HOME

32. Spieltag: Schalke hält Kurs, Rückschlag für Stuttgart

Bochum geputzt und auf den zweiten Tabellenplatz gestürmt: Schalke hat Kurs auf die Champions-League-Qualifikation gehalten und Bremen unter Zugzwang gesetzt. Stuttgart verspielte gegen Dortmund wichtige Punkt. Rostock verabschiedete sich mit einer Pleite gegen Hannover wohl aus Liga eins.

Mit dem 3:0 (1:0) im Revier-Derby beim VfL Bochum überflügelten die Königsblauen Werder Bremen in der Tabelle der Fußball-Bundesliga zumindest für 24 Stunden und revanchierten sich zugleich für die 1:2- Niederlage aus der Vorsaison, die sie damals den Titel gekostet hatte. Vor 31 328 Zuschauer im ausverkauften rewirpower-Stadion erzielten Gerald Asamoah (34.), Ivan Rakitic (67.) und Marcelo Bordon (85.) die Tore für die Gäste, die unter den Augen ihres künftigen Trainers Fred Rutten eine abgeklärte Vorstellung boten. Der VfL verließ trotz ansprechender Leistung erstmals seit dem 20. Oktober (1:2 gegen Bayern München) wieder als Verlierer den heimischen Rasen.

Die Gelsenkirchener blieben in einer kampfbetonten Partie den Nachweis seiner Champions League-Tauglichkeit zunächst schuldig. Erst nach einer halben Stunde Anlaufzeit und mit Asamoahs Tor fanden die Knappen in die Partie. Danach genügte ihnen ein routinierter Auftritt, um den Gegner sicher in Schach zu halten. Neben den Abräumern Jermaine Jones und Fabian Ernst wusste bei den Gästen vor allem Rakitic zu gefallen, der viel Übersicht bewies und sein drittes Bundesliga-Tor erzielte. Bochum bot dem Favoriten lange mit viel Einsatz Paroli, fügte sich aber am Ende in die Niederlage.

Bochum begann aggressiv

Die seit zehn Heimspielen ungeschlagenen Bochumer gingen aggressiv in die Partie und ließen dem Revier-Nachbarn wenig Raum, sein Kombinationsspiel aufzuziehen. In der 4. Minute bewahrte Keeper Manuel Neuer die Knappen vor dem drohenden Rückstand, als er einen Kopfball von Christoph Dabrowski aus kurzer Distanz entschärfte. Der wegen seiner Gesichtsverletzung mit einer Karbon-Maske spielende Mittelfeldakteur hatte sich im Luftduell gegen Rafinha durchgesetzt. Auch die zweite große VfL-Möglichkeit vergab Dabrowski (25.), der nach Zuspiel der Schalker Leihgabe Mimoun Azaouagh vorbeizielte. In ihrer stärksten Phase konnten die Bochumer dank Azaouagh und Shinji Ono auch spielerische Akzente setzen.

Jan Lastuvka, der im VfL-Tor etwas überraschend wieder den Vorzug vor Rene Renno bekommen hatte, blieb 34 Minuten lang fast ohne Beschäftigung. Dann überlistete ihn Asamoah, der nach Flanke von Ivan Rakitic unbedrängt einköpfen konnte. Durch das siebte Saisontor des Derby-erprobten Nationalspielers, der vom Interims-Trainerduo Büskens/Mulder den Vorzug vor Albert Streit erhalten hatte, gewann das Spiel der Schalker weiter an Sicherheit. Ein Fehler auf der rechten Abwehrseite des VfL leitete Mitte der zweiten Halbzeit die endgültige Entscheidung ein. Halil Altintop legte den Ball maßgerecht auf für Rakitic, der Lastuvka per Flachschuss überwand.

Stuttgart muss herben Rückschlag hinnehmen

Der VfB Stuttgart hat im Rennen um einen Uefa-Cup-Platz einen bitteren Rückschlag hinnehmen müssen. Ausgerechnet bei der zuletzt schwächelnden Mannschaft von Borussia Dortmund verloren die Schwaben verdientermaßen mit 2:3 (0:1) und kassierten damit die erste Niederlage bei den Westfalen seit 2002. Der Brasilianer Tinga (35.) sowie zweimal Alexander Frei (59. und 79.) erzielten die Treffer für die Schwarz-Gelben, während für das Team von Trainer Armin Veh Nationalspieler Mario Gomez seine Saisontreffer Nummer 17 und 18 (55. und 83.) markierte.

Die Dortmunder feierten mit einer starken Vorstellung Wiedergutmachung für den phasenweise desolaten Auftritt beim 0:0 am vergangenen Samstag an gleicher Stätte gegen den 1. FC Nürnberg. Trotz der Ausfälle von Torhüter Marc Ziegler, Sebastian Kehl, Florian Kringe und Torjäger Mladen Petric präsentierten sich die Gastgeber wesentlich aggressiver und auch spielfreudiger. Zwar agierten die Stuttgarter teilweise gefälliger und ließen den Ball gekonnt durch ihre Reihen laufen, doch in der Offensive blieb der VfB äußerst harmlos. Die in der Vergangenheit viel kritisierte Innenverteidigung der Borussen gab sich an diesem Abend kaum eine Blöße.

Rostock ist nur noch rechnerisch zu retten

Hansa Rostock ist im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wohl nicht mehr zu retten. Die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf kassierte mit dem 0:3 (0:1) bei Hannover 96 drei Spieltage vor Saisonende die vielleicht schon entscheidende Niederlage und hat nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Für das Tabellenschlusslicht war es die vierte Pleite in Folge und die siebte Niederlage in den letzten acht Begegnungen.

Dagegen setzte Hannover seinen Aufwärtstrend fort und rückte sogar für mindestens 24 Stunden auf Platz sieben vor. Durch Tore von Hanno Balitsch (19.) und Jan Rosenthal (47., 87.) dürfen die seit fünf Partien ungeschlagenen "96er" weiter Richtung UI-Cup schielen und damit auf die Teilnahme am internationalen Geschäft der kommenden Saison hoffen.

Cottbus verpasst endgültige Rettung

Der FC Energie Cottbus hat den Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst und muss weiter um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga bangen. Die Lausitzer kamen am Dienstag beim Karlsruher SC trotz Führung nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Stiven Rivic brachte die Gäste in der 60. Minute in Front. Fünf Minuten später glich Stefan Buck für den seit langem geretteten Aufsteiger aus. Energie, das noch nie in Karlsruhe gewinnen konnte, trennen nach der ersten Hälfte des 32. Spieltags vier Punkte von einem Abstiegsrang, bei einem Sieg des MSV Duisburg an diesem Mittwoch beim 1. FC Nürnberg könnte er auf einen Zähler schmilzen.

DPA/SID/tis / DPA

Wissenscommunity