Kahn-Kritik Trösterchen für Muffel-Kahn


Oliver Kahn hat Verständnis-Probleme. In einem Interview griff er Klinsmann an, weil er zum Bankdrücker im DFB-Team umfunktioniert wurde. Der Bundestrainer reagiert allerdings gelassen und nennt Kahn weiterhin einen "wichtigen Spieler".

"Für Olli Kahn ist es sehr hart, er fühlt sich immer noch als die Nummer eins. Ich habe überhaupt kein Problem mit ihm, im Gegenteil: Er füllt eine sehr wichtige Rolle bei uns im Team aus", sagte Klinsmann auf der obligatorischen DFB-Pressekonferenz in Berlin. Außerdem lobte er Kahn, wie auch bereits in den vergangenen Wochen, für dessen "große Professionalität". Er sei nach wie vor eine "große Hilfe" für das gesamte Team. Auch habe es mehere Gespräche mit ihm gegeben. Damit war das Thema Oliver Kahn für den Bundestrainer erledigt.

Die ehemalige Nummer Eins sprach in einem Interview mit dem "Spiegel" über seine schwierige Position als Ersatztorhüter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. "Auf der einen Seite versuche ich immer zu tun, was für die Mannschaft nötig ist, weil ich mich selbst zurücknehmen kann. Auf der anderen Seite habe ich ihm deutlich gesagt, dass ich das nie nachvollziehen und verstehen werde, warum ich nicht mehr die Nummer eins bin", sagte Kahn in der neuesten Ausgabe des Nachrichtenmagazins.

"Es gab nie eine Erklärung"

Es habe "nie eine Erklärung" für die Zurückversetzung gegeben. "Es gab nur die Aussage: Wir machen das jetzt mal mit Jens Lehmann, der Jens ist die Nummer eins bei der WM. Man sprach von einem 'Tick', den er besser sein solle. Entschuldigung, aber wechselt man die langjährige Nummer eins aus, wenn diese konstant spielt, wenn ein anderer einen 'Tick' besser sein soll? Das ist für mich keine Begründung", sagte der 37 Jahre alte Torhüter von Bayern München.

Es war am vergangenen Samstag während des Viertelfinalspiels gegen Schweden nicht zu übersehen, dass Kahn entgegen der positiven Außendarstellung der DFB-Elf mit seiner Reservisten-Rolle Probleme hat. Sogar die "Bild"-Zeitung, dem früheren Torwart-Titan stets wohl gesonnen, bezeichnete ihn als "Oliver-Gries-Kahn". Er saß auf der Bank ohne eine Regung zu zeigen über den furiosen Angriffswirbel der Deutschen.

tis mit DPA

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