Uefa-Pokal Bundesliga-Trio träumt vom Viertelfinale


Die Gruppenphase ist vorbei, jetzt geht es im Uefa-Cup im K.o.-System weiter. Die deutschen Vertreter Stuttgart, Schalke und Aachen wollen bereits in ihren Achtelfinal-Hinspielen die Weichen fürs Weiterkommen stellen.

Es wird wieder ernst für die Bundesliga-Vertreter auf Europas Fußballbühne. Bevor die Champions-League nächste Woche ihre Tore öffnet, müssen der VfB Stuttgart und der FC Schalke 04 bereits am heutigen Mittwochabend sowie Alemania Aachen am Donnerstag im Uefa-Cup ran. Nach Beendigung der Gruppenphase geht es in diesem Wettbewerb nun im K.-o.-System weiter. Sowohl die Stuttgarter als auch Meisterschaftsaspirant Schalke treten ihre Auswärtspartien in Italien beim FC Parma beziehungsweise in der Ukraine bei Schachtjor Donezk allerdings nicht ganz sorgenfrei an. Zweitligist Aachen hat bereits jetzt schon vor der Partie gegen den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar die eigenen Erwartungen mehr als übertroffen.

Fragezeichen hinter Kuranyi

Der VfB Stuttgart muss im Hinspiel des Uefa-Cup-Achtelfinales beim FC Parma auf Nationalspieler Andreas Hinkel verzichten. Der 22 Jahre alte Verteidiger zog sich einen grippalen Infekt zu. Offen ist noch, ob Kevin Kuranyi mitwirken kann. Wie wichtig der Nationalstürmer für die Schwaben ist, zeigte sich am vergangenen Samstag im Bundesligaspiel beim Hamburger SV. Dort musste Kuranyi bei der 1:2-Niederlage wegen einer Adduktorenverletzung passen.

VfB-Trainer Matthias Sammer hofft, sich beim Tabellen-18. der Seria A das zuletzt in der Bundesliga ausgebliebene Erfolgserlebnis zu holen. Nach nur vier Punkten aus den bisher vier absolvierten vier Rückrundenpartien steht Sammer mit seiner Mannschaft unter Zugzwang. Obwohl der FC Parma derzeit gegen den Abstieg kämpft, dürfte es für die Stuttgarter alles andere als ein Spaziergang in Italien werden.

Sammer scheint sich dessen bewusst zu sein und lässt sich nicht vom derzeitigen Tabellenstand des Gegners täuschen. "Parma ist eine harte Nuss", so der VfB-Coach. Besonders aufpassen muss die Stuttgarter Abwehr auf Parmas Torjäger Alberto Gilardino, der in der laufenden Saison bereits zwölf Mal getroffen hat. Im Vorfeld hat dieser den VfB schon einmal gewarnt: "Mit diesem Kader ist es ein Witz, dass wir in der Abstiegszone stecken. Doch ich werde Parma mit meinen Toren da unten rausholen. Auch die Stuttgarter sollten sich nicht zu sicher fühlen."

Anders als der VfB Stuttgart reiste der FC Schalke mit breiter Brust in die Ukraine. Rechtzeitig zur Partie gegen den ukrainischen Vizemeister aus Donezk haben die Königsblauen am vergangenen Wochenende mit dem 3:0-Heimerfolg über den VfL Wolfsburg zurück in die Erfolgsspur gefunden. Die gute Stimmung bei den Schalkern wird allerdings etwas durch den Ausfall von Spielmacher Lincoln (Adduktorenzerrung) und Abwehchef Marcelo Bordon (Achillessehnen-Beschwerden) geschmälert. Dennoch gibt sich Trainer Ralf Rangnick optimistisch und verspricht "eine schlagkräftige Mannschaft" ins Spiel zu schicken.

Ein Vorteil für Schalke könnte sein, dass die ukrainische Liga noch bis März in der Winterpause steckt und Gegner Donezk somit noch über keine Spielpraxis in diesem Jahr verfügt. Genau darauf spekuliert auch Schalke-Stürmer Ebbe Sand: "Die haben keine Wettkampfpraxis, da können sie noch so viele Freundschaftsspiele machen." Einen weiteren Vorteil sieht der Dänen darin, dass seine Mannschaft zuerst auswärts antreten muss.

Teuerer Neuzugang aus Brasilien

Unterschätzen sollten die Schalker Donezk dennoch nicht. Immerhin spielten die Ukrainer in dieser Saison bereits in der Gruppenphase der Champions-League. Als Drittplazierter konnten sich der Ex-Klub von Bernd Schuster allerdings nicht für die nächste Runde qualifizieren und rutschte in den Uefa-Cup. Außerdem hat Donezk im Winter noch einmal kräftig auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Aus Brasilien kam für zehn Millionen Dollar Spielmacher Elano Blumer vom FC Santos. Ob der teuere Neuzugang gegen Schalke bereits zum Einsatz kommt, ist allerdings noch fraglich. Elano verpasste die komplette Vorbereitung von Donezk und dürfte zudem noch einige Zeit brauchen, um sich an den kalten ukrainischen Winter zu gewöhnen.

Die Überraschungs-Mannschaft von Alemannia Aachen greift einen Tag später als Stuttgart und Schalke ins Geschehen ein. Der Zweitligist empfängt im Kölner RheinEnergie-Stadion den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar. Alkmaar ist Tabellenzweiter in der Ehrendivision und dort seit 19 Spielen ungeschlagen. Die Aachener, erster Zweitligist in der dritten Uefa-Cup-Runde überhaupt, haben sich an ihre lukrative Reise durch Europa gewöhnt und sich dabei saniert.

Duell mit Schalke in Sichtweite

Inklusive der zwei Alkmaar-Spiele hat die Alemannia rund zwei Millionen Euro eingenommen und sich damit entschuldet. Für die Partie gegen Alkmaar waren bis zum Dienstag schon 30.000 Karten verkauft. Damit wird Aachen seinen Zuschauerrekord für internationale Spiele (25.300) übertreffen und mindestens 45.000 Euro für die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien spenden. Sollte der Zweitliga-Vierte eine weitere Überraschung schaffen, winkt im Achtelfinale ein Vergleich mit dem großen Nachbarn Schalke 04 und ein volles Haus.

Kai Behrmann mit Material von DPA


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