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Union-Partie gegen Malmö fast abgebrochen - "Grenzen sind überschritten worden"

FBL-EUR-C3-MALMO-UNION BERLIN
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© Getty Images
Beim Auswärtsspiel von Union Berlin in Malmö kam es zu Fan-Ausschreitungen. Die Europa-League-Partie musste unterbrochen werden. Die Union-Verantwortlichen zeigen sich wütend.

Für Union Berlin ist jedes Spiel in der Europa League ein Highlight, insbesondere wenn es gewonnen wird. Doch trotz des 0:1-Auswärtserfolges in Malmö stand der Fast-Abbruch der Partie wegen einiger Fan-Chaoten im Fokus. Neben Pyro-Würfen landeten auch Böller auf dem Spielfeld.

Wer hätte vor zwei, drei Jahren gedacht, dass Union Berlin in der Europa League aufspielen würde? Wohl so gut wie niemand. Umso besonderer sind die Spiele, die der Verein in der laufenden Saison im internationalen Wettbewerb bestreiten darf.

Am Donnerstagabend zeigte sich Union dabei auch erstmals sportlich in einem guten Licht. Nach zwei Auftakt-Niederlagen gegen Braga und Saint-Gilloise konnte mit 1:0 beim schwedischen Malmö FF gewonnen werden. Und dennoch blieb von dem sportlich positiven Zeichen nur wenig übrig - immerhin musste das Spiel vorrangig wegen einiger Berlin-Fans fast abgebrochen werden.

Etwa eine Stunde der Partie war gespielt, als es zum Chaos kam. Eine Gruppe in Schwarz gehüllter Chaoten fing zunächst an, ordentlich Pyrotechnik abzufackeln. Das viel größere Problem jedoch: Schnell wurde klar, dass diese mitgereisten "Fans" noch weitere Unruhe stiften wollten.

Kurz darauf flogen Sitzschalen aus dem Gästebereich in Richtung der angrenzenden Blöcke, Böller explodierten - teils auch direkt neben den Polizisten, die sicherheitshalber angelaufen kamen. Einige Explosionen später wurden die Mannschaften zurück in die Kabinen geschickt. Dass Malmö-Anhänger, die eine Fanfreundschaft mit Hertha BSC pflegen, entsprechende Banner schwenkten, half zwar nicht bei der Deeskalation, ist aber zugleich keineswegs als Entschuldigung für die Ausschreitungen zu sehen.

Schnell wurde klar: Die Partie könnte abgebrochen werden, wenn nicht schleunigst wieder Ruhe einkehrt. Die Polizei sorgte für einen Puffer zwischen dem Union-Block und den Fan-Bereichen rundherum. Nachdem die Spieler zurückkehrten, richtete sich der Fokus auch wieder auf das Geschehen auf dem Platz.

"Beschämend": Union-Verantwortliche wüten über Chaoten-Auftritt in Malmö

"Feuerwerk auf Menschen zu richten, das geht zu weit. Dass eine Minderheit es immer wieder hinbekommt, dass man nicht über die tolle Leistung der Mannschaft spricht, da fehlen mir die Worte. Das finde ich beschämend", zeigte sich Urs Fischer nach der Partie enttäuscht (via Tagesspiegel).

Auch Union-Präsident Dirk Zingler wählte klare Worte (via Bild): "Heute sind Grenzen überschritten worden. Das akzeptiere ich nicht. Es waren welche aus unserem Block, deswegen übernehmen wir die Verantwortung, das ist ganz klar. Wir werden bestraft, das ist auch ganz klar."

Dennoch betonte er, dass es auch falsch wäre, alle 1.200 mitgereisten Fans der Eisernen "unter Generalverdacht zu stellen". Zudem stellte er fest, dass durch einen "vollkommen unterbesetzten Veranstalter" auch "vieles möglich" gewesen sei. Und trotzdem: "Wir können es nicht auf den schieben, der wenig Einsatzkräfte einsetzt. Wir müssen die Verantwortung schon selbst übernehmen."

Angst vor einem Geisterspiel als etwaige Strafe hat Zingler jedoch nicht: "Das glaube ich nicht. Wir sind noch Frischlinge, die nicht auf Bewährung oder vorbestraft sind." Die Vorfälle sollten Union als Verein allerdings "wachrütteln". Ein derartiges Verhalten akzeptiere er nicht, das sei ein Tabu-Bruch gewesen.

Abseits der Randale war der Auswärtssieg für den Bundesligisten von großer Bedeutung. So kommen die Berliner nochmal näher an die ersten beiden Plätze, die den Einzug in die nächste Runde oder zumindest in die Playoffs ermöglichen. Vor dem Rückrundenstart der Gruppenphase sind es drei Zähler Abstand auf Platz zwei und sechs Zähler auf den ersten Platz.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf 90min.com/DE als Union-Partie gegen Malmö fast abgebrochen - "Grenzen sind überschritten worden" veröffentlicht.

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