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Das müssen Sie zur WM-Nacht wissen England muss auf Italien hoffen


Rooney schießt sein Tor, England fliegt dennoch so gut wie aus der WM, Kolumbien ist durch. Dann waren da noch die Tränen des Ivorers Serey Dié. Das müssen Sie zu den Spielen der letzten Nacht wissen.
Von Carina Braun und Nils Kemter

Football's coming home: Endlich, endlich schießt Rooney sein langersehntes WM-Tor - und dann dürfen die Engländer fast schon wieder nach Hause fahren. Nach der Niederlage gegen Uruguay müssen die "Three Lions" heute auf Italien hoffen. Kolumbien dagegen siegt gegen die Elfenbeinküste und ist durch, weil weder Japan noch Griechenland ein Tor zustande bringt. Wie kann es England doch noch ins Achtelfinale schaffen? Und warum weinte der Ivorer Geoffroy Serey Dié so sehr? Die Antworten zu den wichtigsten Fragen der Fußball-Nacht im Überblick.

So liefen die Spiele

Kolumbien - Elfenbeinküste 2:1 - Hier geht's zum Spielbericht.


Uruguay - England 2:1 - Hier geht's zum Spielbericht.


Japan - Griechenland 0:0 - Hier geht's zum Spielbericht.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Die schönste Einzelleistung des Abends zeigte der ivorische Nationalspieler Gervinho. Die 74. Minute lief, als der Stürmer beim Stand von 0:2 zum Sololauf ansetzte. An der linken Außenbahn tanzte er die Kolumbianer aus, wand sich slalomähnlich an ihnen vorbei und schoss ab. Leider blieb seine Kunst brotlos: Die Elfenbeinküste verlor trotzdem.

Der Aufreger des Abends

Es war ein Hin und Her in den Medien, die Rührung groß - und dann wohl doch alles ein Missverständnis: Nachdem dem Ivorer Geoffroy Serey Dié zur Nationalhymne seines Landes kräftig die Tränen über die Wangen gelaufen waren, verbreitete sich die Meldung wie ein Lauffeuer, dass sein Stiefvater zwei Stunden vor der Partie gestorben sei. Alles Unsinn, hieß es kurz darauf. Auf Instagram stellte der Spieler klar: Er habe nur aus Emotion und Nationalstolz geweint. Allerdings, so Dié zur Nachrichtenagentur AP: "Es stimmt, ich dachte an meinen Vater, der 2004 starb. Ich habe auch an mein schweres Leben gedacht. Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages hier stehen und spielen würde. Dieses Gefühl hat mich überwältigt, ich bin eine sehr emotionale Person."

Das sagt das Stern_Sofa

So hat das Stern_Sofa die Begegnung im WMWohnzimmer gesehen.

Gewinner des Abends

Man will den Engländern ja nichts Böses unterstellen, aber sie dürften not amused gewesen sein, wie schnell Uruguays Star Luis Suárez sich von seiner Knieoperation erholt hat. Mit zwei Treffern schoss ausgerechnet der Torschützenkönig der Premier League seine Kollegen vom FC Liverpool so gut wie aus dem Turnier - und das, obwohl der Eingriff erst einen Monat her ist. Der Mann des Abends ist also Suárez, das Team des Abends die medizinische Abteilung von Uruguay. Die musste quasi Nachtschichten schieben, um ihren besten Mann fit zu bekommen. Es hat sich gelohnt.

Verlierer des Abends

Wie es nun mal so ist: Wo ein Gewinner, da ein Verlierer, und der heißt an diesem Tag konsequenterweise England. Null Punkte aus zwei Spielen, die Chancen auf ein Weiterkommen eher theoretischer Natur - die "Three Lions" stehen kurz vor dem WM-Aus - wieder einmal. Die Deutschen dürfte es wenig freuen, war doch ein Spiel gegen die Engländer in der jüngeren Vergangenheit fast wie ein Freifahrtschein für die nächste Runde. Vielleicht klappt's ja noch, wenn Italien heute gegen Costa Rica gewinnt. Man darf die Engländer bemitleiden. Es gibt nun wirklich Schöneres, als von den Azzurri abhängig zu sein.


