Zukunft des Nationalspielers.

Im Streit zwischen Gerald Asamoah und dem FC Schalke 04 ist noch keine Annäherung in Sicht. Vor dem angekündigten Krisengespräch am Dienstag zeigten sich beide Seite unversöhnlich. "Es tut weh, so behandelt zu werden. Diese Maßnahme ist zu hart", erneuerte Nationalstürmer Asamoah im Fachmagazin "kicker" (Montag) seine Kritik am Ausschluss. Auch Manager Andreas Müller blieb im Anschluss an die 0:2-Schlappe des Revierclubs am Sonntag bei Hertha BSC zunächst unnachgiebig: "Das wird eine knallharte Runde. Der Ausgang ist offen. Es ist wichtig, dass die Mannschaft weiß, dass wir solche Dinge im Prinzip nicht dulden."

Eine Trennung zwischen Asamoah und dem Fußball-Bundesligisten erscheint nach dem derzeitigen Stand der Dinge zwar unwahrscheinlich, ist aber nicht auszuschließen. "Wir halten uns alles offen, auch das", sagte Müller mit dem Hinweis, dass Asamoah schon zwei Mal zuvor unangenehm aufgefallen sein soll. "Vielleicht", so Müller, "hätte man ihn da schon sanktionieren müssen".

"Die größte Enttäuschung meines Lebens"

Besonders groß war der Ärger des für das Bundesliga-Spiel in Berlin suspendierten Nationalspielers über die Indiskretion von Mitspielern: "Jetzt wissen alle, welcher Charakter in unserer Mannschaft steckt. Wenn solche Gespräche beim Trainer oder Manager landen, braucht man von Teamgeist nicht mehr zu sprechen. Und wenn nun zählt, was im Team über den Trainer oder den Manager gesprochen wird, muss man den ganzen Kader rausschmeißen."

Laut Vereinsmitteilung soll Asamoah in einem Gespräch mit einem Mitspieler damit gedroht haben, dem "Trainer in der Öffentlichkeit Probleme" zu bereiten, "wenn er nicht alsbald in der Bundesliga von Anfang an spielen würde". Über diese Aussage waren wenige Tage später Trainer Mirko Slomka und Manager Müller informiert worden. "Was hier passiert ist, ist die größte Enttäuschung meines Lebens", bemerkte der Spieler.

Slomka hofft, dass sich die Aufregung möglichst schnell legt: "Wir wollen die Sache vernünftig über die Bühne kriegen." Er habe ihn seit seiner Zeit als Jugendtrainer immer gefördert, betonte der Coach. Auch Torhüter Frank Rost ist an einer raschen Beilegung des Streits gelegen: "Das ist Schalke. Du denkst, da kommt nichts und dann wird man vor eine außergewöhnliche Situation gestellt. Diese Probleme muss man intern regeln."

DPA/kbe


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