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Sonntagsspiele: Stuttgart stürmt an die Spitze

Der VfB Stuttgart hat mit einem Sieg bei Hannover 96 die Tabellenführung übernommen. Nach einer mäßigen ersten Halbzeit konnten die Schwaben einen Rückstand drehen. Nürnberg gab leichtfertig einen sicher geglaubten Sieg aus der Hand.

Der VfB Stuttgart hat Werder Bremen von der Spitze der Fußball-Bundesliga gestürzt. Mit einem Doppelschlag innerhallb von fünf Minuten kurz nach der Pause sorgten Thomas Hitzlsperger (49.) und Cacau (54.) mit ihren Toren für den vierten Auswärtssieg der Schwaben in dieser Saison. Vier Tage nach dem Überraschungserfolg in München konnte Hannover beim 1:2 (1:0) gegen das nächste Spitzenteam nur in der ersten Halbzeit mithalten. Der junge Jan Rosenthal (13.) hatte vor 28 847 Zuschauern in der AWD-Arena das hochverdiente Führungtor erzielt.

"Hannover hat in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt. Wir haben gewusst, dass wir nach der Pause zulegen können. Die Mannschaft weiß, dass sie zurückkommen kann", sagte Stuttgarts Trainer Armin Veh nach der Partie. Angesichts eines Tänzchens, das die Stuttgarter Spieler nach dem Spiel auf dem Rasen aufführten, warnte Schlussmann Timo Hildebrand: "Wir müssen auf dem Boden bleiben, die Saison ist noch lang". Hannovers Trainer Dieter Hecking war enttäuscht: "Wir haben das Spiel in acht Minuten verloren. Wir haben in acht Minuten all das falsch gemacht, was man falsch machen kann. Das hat Stuttgart eiskalt ausgenutzt".

Hannover bleibt auf Abstiegsplatz

Hannover bleibt nach der sechsten Saison-Niederlage als Tabellen-15. auf einem Abstiegsplatz. Die Stuttgarter haben nach dem zwölften Spieltag und dem dank einer starken zweiten Hälfte hoch verdienten Sieg mit 24 Punkten einen Zähler Vorsprung auf das punktgleiche Führungs-Duo Werder Bremen und Schalke 04.

Die "Jungen Wilden" von Armin Veh begannen stürmisch. Mario Gomez schob nach einem Steilpass von Thomas Hitzlsperger bereits in der 5. Minute den Ball am herausstürzenden 96er-Keeper Robert Enke, aber auch am langen Pfosten vorbei. Danach hatten die Hausherren Glück, denn Schiedsrichter Jochen Drees (Mainz) verweigerte in seinem erst achten Bundesligaspiel den von den Schwaben-Fans geforderten Strafstoß. Gomez (7.) war nach einer Attacke von Hanno Balitsch elfmeterwürdig gefallen.

Hannover ging überraschend in Führung

Wie der Blitz aus heiterem Himmel fiel danach der 96er-Führungstreffer. Auf der linken Seite hatte sich Michael Tarnat fein durchgesetzt. Seine Flanke nutzte der erst 20-jährige Rosenthal und schaffte sein zweites Bundesliga-Tor. Gegen den platzierten Flachschuss war VfB-Keeper Timo Hildebrand in seinem 200. Bundesligaspiel chancenlos. Auch sieben Minuten später wäre der 27- Jährige machtlos gewesen, als Rosenthal wiederum nach Tarnat-Flanke abzog, aber knapp am Tor vorbeizielt. Auch Jiri Stajner (38.) konnte eine Hereingabe des überragenden Tarnat nicht verwerten.

Nach der Pause zeigte der VfB sein wahres Gesicht. Nach einer Cacau-Flanke schafft Hitzlsperger mit einem Volleyschuss aus neun Metern den Ausgleich. Wenig später traf Gomez den Pfosten und Cacau staubte ab. In der 64. Minute bewahrte Enke sein Team vor den Augen von Bundestorwartrainer Andreas Köpke vor einem höheren Rückstand. Er parierte glänzend gegen Gomez, dann rettete Frank Fahrenhorst auf der Linie. In der Schlussphase warf Hannover alles nach vorne, Hildebrand hatte wiederholt die Möglichkeit sich auszuzeichnen und konnte genau wie Enke Werbung in eigener Sache machen für das Länderspiel der deutschen Elf auf Zypern. Hitzlsperger dagegen sah in der 89. Minute völlig zu Recht die Gelb-Rote Karte nach wiederholtem Foulspiel.

Nürnberg verschenkt den Sieg

Rainer Plaßhenrich hat Alemannia Aachen vor der vierten Heimpleite bewahrt und dem 1. FC Nürnberg den schon sicher scheinenden ersten Sieg in der Fußball-Bundesliga seit August entrissen. Der 29-jährige Mittelfeldspieler traf in der 90. Minute zum 1:1 (0:1) des Aufsteigers gegen die Franken, die vor 20 800 Zuschauern am ausverkauften Tivoli drei Punkte leichtfertig verschenkten. Mit seinem ersten Bundesliga-Tor hatte Tomas Galasek (29.) den nun seit zehn Spielen sieglosen "Club" in Führung gebracht. Die Alemannia erkämpfte den Zähler mit zehn Mann, nachdem Nico Herzig wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah (71.).

"Nürnberg hat ein sehr gutes Spiel geboten und hätte den Sack zumachen müssen. Aber meine Mannschaft hat Moral gezeigt und bis zum Schluss an sich geglaubt", freute sich Aachens Coach Michael Frontzeck über den Zähler. Dagegen verstand Nürnbergs Abwehrspieler Dominik Reinhardt die Welt nicht mehr: "Wir schaffen es einfach nicht, vorne die Tore zu machen und kriegen dann hinten so ein blödes Ding rein. Das müssen wir endlich mal abstellen."

Michael Rossmann/DPA/tis / DPA

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