Bild des Abends

Der Größenunterschied ist in diesem Fall nicht sportlicher, sondern rein anatomischer Natur. Weder Japan noch Griechenland zeigten sich beim torlosen Remis im dritten Spiel des Abends als zwingend achtelfinalwürdig. Beide Mannschaften bleiben im Tabellenkeller der eigentlich dankbaren Gruppe C und haben nur noch eine kleine Chance aufs Weiterkommen.

Wie läuft's bei Deutschland?

Die deutschen Kicker sind inzwischen im Spielrot Fortaleza eingetroffen - und machten gleich Bekanntschaft mit dem feucht-heißen Klima im Nordosten Brasiliens. Um 22.30 Uhr Ortszeit zeigte das Thermometer immer noch satte 27 Grad an. Zur Spielzeit um 16 Uhr am Samstag wird es kaum angenehmer sein. Vorteil Ghana, glaubt Joachim Löw, der aller Voraussicht nach Mats Hummels wird ersetzen müssen. Ein Einsatz des Dortmunders wird jedenfalls immer unwahrscheinlicher. Mustafi wird wohl nachrücken. "Eine Umstellung würde wieder ein kleines Fragezeichen bringen", ist Per Mertesacker wenig begeistert. "Wir waren gerade dabei, uns zu finden", so der Arsenal-Profi, der gegen Ghana sein 100. Länderspiel machen wird. Klar ist, dass Löw so wenig Veränderungen wie möglich vornehmen und keine Experimente wagen will. Auch Lahm bleibt demnach im Mittelfeld. Aus allen Äußerungen der Deutschen spricht sehr viel Respekt für den Gegner. Die Erinnerung an das hart erkämpfte 1:0 bei der WM 2010 ist noch frisch.

Frage des Abends: Wie kann England noch weiterkommen?

England braucht zum Weiterkommen jetzt ein kleines Wunder. Nach den Pleiten gegen Italien und Uruguay haben die "Three Lions" zumindest vor dem Duell Italiens mit Costa Rica zwar noch rechnerische Chancen aufs Achtelfinale. Sie kommen aber nur weiter, wenn folgende Ereignisse eintreffen - und zwar alle:

- Italien muss heute Costa Rica schlagen

- England muss die letzte Partie gegen Costa Rica gewinnen

- Uruguay darf zeitgleich keinen Punkt gegen Italien holen

- England muss sich im letzten Spiel ein besseres Torverhältnis als Costa Rica und Uruguay erarbeiten

Nach einem Start mit zwei Niederlagen hat seit Änderung des
WM-Modus 1998 noch nie ein Team das Achtelfinale erreicht. In diesem Zeitraum schaffte auch nur eine Mannschaft mit drei Punkten den Sprung in
die nächste Runde. Ganz England muss nun in beiden Spielen auf Italien hoffen, dann wäre das kleine Wunder sogar mit einem nicht allzu hohen Sieg durchaus möglich.

Italiens Topstürmer Balotelli weiß es übrigens auch und erwartet im Falle eines Falles eine ganz besondere Belohnung:


Das dürfen Sie heute nicht verpassen

Gleich zwei Spitzenspiele stehen heute an, Italien gegen Costa Rica in der Gruppe D und natürlich die Schweiz gegen Frankreich in Gruppe E - alles Mannschaften, die ihr erstes Spiel gewonnen haben. Noch können die deutschen Fans sich die Sache beruhigt anschauen. Die Italiener, unsere Angstgegner, dürfen uns frühestens im Halbfinale aus dem Turnier werfen. Die Partie Honduras - Ecuador um Mitternacht gehört zwar sicher nicht zu den großen Klassikern der WM. Der Gewinner könnte die Schweiz oder Frankreich aber noch gehörig ärgern.

Italien - Costa Rica (18 Uhr)

Schweiz - Frankreich (21 Uhr)

Honduras - Ecuador (0 Uhr)

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