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WM-Relegationsrunde: Los beschenkt die "Großen Drei"

Glücksfee Franz Beckenbauer hat die Partien für die Relegationsspiele für die WM 2006 ausgelost. Vor allem Spanien, die Türkei und Tschechien halten ihre Aufgabe für lösbar.

Franz Beckenbauer hat den "Großen Drei" fast alle Wünsche erfüllt und für den letzten innereuropäischen Kampf um die Tickets zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Deutschland lösbare Aufgaben beschert. Spanien trifft als Favorit auf die Slowakei, muss allerdings zuerst sein Heimspiel bestreiten. Die wie die Iberer gesetzten Teams aus der Türkei und Tschechien haben dagegen den Vorteil, dass sie zunächst auswärts antreten dürfen. Die Türken erhielten ihren Wunschgegner Schweiz zugelost, die Tschechen sind für die Partien am 12. und 16. November mit dem Los Norwegen zufrieden.

Nachdem bereits 27 Teilnehmer feststehen, komplettieren die Gewinner der drei europäischen Relegationsspiele sowie die Sieger der Duelle Trinidad/Tobago - Bahrain und Uruguay - Australien das 32 Mannschaften umfassende WM-Starterfeld.

"Spannende K.o.-Spiele"

"Die Spanier sind aus meiner Sicht gegen die Slowakei leicht favorisiert, die beiden anderen Duelle halte ich für offen", urteilte Beckenbauer. "Ich denke, wir können uns auf spannende K.o.-Spiele freuen", ergänzte der Chef des WM-Organisationskomitees. Die Lose zog der "Kaiser" im Beisein von FIFA-Präsident Joseph Blatter und einer Reihe hochrangiger Verbandsvertreter aller beteiligten Mannschaften.

Die Iberer müssen die vermeintlich leichteste Aufgabe lösen, sind aber nach der schwachen Qualifikation (2. hinter Serbien-Montenegro) vorsichtig geworden. "Ich denke, wir haben die etwas besseren Aussichten, aber die Slowakei ist ein Team, bei dem man nicht weiß, wo man dran ist", warnte Nationalspieler David Albelda (FC Valencia).

Panne bei den Spaniern

Dass man in Spanien den Umweg der Relegation überhaupt nicht einkalkuliert hat, zeigt diese Panne: Das Nationalteam hat vor den K.o.-Duellen keinen Trainingsplatz, weil der Fußball-Verband das eigene Trainingsgelände vor den Toren Madrids für das Frauen- Länderspiel Spanien - Dänemark (10. November) und dann für Betriebs- Meisterschaften vermietet hat. Nun wird verhandelt, um das Gelände für die Elitekicker "zurückzuerobern". Und: Das Heimspiel gegen die Slowaken soll im Calderon-Stadion von Atletico Madrid stattfinden. Dort ist die Atmosphäre heiß und die Unterstützung der Fans gewiss.

Für die Türkei sind die Eidgenossen der "absolute Wunschgegner", wie Trainer Fatih Terim betonte. Verbandschef Levent Bicaki schloss sich ihm erfreut an: "Die Schweiz ist ein Team, das wir kennen. Zudem ist es besser, dass die erste Begegnung auswärts stattfindet." Tschechiens Coach Karel Brückner, der unter anderem das Fehlen von Torjäger Jan Koller (Borussia Dortmund/Kreuzbandriss) beklagt, geht mit gemischten Gefühlen in die K.o.-Spiele. "Norwegen ist für uns ein noch unbekannter, aber zweifellos unangenehmer Gegner. Dass wir zuerst auswärts antreten, kann ein kleiner Vorteil für uns sein."

Tschechien (4. der FIFA-Weltrangliste), Spanien (8.) und die Türkei (12.) waren bei der Auslosung im Zürcher FIFA-Hauptquartier gesetzt und wurden aus Topf 1 gezogen. Norwegen (37.), die Schweiz (38.) und die Slowakei (45.) kamen in den Topf 2. Wer in den Partien zuerst Heimrecht hat, wurde per Losentscheid ermittelt.

DPA / DPA

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