Schalke 04 Die Jagd auf den Maulwurf

Auf Schalke dringen Mannschafts-Interna immer wieder nach außen. Kapitän Bordon hat den Kreis der Verdächtigen nun eingegrenzt. Der Maulwurf soll einer der Topstars der Königsblauen sein.

Auch eine Woche nach dem Wirbel um die vorübergehende Suspendierung von Gerald Asamoah kehrt beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 keine Ruhe ein. Kapitän Marcelo Bordon sorgt sich auch nach dem 2:0-Heimsieg am Samstag gegen den VfL Wolfsburg und trotz des zweiten Tabellen-Platzes um den Teamgeist. "Der Sieg gegen Wolfsburg war aus sportlicher Sicht sehr wichtig für Schalke, löst aber nicht unsere eigentlichen Probleme. Die liegen viel tiefer", sagte der 30 Jahre alte Brasilianer in einem Interview mit der "Sport-Bild" (Mittwoch-Ausgabe).

"Immer wieder neue Probleme"

Die Affäre um Asamoah und ihre Folgen hätten gezeigt, "dass wir individuell hohe Qualität haben, aber kein eingeschworenes Team sind. Wir können gemeinsam zwar Siege feiern. Doch bezweifle ich, dass nach derzeitigem Stand dauerhafter Erfolg möglich ist", sagte Bordon. Er beklagt vor allem, dass Interna aus dem Mannschaftskreis immer wieder nach außen dringen. Einen oder zwei Tage nach der Suspendierung Asamoahs habe der komplette Ablauf des Vorgangs mit allen Details in der Zeitung gestanden. "Das ist unglaublich. Der Informant kann nur aus der Mannschaft kommen."

Solange der "Maulwurf" nicht gefunden sei, würden "immer neue Probleme auftauchen" und es könne "kein uneingeschränktes Vertrauen zwischen den einzelnen Spielern" geben. "Doch genau das macht ein echtes Team erst aus. Daran müssen wir noch hart arbeiten", sagte Bordon, der zwischenzeitlich sogar seine Kapitänsbinde zurückgeben wollte. Auch dies sei publik geworden, obwohl nur der Mannschaftsrat mit Lincoln, Torhüter Frank Rost, Fabian Ernst und Mladen Krstajic sowie Trainer Mirko Slomka und Manager Andreas Müller bei der internen Besprechung dabei waren. Auf die Frage, ob dies den Kreis der Verdächtigen eingrenze, antwortete Bordon: "Es sieht so aus."

Bordon stärkt Slomka den Rücken

Der Kapitän will die weitere Entwicklung im Team genau beobachten. "Irgendwann macht der Maulwurf einen Fehler, und die Wahrheit kommt ans Licht. Dann muss der Verein knallhart durchgreifen", fordert Bordon, der von den Teamkollegen künftig mehr gegenseitige Akzeptanz und Respekt untereinander erwartet. Nur wenn alle ehrlich miteinander umgingen, habe "die Mannschaft auch den richtigen Charakter, um erfolgreich zu sein".

Vor dem UEFA-Pokal-Rückspiel am Donnerstag bei AS Nancy (Hinspiel 1:0) stärkte Bordon dem Coach ausdrücklich den Rücken. "Klar, bei einer Niederlage würden sofort wieder Spekulationen aufkommen. Aber Mirko Slomka ist ein guter Trainer und feiner Charakter. Lasst ihn einfach in Ruhe arbeiten."

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