WM 2010: Achtelfinale Deutschland gegen England WM-Organisatoren sprechen von "Risikospiel"

Vor der Achtelfinalpartie Deutschland gegen England herrscht in Bloemfontein höchste Sicherheitsstufe. Elite-Einheiten sollen Ausschreitungen verhindern. Unterdessen wurden an der südafrikanischen Grenze zwei terrorverdächtige Pakistani verhaftet.

WM-Gastgeber Südafrika wird den WM-Klassiker Deutschland gegen England am Sonntag (16.00 Uhr) in Bloemfontein mit Elite-Einheiten absichern. Polizeisprecherin Sally de Beer erklärte, es sei zudem eine umfangreiche Ausrüstung für die Sicherheitskräfte an den Spielort gebracht worden. Das Achtelfinal-Duell, bei dem auch der deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU) im Stadion sitzen wird, ist von den WM- Gastgebern zum Risikospiel erklärt worden. Neben einem Großaufgebot von Sicherheitskräften wird das Spiel von deutschen und englischen Polizisten in Zivil und Uniform bewacht werden. Konkrete Drohungen gebe es für das Spiel aber nicht, betonte Polizeisprecherin de Beer.

Auch FIFA-Generalsekretär Jêrome Valcke bestätigte besondere Sicherheitsmaßnahmen. "Dieses Spiel ist definitiv in der höchsten Sicherheitsstufe anzusiedeln. Es wird besondere Vorkehrungen geben", sagte der Franzose beim Media Briefing der WM-Organisatoren in Johannesburg. Erleichtert werde die Situation durch den Anpfiff am Nachmittag. "Die Lage ist dadurch besser zu kontrollieren, als bei einem Abendspiel", so Valcke. Details über die Zusatzmaßnahmen wollte Valcke nicht nennen. "Es sind mehrere verschiedene Vorkehrungen, die getroffen werden. Einige werden sichtbar sein, andere nicht." Valcke warnte potenzielle Störenfriede vor gewalttätigen Aktionen. "Ich kann nur allen raten, sich nicht auffällig zu verhalten", sagte er.

Der Achtelfinal-Klassiker zwischen den großen europäischen Fußball-Nationen findet in der Provinzstadt Bloemfontein knapp 400 Kilometer südwestlich von Johannesburg statt. Das Free-State-Stadion wird mit gut 40.000 Zuschauern ausverkauft sein.

Festnahmen an Südafrikas Grenze nähren Terrorverdacht

Unterdessen wurden an der südafrikanischen Grenze zwei terrorverdächtige Pakistani mit gefälschten Pässen festgenommen. Beide Männer seien am vergangenen Sonntag am Grenzübergang Beitbridge verhaftet worden, meldete die im Nachbarland Simbabwe erscheinende Tageszeitung "The Herald". Mindestens einer der Festgenommenen werde von Interpol im Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten gesucht, berichtete zudem der südafrikanische Rundfunk.

Südafrikas Polizeichef Vish Naidoo bestätigte die Festnahmen, meinte aber mit Blick auf den terroristischen Hintergrund der beiden: "Nichts dergleichen wurde jemals besprochen. Simbabwes Polizei hat die beiden nur festgenommen, weil sie verkehrte Ausweise dabei hatten. Wir wurden darüber informiert, weil sie versucht hatten, nach Südafrika zu gelangen." Weitere Details habe er nicht.

Die staatlich kontrollierte simbabwische Zeitung "The Herald" berichtete, die Polizei habe die beiden als Imran Muhammad, 33, und Chaudry Parvez Ahmed, 39, identifiziert. Beide wären von Saudi-Arabien aus zunächst nach Tansania geflogen, wo sie sich falsche kenianische Pässe vor der Weiterfahrt nach Simbabwe besorgt haben. Sie sitzen derzeit in der Hauptstadt Harare in Haft.

Bereits im vergangenen Oktober hatte die plötzliche zweitägige Schließung aller diplomatischen US-Vertretungen in Südafrika Spekulationen über mögliche Terroranschläge gegen amerikanische Ziele während der Fußball-Weltmeisterschaft genährt. Dennoch betonte Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthetwa zum WM-Auftakt, es gebe "keine ernst zu nehmende Drohung". Warnungen von Experten über drohende Anschläge islamistischer Extremisten entbehrten der realen Grundlage.

DPA DPA

Mehr zum Thema



Newsticker