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Weltranglisten-Erster Tennisstar Djokovic darf an Australian Open teilnehmen – obwohl er wohl ungeimpft ist

Tennisstar Novak Djokovic
Der 34-jährige Weltranglistenerste Novak Djokovic darf trotz unklaren Impfstatus dank Ausnahmeregel in Australien einreisen
© Andrej Isakovic / AFP
Es ist nicht das erste Mal, dass Tennis-Topstar Novak Djokovic mit seinem Verhalten im Umgang mit Corona für Diskussionen sorgt. Nun reist der 34-Jährige offenbar ungeimpft zu den Australian Open – mit Ausnahmegenehmigung.

Nicht nur die Ausnahmestellung der Bundesliga sorgt während der Corona-Pandemie für reichlich Gesprächsstoff. Die Diskussion um Sonderrechte im Profisport macht auch nicht Halt vor Tennisstars. Nun löst die Australian-Open-Ausnahmeregel für Topstar Novak Djokovic neue Debatten aus.

Wohl ohne die eigentlich vorgeschriebene Impfung gegen das Coronavirus wird der serbische Weltranglistenerste in Melbourne den Grand-Slam-Rekord angreifen. "Allen ein frohes neues Jahr", schrieb der 34-Jährige knapp zwei Wochen vor dem Turnierstart: "Ich habe in der Pause eine fantastische Zeit mit meinen Lieben verbracht und heute reise ich mit einer Ausnahmegenehmigung nach Down Under. Let's go 2022!!" Die Erlaubnis hat er einer Mitteilung des australischen Tennisverbands zufolge von unabhängigen Experten erhalten.

Djokovic hält seinen Impfstatus weiterhin geheim

Monatelanges Rätselraten um die Teilnahme des Titelverteidigers an dem am 17. Januar beginnenden Grand-Slam-Turnier ist damit beendet. Und Djokovic eckt mal wieder an und polarisiert, so wie es schon so oft war. Die Vorschriften sehen vor, dass nur Spielerinnen und Spieler, die gegen das Coronavirus geimpft sind oder eben unter eine medizinische Ausnahme fallen, in Australien antreten dürfen.

Seinen Impfstatus hatte Djokovic immer wieder offengelassen und zur Privatsache erklärt. Nun lüftete er das Geheimnis zwar nicht mit einer klaren Aussage, indirekt aber schon. Die Ausnahmeregel legt nahe, dass er nicht geimpft ist. Was dahinter steckt, ist nicht bekannt. Das feuert Diskussionen an und wirft weitere Fragen auf: Was kann eine Nummer eins der Tennis-Welt haben, um als medizinische Ausnahme zu gelten? Warum lässt sich Djokovic nicht impfen? Wie werden seine Konkurrenten die Entscheidung aufnehmen?

Unabhängige Experten sollen Ausnahme genehmigt haben

Mit einem Foto, das ihn auf einem Flughafen lächelnd neben seinem Tennis-Gepäck zeigt, verbreitete Djokovic seine Nachricht im Internet. Kurz darauf bestätigten die Veranstalter die Ausnahme-Bewilligung. Der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger habe sich für eine medizinische Ausnahme beworben, und sie sei nach strenger Überprüfung, an der demnach zwei unabhängige Expertengremien beteiligt waren, erteilt worden. Eins der Gremien sei vom Gesundheitsministerium des australischen Bundesstaates Victoria ernannt.

Es seien faire und strenge Vorschriften für die Bewerbungen für medizinische Ausnahmen eingeführt worden, damit die Australian Open "sicher und angenehm für jeden" seien, sagte Turnierdirektor Craig Tiley. Zentraler Punkt sei, dass unabhängige Experten die Entscheidung getroffen hätten. Laut der australischen Zeitung "The Age" hatte Turnierboss Tiley am Wochenende bekanntgegeben, dass eine Handvoll ungeimpfter Spieler Ausnahmen bekommen hätten.

Australien hatte sich während der Corona-Krise lange abgeschottet, mit harten Maßnahmen wurde die Pandemie bekämpft. In Melbourne herrschte lange Lockdown. Anfang Dezember hatte der stellvertretende Premierminister James Merlino gesagt, es gebe nur eine begrenzte Anzahl von Gründen für eine Ausnahmegenehmigung. "Medizinische Ausnahmen sind genau das – es ist kein Schlupfloch für privilegierte Tennisspieler", so Merlino laut ABC. "Es ist eine medizinische Ausnahme unter außergewöhnlichen Umständen, wenn man eine akute Erkrankung hat."

Novak Djokovic hatte sich als Impfgegner positioniert

Djokovic hat in der Coronakrise mehrfach Aufsehen erregt. Schon im Frühjahr 2020 hatte er sich als Impfgegner positioniert. "Ich persönlich bin gegen Impfungen. Ich möchte nicht, dass mich jemand zwingt, einen Impfstoff einzunehmen, um reisen zu können", hatte der Serbe gesagt. Auch mit der von ihm mitorganisierten Adria-Tour im Sommer 2020, bei der sorglos mit dem Coronavirus umgegangen worden und die stark in die Kritik geraten war, hatte er für Schlagzeilen gesorgt. Es waren Party-Bilder aufgetaucht, die nicht in die Corona-Zeiten passten. Auch Djokovic selbst hatte sich im Rahmen der Adria-Tour im vergangenen Jahr infiziert.

Seit November sind die Impf-Bedingungen für die Australian Open bekannt. Auf seinen eigentlich angekündigten Start beim derzeit laufenden ATP Cup in Sydney –  dem Teamevent, das als Vorbereitung dient – hatte der Weltranglistenerste kurzfristig noch verzichtet. Und dennoch war ein Grand-Slam-Turnier in Melbourne ohne Djokovic nur schwer vorstellbar gewesen. Neunmal – so oft wie kein anderer –  hat er schließlich in Melbourne triumphiert.

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Djokovic will Nadal und Federer überholen

Mit dem nächsten und insgesamt 21. Grand-Slam-Titel will er seine großen Rivalen Rafael Nadal und Roger Federer überflügeln und zum alleinigen Rekord-Grand-Slam-Turniersieger aufsteigen. Das ist sein großes Ziel, nachdem 2021 der Traum vom Grand Slam, also dem Triumph bei allen vier Grand-Slam-Turnieren in einem Kalenderjahr, bei den US Open geplatzt war. Für Melbourne hat sich auch der Hamburger Olympiasieger Alexander Zverev den Turniersieg vorgenommen. Das Herren-Endspiel ist am 30. Januar.

yks dpa

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