WM 2010 - Südafrika leidet Erstmals schwiegen die Vuvuzelas


Drama um Bafana Bafana: Das 0:3 gegen Uruguay war ernüchternd, das Team Südafrikas chancenlos. Dass erstmals in der WM-Historie der Gastgeber schon in der Vorrunde scheitert, scheint unausweichlich. Die WM-Organisatoren fürchten um die Stimmung im Land.

Chef-Organisator Danny Jordaan bangt nach der klaren Niederlage von Gastgeber Südafrika um die Stimmung bei der Fußball-WM. "Das Abschneiden des Gastgebers ist immer entscheidend für den Erfolg eines Events", sagte Jordaan bei einem Pressegespräch am Donnerstag in Johannesburg. "Es war eine schmerzhafte Nacht", betonte er nach dem 0:3 gegen Uruguay, durch das die Bafana Bafana nur noch geringe Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale hat. "Es war die erste Nacht, in der die Vuvuzelas still waren", ergänzte Jordaan. Viele Fans verließen schon nach dem 0:2 das Stadion in Pretoria.

Der Auftritt des Gastgeber-Teams stehe im Kontrast zum bisherigen Turnier-Verlauf. Die WM sei ein großer Erfolg. "Deshalb ist es ein Tag mit Freude und Schmerz für uns", sagte der OK-Geschäftsführer. Man hofft, dass es weiterhin friedlich auf den Rängen belibt - und ein frühes Aus der Südafrikaner nicht in Frustration umschlägt.

Noch ist Bafana Bafana nicht abgeschrieben

Jordaan hofft auf eine Trotzreaktion der Landsleute, um die WM-Stimmung auch im Falle eines Vorrunden-Scheiterns zu retten. "Der spezielle Geist der Südafrikaner wird wieder hervorkommen", glaubt er. Und tatsächlich gibt es erste Stimmen, dass nach der großen Enttäuschung Südafrika noch an Bafana Bafana glaubt.

Die Gastgeber-Nation muss das letzte Gruppenspiel gegen Vize-Weltmeister Frankreich gewinnen, um im Turnier zu bleiben. Die Franzosen haben zwar bisher ebenfalls noch nicht überzeugt, dürften aber mindestens eine Klasse zu stark für die Auswahl Südafrikas sein. Das Spiel findet am kommenden Dienstag um 16 Uhr in Bloemfontein statt. Bislang ist ein WM-Ausrichter noch nie in der Vorrunde gescheitert.

Es war "eine elende Nacht"

Die südafrikanischen Medien zeigten sich am Tag nach der Niederlage geschockt. "Wir brauchen jetzt ein Wunder " lautete die Schlagzeile der "Cape Times" am Donnerstag. "Das Spiel erinnerte Südafrika bitter daran, dass bloße Begeisterung nicht mit dem gut organisierten Spiel von weit erfahreneren Mannschaften mithalten kann". Für Bafana Bafana sei es "eine elende Nacht" gewesen.

"Herzzerreißend" lautete die Schlagzeile der "Times" - außer diesem Wort in großen schwarzen Lettern war fast die ganze Seite gefüllt von dem Bild des vor Freude berstenden Torschützen der Südamerikaner, Diego Forlan. "Eine Kombination von Forlans Brillanz, einer umstrittenen Roten Karte und schlechter Taktik lassen Südafrikas Hoffnungen auf das Erreichen der nächsten Runde an einem seidenen Faden hängen", kommentierte der "Independent". "Der Traum Bafanas ist nun auf des Messers Schneide", lautete die Schlagzeile des "Star". Nun müsse "die Nation beten".

DPA/dab DPA

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