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VfL Wolfsburg: Fach und Strunz müssen gehen

Und schon wieder muss ein Bundesliga-Trainer das Spielfeld räumen: Der VfL Wolfsburg trennt sich von Trainer Holger Fach. Auch für Manager Thomas Strunz ist das Spiel bei den Wölfen zu Ende.

Die an Kuriositäten reiche Geschichte von Entlassungen in der Fußball-Bundesliga hat eine neue Variante: Mit einem Doppelschlag trennte sich der VfL Wolfsburg am Montag von Manager Thomas Strunz (37) und Trainer Holger Fach (43). Führungslos taumelt der Club, der eine 90-prozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG ist, dem Abstieg entgegen. Es ist bereits die achte Trainerentlassung der Saison und der zweite Managerposten, der frei wird.

Mit den Entlassungen zog der Club die Reißleine und beendete das Kapitel Strunz bereits nach nicht einmal einem Jahr. "Die Beteiligten zogen damit die Konsequenz aus der aktuellen sportlichen Situation", hieß es in einer Mitteilung des VfL, der nach der schlechtesten Bundesliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte derzeit 13. der Tabelle ist. Über eine Nachfolge sei noch nicht entschieden.

Grandios gescheitert

Der ehemalige Spieler des FC Bayern München hatte offiziell am 1. Januar dieses Jahres in Wolfsburg angefangen - und scheiterte bei seinem ersten Job in der Bundesliga grandios. Strunz kam, als der Verein Vierter der Fußball-Bundesliga war, und sprach von Meisterschaftsambitionen. Doch nach einer anschließenden Talfahrt und monatelangem Streit mit Trainer Erik Gerets schmiss dieser das Handtuch.

Strunz wollte einen Neuanfang und holte Holger Fach, der zuvor in Mönchengladbach entlassen worden war. Mit dem neuen Coach wurde der VfL schließlich gerade noch Neunter und musste sich mit dem UI-Cup begnügen. Mit mehreren Millionen Euro holte der Manager zu Saisonbeginn acht neue Spieler, der Erfolg blieb allerdings weiter aus. Sowohl Strunz als auch Fach eckten mit ihrer ruppigen Art immer wieder an. Bei den Spielern war vor allem der Manager in die Kritik geraten, weil er Interna in die Öffentlichkeit getragen hatte.

Aufsichtsrat zieht Konsequenzen

Nach zuletzt acht Partien ohne Sieg zog der Aufsichtsrat nun die Konsequenzen. Weitere Kommentare verweigerte das Führungsgremium. Der Aufsichtsrat wird wissen warum, denn mit der Doppel-Entlassung musste auch die mit hochkarätigen VW-Managern besetzte Führungsspitze ihr Scheitern eingestehen. Das Experiment mit dem unerfahrenen Strunz ist gescheitert.

Der größte Automobil-Hersteller Europas wollte mit seinem Werksteam in die Champions League, schafft aber gerade einmal Mittelmaß in der nationalen Liga. Nur sechs Punkte trennen den Club von einem Abstiegsplatz. Mit Strunz wurde nach Vereinsangaben eine Aufhebung des Dienstvertrages mit sofortiger Wirkung vereinbart. Trainer Fach, der im Juni gekommen war, wurde freigestellt. Er ist der 301. Erstliga-Coach, der vorzeitig gehen muss.

DPA / DPA

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