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Randale in Stuttgart: Engländer zu Gast bei Freunden

In Stuttgart haben erneut britische Hooligans randaliert und sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die griff hart durch und nahm rund 400 Schlachtenbummler in Gewahrsam.

Nach Krawallen hat die Stuttgarter Polizei am Samstag fast 400 englische Fans in Gewahrsam genommen, die in der Innenstadt randaliert hatten. Gegen die Schlachtenbummler wurde bis einschließlich Montag ein Platzverweis ausgesprochen. In Berlin blieb es trotz Rekordbesuch auf der dortigen Fan-Meile ruhig, es kam lediglich zu 20 Festnahmen.

Die betrunkenen englischen Fußballanhänger hatten in Stuttgart nach dem Spiel Deutschland - Schweden (2:0) in der Innenstadt randaliert. Erneut flogen Stühle, Tische und Flaschen - es gab fünf Verletzte. Auch einige deutsche Fans seien an den Auseinandersetzungen beteiligt gewesen und in Gewahrsam genommen worden. Rund 250 Polizisten hatten die Schlachtenbummler über mehrere Stunden eingekesselt und dann 378 Menschen nach und nach weggebracht.

Unterdessen wurde die Prüfung der 122 Engländer, die bereits in der Nacht zum Samstag nach Ausschreitungen in Gewahrsam genommen worden waren, abgeschlossen. 117 von ihnen bleiben bis Montag festgesetzt. "Sie wurden auf verschiedene Gefängnisse verteilt", sagte der Polizeisprecher weiter. Fünf Randalierer kamen frei.

Neue Belastungsprobe

Am Sonntag muss die Stuttgarter Polizei eine neue Belastungsprobe bestehen: Zum Spiel der englischen Mannschaft gegen Ecuador, dem fünften WM-Spiel in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, werden bis zu 60.000 Engländer und bis zu 15.000 Ecuadorianer erwartet. Die Polizei sei darauf eingestellt, dass es wieder zu Zwischenfällen mit Betrunkenen kommen kann, sagte ein Sprecher. 1900 Beamte sollen im Einsatz sein.

Für zwei britische Schlachtenbummler hat die geplante Reise zum Achtelfinalspiel ihrer Mannschaft gegen Ecuador am Sonntag in Stuttgart schon in München ihr Ende gefunden. Wie die Bundespolizei am Morgen mitteilte, waren die beiden Briten bereits am Samstag bei der Einreise am Münchner Flughafen aus dem Verkehr gezogen und zurück nach London geschickt worden. Beide waren den Angaben zufolge bereits in der Vergangenheit wegen gefährlicher Körperverletzung und Aufruhr polizeilich in Erscheinung getreten.

Friedliches Fan-Fest in Berlin

Die Berliner Polizei hat den Fußballfans in der Hauptstadt ein "absolut spitzenmäßiges Verhalten" bescheinigt. Obwohl die Partymeile am Brandenburger Tor wegen des Massenandrangs am Samstag zum Münchner WM-Achtelfinale Deutschland - Schweden (2:0) mit einer dreiviertel Million Menschen dicht war, feierten rund 250.000 Enthusiasten außerhalb rund um die Meile völlig entspannt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. "Wir sind hellauf begeistert von den friedlichen Fußball-Fans."

Ansturm der Massen

Laut Polizei gab es am Vortag nur knapp 20 Festnahmen bei dem riesigen Fußball-Fest in Berlin. Die Beamten schritten ein wegen Diebstahls, Körperverletzung und Drogenmissbrauchs. Auch bengalische Feuer wurden beschlagnahmt. Angesichts der Massen sei die Zahl der Delikte sehr gering.

Mit Blick auf das Viertelfinalspiel Deutschland - Argentinien am Freitag im Berliner Olympiastadion bereitet sich die Polizei wieder auf einen Ansturm der Massen vor. "Es wird schwer, die Ströme zu bändigen", sagte der Sprecher. Die Fanmeile müsse geschlossen werden, wenn die Kapazitäts-Obergrenze erreicht ist.

DPA/AP / AP / DPA

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