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WM 2010 - Gruppe B: Argentinien siegt, die Griechen weinen

Erfolglose Mauertaktik: Griechenland musste sich Argentinien geschlagen geben und flog aus dem Turnier. Als zweites Team der Gruppe B zitterte sich Südkorea gegen Nigeria in die K.o.-Runde.

Der zweifache Weltmeister Argentinien und Südkorea haben das Achtelfinale Weltmeisterschaft erreicht. Die Südamerikaner gewannen in Polokwane mit 2:0 gegen Griechenland und behaupteten mit neun Punkten Platz eins. Südkorea erreichte in Durban ein 2:2 (1:1) gegen Nigeria und wurde mit vier Zählern Zweiter. Argentinien trifft im Achtelfinale auf Mexiko, Südkorea spielt gegen Uruguay. Für Otto Rehhagels Team und die Nigerianer ist das Turnier beendet.

Trotz einer "Beton-Taktik" hat Griechenlands Trainer-Fuchs den Siegeszug von Titelaspirant Argentinien nicht stoppen können und sich vorzeitig von der WM-Bühne verabschieden müssen. Wie schon bei der Endrunden-Premiere vor 16 Jahren muss der Europameister von 2004 nach der Niederlage Argentinien vorzeitig die Heimreise antreten. Bayern-Verteidiger Martin Demichelis (77. Minute) und Martin Palermo (89.) besiegelten mit ihren Treffern die Niederlage für die tapfer kämpfenden Griechen. Während es für "König" Otto vermutlich das letzte Spiel auf der Bank der Hellenen war, geht die WM-Reise für seinen Trainerkollegen Diego Maradona mit der Achtelfinal-Neuauflage von 2006 gegen Mexiko weiter.

Maradona testet zweiten Anzug


Maradona testete nach den zwei souveränen Auftaktsiegen wie erwartet seinen "zweiten Anzug". Gegenüber dem 4:1 gegen Südkorea änderte er die Startelf gleich auf sieben Positionen, um den bisherigen Bankdrückern Spielpraxis zu verschaffen. Gegen die defensiv eingestellten Griechen, bei denen Georgios Samaras als einzige Spitze allein auf weiter Flur stand, kontrollierten die "Gauchos" dennoch von Beginn an die Partie.

Allerdings warteten die Fans vergeblich auf eine neuerliche Offensiv-Gala. Weltfußballer Lionel Messi, der das Team zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag erstmals als Kapitän aufs Feld führen durfte, wurde von seinem Sonderbewacher Sokratis Papastathopoulos im ersten Durchgang aus dem Spiel genommen. Papastathopoulos verfolgte Messi quer über den gesamten Platz und ließ den Superstar vom FC Barcelona nicht zur Entfaltung kommen.

Messi bleibt weiter torlos


Lediglich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit konnte Messi seinen "Schatten" einmal abschütteln, scheiterte jedoch mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze an Griechen-Keeper Alexandros Tzorvas. Der Schlussmann von Panathinaikos Athen hatte wenige Sekunden zuvor bereits gegen Maxi Rodriguez einen Rückstand verhindert.

In der an Höhepunkten armen Partie blieben die einfallslosen Hellenen im ersten Durchgang ohne Torchance. Die Argentinier bekleckerten sich zwar auch nicht mit Ruhm, kamen durch einen Distanzschuss von Juan Sebastian Verón (19.) und Maradona- Schwiegersohn Sergio Agüero (18./32.) aber zu weiteren verheißungsvollen Möglichkeiten. Dennoch wirkten die Spieler des zweimaligen Weltmeisters zur Pause ratlos, während sich die Griechen freudig abklatschten.

Auch Griechenland hat Torchancen


Drei Minuten nach Wiederbeginn hätte Samaras für noch größeren Jubel sorgen können, doch der Stürmer von Celtic Glasgow verzog nach einem Patzer von Demichelis. Kurz darauf erreichte Rehhagel die Kunde vom Führungstreffer der Südkoreaner, weshalb der Coach mit der Hereinnahme von Sotirios Ninis endlich die Offensive verstärkte.

Chancen erspielten sich aber weiterhin nur die Südamerikaner. Nachdem Tzorvas die Griechen mit mehreren Glanzparaden vor einem Rückstand bewahrt hatte, brach ausgerechnet Demichelis den Tor-Bann. Der Innenverteidiger vom deutschen Meister und Pokalsieger Bayern München wuchtete die Kugel nach einer Ecke unhaltbar in die Maschen. Danach ergab sich Rehhagels Team in sein sportliches Schicksal.

Südkorea feiert


Im zweiten Spiel der Gruppe B machte Südkorea den Einzug in das Achtelfinale gegen Nigeria perfekt. Die Asiaten spielten 2:2 und treffen im Achtelfinale in Port Elizabeth auf Uruguay. Nigeria muss dagegen als drittes Team Afrikas die Heimreise antreten. Kalu Uche (12. Minute) die "Super Eagles" in Durban in Führung gebracht. Lee Jung-Soo (38.) und Park Chu-Young (49.) drehten die Partie. Da Aiyegbeni Yakubu (69./Foulelfmeter) nur noch der Ausgleich gelang, verabschiedete sich Nigeria nach Südafrika und Kamerun ohne Sieg von der WM.

Nigeria bestimmte von Beginn an das Geschehen, Südkorea zog sich weit in die eigene Hälfte zurück. Eine Unachtsamkeit der Südkoreaner vor dem eigenen Tor brachte den frühen Rückstand. Chidi Odiah durfte ungestört flanken, in der Mitte verlor der Freiburger Cha Du-Ri seinen Gegenspieler aus den Augen. Der brandgefährliche Uche stocherte bei seinem zweiten Turniertreffer den Ball an Jung Sung-Ryong vorbei.

Nigeria bringt sich um verdienten Lohn


Wie beim unglücklichen 1:2 gegen Griechenland brachte sich der Olympiasieger von 1996 dann aber selbst um den Erfolg. Nach einem unnötigen Foul von Obasi segelte der Freistoß von Ki Sung-Yeung unberührt durch den nigerianischen Strafraum. Afolabi schlief erneut, Lee Jung-Soo stahl sich in seinem Rücken davon und schob zum schmeichelhaften Ausgleich ein. Geschockt vom Rückschlag ging Nigeria bis zur Pause jeder Offensiv-Elan verloren.

DPA/tis / DPA

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