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Argentiniens WM-Start Messi, ein Eigentor und viel Luft nach oben


Still war es im Maracana angesichts der schwachen Vorstellung Argentiniens geworden. Dann kam der eine magische Moment Lionel Messis. Bosnien-Herzegowina bejubelte Ibisevic und bezahlte doch Lehrgeld.

Lange Zeit war nichts zu sehen von Lionel Messi, doch am Ende war er doch der Alleinunterhalter Argentiniens. Mit dem ersten Geniestreich führte der Superstar sein Team zum mühsamen Auftaktsieg bei der WM in Brasilien. Beim 2:1 (1:0) über den wackeren Turnier-Neuling Bosnien-Herzegowina konnte die Albiceleste in Rio de Janeiro ihre Titelambitionen kaum demonstrieren und musste am Ende noch bangen.

Messi leitete zunächst das frühe Eigentor des Schalkers Sead Kolasinac (3. Minute) ein und vollendete einen Traumlauf (65.) zum 2:0. Der eingewechselte Stuttgarter Vedad Ibisevic machte es danach noch einmal spannend (84.). Argentinien feierte vor 74.738 Zuschauern dennoch den sechsten Auftakterfolg bei einem Weltturnier nacheinander, das Team vom Balkan darf angesichts der weiteren Gegner Nigeria und Iran aber weiter auf das Achtelfinale hoffen.

Die Partie begann für den WM-Neuling vom Balkan denkbar unglücklich. Einen Freistoß von Messi verlängerte Marcos Rojo leicht mit dem Kopf, von dort prallte der Ball an das linke Knie von Kolasinac, der ihn zum bisher schnellsten Tor dieser WM ins eigene Netz drückte. Der 77. Teilnehmer der WM-Geschichte wirkte anfangs überwältigt und eingeschüchtert von der Atmosphäre im Maracanã-Stadion. Vier Wochen vor dem Endspiel an gleicher Stelle sorgten Argentiniens Fans praktisch für ein Heimspiel der Albiceleste im Nachbarland.

Bosnien-Herzegowina mit zu viel Respekt

Nationaltrainer Alejandro Sabella verzichtete zunächst auf einen dritten Stürmer neben Kapitän Messi und Sergio Agüero und setzte auf eine defensive Fünferkette. Der frühere Bayern-Verteidiger Martin Demichelis saß nur auf der Bank und sah von dort, wie die mit vier aktuellen Bundesligaprofis, aber ohne den am Knie verletzten Sejad Salihovic angetretenen Bosnier den Respekt allmählich ablegten.

Argentiniens Torhüter Sergio Romero klärte nach einem Pass des früher lange in Deutschland spielenden Zvjezdan Misimovic mit den Fäusten vor dem heranstürmenden Izet Hajrovic (13.). Der einstige Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko schoss aus 20 Metern über den Kasten, statt abzuspielen (33.). Dann musste Romero - in seinem Club AS Monaco nur Ersatz - einen Kopfball von Senad Lulic parieren (41.).

Zittern bis zum Schluss

Die vorher so hoch gelobte argentinische Offensive blieb dagegen bis auf einen Distanzschuss von Javier Mascherano (32.) harmlos, agierte zu statisch und schien zu sehr von Messi abhängig. Die Bosnier beschatteten den Superstar vom FC Barcelona meist mit mehreren Spielern und machten mitunter mit einer Fünfer-Kette wirkungsvoll die Räume vor dem eigenen Strafraum eng.

Argentiniens Coach Sabella reagierte und brachte den dritten Angreifer Gonzalo Higuain sowie Fernando Gago zur zweiten Hälfte. Damit agierte in der Defensive eine Viererreihe. Mutiger blieb zunächst der WM-Debütant, ehe Messi zweimal seinen Partner Agüero einsetzte: Dzekos Clubkollege vom englischen Meister Manchester City verzog erst (55.) und scheiterte dann an Torhüter Asmir Begovic (60.).

Fünf Minuten später zeigte Messi schließlich, was in ihm steckt, schüttelte nach Doppelpass mit Higuain alle Bewacher ab und traf von der Strafraumgrenze mit links flach an den Innenpfosten zu seinem zweiten WM-Tor. Die Fans verneigten sich anschließend vor dem Star des FC Barcelona, der in einigen Tagen 27 Jahre alt wird. Ibisevic sorgte dafür, dass die Anhänger zum Schluss aber noch zitterten.

nck/DPA DPA

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