Sonntagsspiele "Wölfe" beißen HSV von der Spitze


Der Hamburger SV ist die Tabellenführung wieder los: Mit drei Toren in 13 Minuten entzauberte der VfL Wolfsburg die Hamburger Comeback-Künstler. Hoffenheim schoss überforderte Dortmunder ab und stürmte auf den zweiten Tabellenplatz. Stuttgart ging als glücklicher Sieger aus dem Derby gegen Karlsruhe hervor.

Askhan Dejagah (15.), Alexander Madlung (22.) und Grafite (28.) nutzten im Nord-Derby zwischen Wolfsburg und dem HSV die ersten Chancen der Hausherren gegen den optisch überlegen erscheinenden Gegner aus der Hansestadt und sorgten für den sicheren 3:0 (3:0)-Erfolg der "Wölfe". Aufsteiger 1899 Hoffenheim mischt die Bundesliga weiter munter auf und ist auf den zweiten Tabellenplatz gestürmt. Beim verdienten 4:1 (2:0)-Erfolg über Borussia Dortmund brillierte das junge Team von Trainer Ralf Rangnick mit tollem Angriffsfußball. Im brisanten Derby zwischen Stuttgart und Karlsruhe waren Torjäger Mario Gomez und Joker Ciprian Marica die entscheidenden Spieler. Gomez (68. Minute) und der eingewechselte Rumäne (87.) erzielten beim 3:1 (1:1)-Erfolg die Treffer für die Schwaben, der sich damit auf Rang drei verbesserten.

Vor 30 000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena blieb Wolfsburg damit zum zwölften Mal in Folge ungeschlagen. In der Tabelle verbesserte sich das weiter ungeschlagene Team von Trainer Felix Magath durch den zweiten Liga-Saisonsieg auf Rang sechs. Der HSV hat nach der ersten Niederlage als Vierter einen Rückstand von einem Zählern auf den neuen Spitzenreiter FC Schalke 04.

Wolfsburg war extrem effektiv

"Wir haben gefühlt das Spiel kontrolliert. Wolfsburg kam drei, viermal vor das Tor und hat die Chancen eiskalt ausgenutzt", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer in der Pause. Schon nach 22 Minuten lag sein HSV mit 0:2 in Rückstand - wie bei den Siegen in Bielefeld und Leverkusen sowie dem Unentschieden im ersten Saisonspiel in München.

Das Führungstor der Hausherren durch den zweiten Saisontreffer von Dejagah war wie der Blitz aus heiterem Himmel gefallen. Die Hamburger bestimmten das Geschehen in der ersten Viertelstunde. Doch dann flankte Marcel Schäfer, Dejagah war schneller als Atouba und HSV- Keeper Frank Rost deshalb chancenlos. Auch beim 2:0 sah die nach dem mageren 0:0 im UEFA-Cup-Heimspiel gegen Unirea Urziceni veränderte Hintermannschaft der Hanseaten schlecht aus und leistete sich einen weiteren Abwehrfehler. Madlung schaltete im HSV-Strafraum am schnellsten und traf erstmals in dieser Spielzeit.

0:2 - wer gedacht hatte, dass der HSV nun die Aufholjagd starten würde, sah sich getäuscht. Mustergültig konterten die Wolfsburger den Gegner im eigenen Stadion aus. Der Basilianer Grafite erkämpfte sich den Ball, spielte Doppelpass mit Zvjezdan Misimovic und Rost aus. Erstmals in dieser Saison lagen die Hamburger somit mit 0:3 im Rückstand. Letztmals hatten sie solch einen Rückstand vor über 30 Jahren in Köln aufgeholt.

Klopps Änderungen brachten nichts ein

Drei Tage nach der bitteren 0:2-Heimschlappe im Uefa-Pokal gegen Udinese Calcio zog Dortmunds Trainer Jürgen Klopp Konsequenzen und stellte gleich auf sechs Positionen um. So fanden sich unter anderem überraschend auch Kapitän Sebastian Kehl und Spielmacher Tamas Hajnal beim Anpfiff auf der Reservebank wieder. Der BVB-Coach versprach sich von seinem Durchgreifen auch eine andere Einstellung bei seinen Akteuren, die im ersten Bundesliga-Duell zwischen beiden Mannschaften dennoch nach nur knapp fünf Minuten schon wieder hinten lagen. Ibisevic nutzte eine mustergültige Flanke von Tobias Weis zu seinem fünften Saisontreffer.

Die in Bestbesetzung angetretenen Hoffenheimer erwiesen sich mit der Führung im Rücken als das ballsichere und klar spielbestimmende Team. Dem gepflegten Fußball des Aufsteigers hatten die Westfalen nur Härte entgegenzusetzen. Einen der vielen daraus resultierenden Freistöße nutzte Salihovic mit einem strammen 18- Meter-Schuss zum 2:0. Auch die Einwechselung von Blaszczykowski und Bajram Sadrijaj bei den Dortmundern nach der Halbzeitpause brachte keine Besserung, Hoffenheim blieb die klar bessere Mannschaft. Und der erste Angriff gegen die noch unsortierte BVB-Abwehr erstickte Dortmunds Hoffnungen im Keim. Der nie zu bremsende Ba flankte und Ibisevic zog mit dem Leverkusener Patrick Helmes an der Spitze der Torjägerliste (je 6 Treffer) gleich. Hoffenheim konterte fortan eiskalt. Der von Gustavo glänzend freigespielte Carlos Eduardo setzte noch einen drauf und rundete mit dem vierten Treffer den Jubeltag für 1899 ab.

Für den Karlsruher SC hat sich in Stuttgart nichts geändert. Seit über vierzig Jahren haben die Badener nicht mehr beim Erzrivalen gewonnen. Von der erwarteten Brisanz nach zuletzt emotionsgeladenen Duellen war nur wenig zu spüren. Die Streithähne Gomez und Maik Franz, die beim letzten Duell im Februar noch heftig aneinandergeraten waren, gingen sich zumeist aus dem Weg. Torjäger Mario Gomez, Joker Ciprian Marica und Sami Khedira sorgten für die Treffer. Stuttgart hält damit Kontakt zur Spitze.

DPA/tis DPA

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