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Francesco Totti: Auf dem Weg zum Gipfel

Wenn das keine erfolgreiche Regeneration ist: Nach seinem Wadenbeinbruch im Frühjahr steht der italienische Spielmacher Francesco Totti im WM-Finale. Gegen Frankreich will er nun Geschichte schreiben.

Auch nachdem er seine Mannschaft mit einem Elfmeter in der letzten Minute gegen Australien ins WM-Viertelfinale geschossen hatte, blieb für Francesco Totti der Gewinn der italienischen Meisterschaft mit dem AS Rom vor fünf Jahren das Karriere-Highlight. Doch am Sonntag könnte sich das ändern: Nach dem 2:0-Halbfinalsieg gegen Deutschland steht Totti mit seiner "Squadra Azzurra" im Endspiel und könnte am Sonntag in Berlin den vierten WM-Titel für Italien holen.

Totti, der sich noch immer von einem Wadenbeinbruch erholt, spielte im Halbfinale gegen Deutschland 120 Minuten. Nach dem Abpfiff freute sich der 29-Jährige über "die Verwirklichung eines Traumes. Wir brauchen nur noch ein kleines bisschen mehr, um Geschichte zu schreiben". In den ersten beiden Minuten der Verlängerung trafen die Italiener zunächst den Pfosten und dann die Latte, der deutsche Keeper Jens Lehmann war beide Male schon überwunden. Spätestens beim zweiten Lattentreffer sei ihm mulmig geworden, berichtete Totti. "Aber wir haben weiter an uns geglaubt und weiter angegriffen, und dann kamen die Tore."

"Es war ein unbeschreibliches Gefühl"

Der Führungstreffer fiel erst in der 119. Minute durch Fabio Grosso, zwei Minuten später sorgte Alessandro Del Piero für die endgültige Entscheidung. "Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Vor dem ersten Tor habe ich mir schon überlegt, wie ich den Elfmeter schießen würde", sagte Totti. Der Spielmacher vom AS Rom lieferte in seinem 57. Länderspiel eine gute erste Halbzeit, wirkte - wie der Großteil seiner Mannschaft - in Hälfte zwei aber müde.

Beim ihm ist es auch die Nachwirkung der Verletzung: Sein Wadenbein wird noch von zehn Schrauben und einer Metallplatte zusammengehalten. Dass er ihm Achtelfinale gegen Australien erst auf der Bank schmoren musste, hatte er seinem Trainer Marcello Lippi sichtlich übel genommen. Nach dem Triumph vom Dienstag änderte er seine Meinung. "Lippi hat immer an mich geglaubt und dafür danke ich ihm." Lippi habe ihn auch während der Verletzungsphase nicht aufgegeben. "Und jetzt fahren wir zusammen nach Berlin."

Andrew Dampf/AP / AP

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