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Hoeneß in JVA Landsberg: Mithäftling plaudert über Gefängnis-Alltag

Vor 16 Tagen hat Uli Hoeneß seine Haft in der JVA Landsberg angetreten. In einem Medienbericht erzählt ein Mithäftling, wie der ehemalige Präsident des FC Bayern hinter Gittern lebt.

Der Tag beginnt für Uli Hoeneß um 6.10 Uhr. Dann schließt der Wärter die Zelle auf. Eine Mitarbeiterin macht das Bett. Um 6.20 Uhr holt sich Hoeneß sein Frühstück ab: Kaffee, Brot, Margarine und Marmelade. In den kommenden Stunden wird nicht allzu viel passieren. Doch wenn ihm langweilig ist, kann Hoeneß einfach den Fernseher anschalten. Jederzeit und so lange er will. Höhepunkt seines Tages dürften für den ehemaligen Präsidenten von Bayern München die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft sein.

Seit 16 Tagen sitzt Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung in der JVA Landsberg ein. Nun gibt es erste Einblicke in Hoeneß' Leben hinter Gittern: Ein Mithäftling berichtete der Abendzeitung München, was sich in der Haft abspielt.

Mittagessen ohne Hoeneß

Andreas K. (Name von der AZ geändert), der inzwischen Freigänger ist, erzählt, dass Hoeneß sonntags um 10 Uhr am Gottesdienst teilnimmt. Mit einem freundlichen "Grüß Gott" soll er die anderen Häftlinge begrüßen. Er betet das Vaterunser, singt religiöse Lieder, und verschwindet nach der Messe durch den Hinterausgang der Kirche.

Diese Momente sind rar - Hoeneß wurde von den anderen Insassen bislang wenig gesehen, schreibt die Abendzeitung. Im Speisesaal bliebe sein Platz leer. Hoeneß esse auf der Krankenstation, wo er wegen einiger Atteste derzeit untergebracht ist. Während des zweistündigen Hofgangs mache Hoeneß einen "separaten Spaziergang", begleitet von einem Beamten. Und auch optisch unterscheide er sich von den Mithäftlingen: Statt der schwarzen Lederschuhe, die dort jeder trägt, habe Hoeneß Adidas-Sneaker an.

Tausende Euro für ein Foto

Dass Hoeneß sich distanziert gibt und weitgehend abgeschirmt wird, hat vor allem einen Grund: "Hoeneß will nicht, dass ein Foto, das ihn in Gefängniskluft zeigt, an die Öffentlichkeit gelangt", schreibt die Zeitung. Angeblich haben Medien Freigängern mehrere Tausend Euro für ein Hoeneß-Foto geboten. "Ein inoffizieller Fotowettbewerb ist entbrannt." Die Neugier gehe so weit, dass kürzlich sogar eine Drohne mit Kamera im Innenhof der Anstalt aufgetaucht sein soll.

Dabei suche vor allem die Fußballmannschaft der JVA Kontakt zu dem Bayern-Patron. Viele wollten Hoeneß nach Angaben von Andreas K. gerne persönlich kennenlernen - doch auch auf dem Rasen hat sich Hoeneß bislang nicht blicken lassen.

kis

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