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Vereine wehren sich gegen Vorschlag: "Sicherheits-Euro" für gewalttätige Fußballfans

Mit der Idee eines "Sicherheits-Euros" als Aufschlag auf den Eintritt bei Fußballspielen stößt Baden- Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) bei Erst- und Zweitligisten im Land auf Widerstand.

Mit der Idee eines "Sicherheits-Euros" als Aufschlag auf den Eintritt bei Fußballspielen stößt Baden- Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) bei Erst- und Zweitligisten im Land auf Widerstand. "Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren", sagte Sportdirektor Dirk Dufner vom SC Freiburg der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Die Politik tut immer so, als ob wir die Verursacher von Gewalt sind und dann auch zahlen müssen. Das stimmt aber nicht." Gewalt sei ein soziales Problem, das beim Fußball eine Bühne habe und dort ausgelebt werde. "Wir sind doch eh' schon die Idioten, die das aushalten müssen. Während Opernhäuser oder Theater mit Millionen subventioniert werden, finanzieren wir alles selbst und haben das gesellschaftliche Problem."

Rech hatte kürzlich erneut ins Spiel gebracht, einen Aufschlag auf Eintrittskarten bei Fußballspielen und möglicherweise auch anderen sportlichen Großveranstaltungen zu erheben. Er könne sich vorstellen, das Geld für die Schulung und bessere Ausrüstung von Ordnungsdiensten sowie für bauliche Veränderungen zu verwenden. Dufner dagegen möchte "die Frage andersherum stellen: Wie wäre es denn, wenn wir Geld dafür kriegen, dass wir das Problem haben? Wir sind doch praktisch die Streetworker", sagte er.

Auch Oliver Schraft, Mediendirektor des VfB Stuttgart, übte Kritik an Rech. "Es wäre schön gewesen, wenn er vor seinem Vorschlag den Dialog mit uns gesucht hätte", sagte Schraft. "Der VfB entrichtet schon genug Steuern und Abgaben. Außerdem ist das Sicherheitskonzept für die Mercedes-Benz-Arena mit den Sicherheitsbehörden abgestimmt."

Abwägender reagierte Jan Schindelmeister. "Es ist nachvollziehbar, dass der Staat nach weiteren Quellen sucht, wenn die Kosten hoch und die Mittel begrenzt sind", sagte der Manager von 1899 Hoffenheim. "Andererseits ist das Vorgehen gegen Gewalttäter eine hoheitliche Aufgabe des Staates." Würden Menschen mit dem Vorsatz in ein Stadion gehen, Gewalttaten zu begehen, sei der Staat gefordert. "Und er muss die Einsätze auch finanzieren."

Paul Metzger findet Rechs Idee dagegen überlegenswert. "Wenn man durch einen zusätzlichen Euro gewährleistet, dass es in den Stadien mehr Sicherheit gibt, dann macht sich das für alle bezahlt", sagte der Präsident des Zweitligisten Karlsruher SC.

DPA / DPA

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