Fußball-WM - Gruppe B Kampf ums zweite Ticket


Nach zwei Siegen steht Argentinien in der Gruppe B beinahe vor dem Einzug ins Achtelfinale. Diego Maradona will einige Stammspieler gegen Griechenland schonen. Rehhagels Team, Südkorea und Nigeria wollen alle das zweite Ticket fürs Achtelfinale erkämpfen.

Argentinien will mit einer erstmals von Lionel Messi als Kapitän angeführten "B-Elf" in die nächste Runde stürmen. Der Konkurrenz aus Südkorea, Griechenland und Nigeria bleibt wohl nur der Kampf um das zweite Achtelfinal-Ticket. Beim Showdown in der Gruppe B an diesem Dienstag (20.30 Uhr, ZDF/Sky und stern.de-Liveticker) haben alle vier Mannschaften noch die Chance, ihren WM-Aufenthalt in Südafrika zu verlängern. Während Otto Rehhagels Griechen den zweimaligen Weltmeister Argentinien in Polokwane herausfordern, sucht Nigeria in Durban schwer angeschlagen und entsetzt über die Morddrohungen gegen Mitspieler Sani Kaita seine letzte Chance im Spiel gegen Südkorea.

Die Südamerikaner (6 Punkte) gehen nach zwei souveränen Siegen aus der Pole-Position in das Duell mit Griechenland (3). Diego Maradona leistet es sich sogar, auf einige Stammspieler zu verzichten. Seine Premiere als Capitán der "Albiceleste" wird laut der argentinischen Zeitung "La Nacion" Weltfußballer Messi erleben – zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag.

Neben dem mit einer Gelben Karte belasteten Javier Mascherano wird Maradona wohl rund ein halbes Dutzend weiterer Akteure schonen. "Ich glaube an das Team, das gegen Griechenland spielen wird, es wird eine großartige Partie liefern", betont Maradona. Messi setzt Maradona nicht auf die Bank: "Er ist der beste Spieler der Welt, es wäre eine Sünde, ihn den Menschen vorzuenthalten."

Griechenland hofft noch

Beim Gegner ist der Respekt groß. "In Argentinien, könnte man sagen, wachsen die Spieler auf den Bäumen. Wir müssen sie suchen", sagt Rehhagel. Die Ablösung des 71-Jährigen nach der WM als Trainer der Griechen gilt als beschlossene Sache. Man habe "nichts zu verlieren", sagt der Coach des Europameisters von 2004 vor dem Duell.

"Aber wir werden sehen, was wir ausrichten können. Es wird sehr schwer", sagt Rehhagel, dessen Elf wie Südkorea drei Punkte auf dem Konto hat und selbst bei einem Erfolg über Argentinien vom Ergebnis zwischen den Asiaten und Nigeria abhängig ist. "Wir werden gegen Argentinien unser Bestes geben und das machen, was wir können: Gut verteidigen", verspricht Abwehrspieler Sokratis Papastathopoulos.

Nigerias Team droht das Aus

Nach zwei Niederlagen stehen die "Super-Eagles" vor dem WM-Aus. Nur mit einem Sieg gegen Südkorea und gleichzeitiger argentinischer Hilfe könnte Nigeria noch ins Achtelfinale einziehen. Doch das beherrschende Thema sind die Drohungen gegen Sani Kaita nach dessen Roter Karte beim 1:2 gegen Griechenland. Seit dem Spiel gingen rund 1000 Droh-Emails ein, darunter auch Morddrohungen. Die Nigerianer wollen jetzt auch für ihren Teamkameraden spielen. "Solche Sachen passieren manchmal. Man sollte ihm vergeben und ihn nicht leidend allein lassen", sagt Torwart Vincent Enyeama. Auch die anderen Mitspieler haben Kaita längst verziehen. "Niemand beschuldigt ihn für irgendetwas", sagt Mittelfeldspieler Kalu Uche.

Nigerias Fußball-Verband bat bei der eigenen Regierung um verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. "Wir hoffen einfach, dass die Regierung diese Drohungen als ernste Sache behandelt", sagt Team-Sprecher Idah Peterside. Ihr Abschlusstraining absolvierten die Nigerianer am Montag nicht im Stadion von Durban, sondern im Umhlathuze Sporting Complex in Richard's Bay.

Südkoreas Trainer Huh Jung-Moo stellte sein Team in Durban beim Abschlusstraining auf einen kämpferischen Gegner ein. "Wir erwarten, dass Nigeria von Beginn an rabiat spielen wird. Wichtig ist, dass wir das erste Tor machen", sagt der Coach, der in der Heimat als Hauptschuldiger für die 1:4-Pleite gegen Argentinien ausgemacht wurde. Einige Medien warfen Huh taktische Fehler vor und kritisierten vor allem, dass er den Freiburger Du-Ri Cha auf der Bank schmoren ließ. Gegen die Afrikaner dürfte Cha wie beim 2:0 gegen Griechenland zum Auftakt wieder in der Startelf stehen.

DPA/SID DPA

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