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Nationalmannschaft: Grüppchenbildung im DFB-Team: "Kanaken" gegen "Kartoffeln" statt "#zsmmn"

Schon während der Fußball-WM gab es Gerüchte, das DFB-Team sei in zwei Lager gespalten: auf der einen Seite junge Spieler, auf der anderen Seite die Weltmeister von 2014. Nun gibt es neue Meldungen, die den Riss im Team an einer ganz anderen Stelle verorten.

In den grünen Auswärtstrikots posiert die DFB-Elf während der Fußball-WM 2018 für ein Mannschaftsfoto

Die deutsche Nationalelf soll bei der WM 2018 in zwei Lager gespalten gewesen sein

DPA

#Zsmmn lautete der vom DFB auserkorene Hashtag zur Fußball-WM 2018. "Zusammen", so die Idee dahinter, sollte die Verteidigung des WM-Titels gelingen. Die Realität hat das Team und den Verband früh eingeholt. Am Ende stand bekanntlich das Vorrunden-Aus zu Buche. Schon während des Turniers gab es Gerüchte, dass das Team gespalten sei. Ein Lager seien die jungen, hungrigen Spieler wie Timo Werner, das andere seien die Weltmeister von 2014 um Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng.

Ein Bericht in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" legt eine andere Spaltung des Teams nahe. So zitiert das Nachrichtenmagazin einen Insider: "Vereinfacht gesagt geht es um den Unterschied zwischen Kanaken, wie sie sich selbst nennen, und Deutschen." Sollte das stimmen, stünden auf der einen Seite die Spieler mit Migrationshintergrund: Jérôme Boateng, Mesut Özil, Ilkay Gündogan, Leroy Sané und Antonio Rüdiger. Auf der anderen Seite stünden Thomas Müller, Mats Hummels, Manuel Neuer, Timo Werner und Co. Zwischen beiden Gruppen soll Julian Draxler stehen, der sich laut "Spiegel" zu den "Kanaken" um Jérôme Boateng hingezogen fühlt. Gemeinsam machten die beiden einige Tage Urlaub in Los Angeles, feierten in Clubs, hörten Hip Hop und hingen am Pool ab.

"Kanaken" scherzen über Lebensstil der "Kartoffeln"

Der Unterschied zwischen beiden Gruppen bestehe vor allem im Lifestyle, so der "Spiegel". So machten die selbsternannten Ausländer sich manchmal über den Lebensstil der "Kartoffeln" wie Thomas Müller lustig, der mit seiner Frau auf dem Land in Bayern Pferde züchtet. Müller, der Spaßvogel der DFB-Elf, revanchiere sich manchmal mit einem "Yo, man!", was auch nicht immer gut ankomme.

2014 in Brasilien habe diese Spaltung durch das Mannschaftsquartier Campo Bahia und Führungspersönlichkeiten wie Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski noch überwunden werden können. 2018 waren alle Spieler, die die Führung nach den Rücktritten von Schweinsteiger und Podolski hätten übernehmen können, angeschlagen. Neuer kämpfte um sein Comeback, Hummels und Sami Khedira schwächelten auf dem Platz, Toni Kroos kam nach dem Champions-League-Sieg mit Real Madrid überspielt und müde zur DFB-Elf.

Was sagt Jogi Löw über die Berichte?

Am kommenden Mittwoch stellt Bundestrainer Jogi Löw seine Analyse des frühen WM-Aus' der Öffentlichkeit vor. Zuvor hatte er bereits der Deutschen Fußball Liga und dem DFB Rede und Antwort gestanden. Bislang ist noch nichts Substanzielles über Löws WM-Beurteilung nach außen gedrungen. Nach den "Spiegel"-Bericht muss sich der Bundestrainer bei der Pressekonferenz am Mittwoch sicherlich auf Fragen zum Thema Grüppchenbildung im DFB-Team gefasst machen.

+++ Sehen Sie im Video, wie die Fans auf das WM-Aus gegen Südkorea reagiert haben. +++

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tkr

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