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Bahnrad-Triumph: Deutsches Sprint-Team rast zum Gold

Das deutsche Sprintteam hat für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) den ersten Olympiasieg in Athen geholt. Jens Fiedler fuhr mit seinen Kollegen Stefan Nimke und René Wolff allen davon.

Erst raste Jens Fiedler mit seinen Kollegen Stefan Nimke und René Wolff im höchsten Tempo zum Gold, dann nahm er seinen kleinen Sohn auf dem Lenker mit auf die gemütliche Ehrenrunde: Das deutsche Sprintteam hat für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) den ersten Olympiasieg in Athen geholt. Das Trio Fiedler, Nimke, Wolff schlug am Samstag im Finale Japan und sorgte nach Nimkes Zeitfahr- Bronze am Freitag schon für das zweite Edelmetall der Bahnradfahrer. Die Bronzemedaille im Teamsprint ging an Frankreich. Der Weltmeister und Olympiasieger von Sydney schlug im kleinen Finale Australien.

"Alles gepasst"

"Heute hat endlich einmal alles gepasst", freute sich im Athener Velodrom Burkhard Bremer, der Sport-Direktor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), dessen Straßenfahrer um Superstar Jan Ullrich noch bitter enttäuscht hatten. Bevor Fiedler den vierjährigen Ramon-Noel auf eine kleine Fahrt einlud, drehte er mit seinen Kollegen und der Deutschland-Fahne nach der Triumphfahrt in 43,980 Sekunden (Japan fuhr 44,081) noch ein paar Runden.

"Lohn harter Arbeit"

"Sicher haben wir mit der Goldmedaille geliebäugelt, aber dass wir es tatsächlich geschafft haben, ist doch eine Überraschung. Das ist der Lohn für unsere harte Arbeit nach der WM. Es hat sich ausgezahlt, dass wir Nimke nach der Bronzemedaille noch eingebaut haben", sagte Bundestrainer Detlef Uibel.

Drittes Gold für Fiedler

Der 34-jährige Fiedler, der als starker Anfahrer die Basis für den Erfolg legte, holte sich in nach seinen Einzel-Erfolgen in Barcelona 1992 und Atlanta 1996 sein insgesamt drittes Olympiagold. Nach Athen will er seine internationale Karriere beenden. Am zweiten Tag der Bahn-Wettbewerbe der Radsportler hatte sich das BDR-Trio in der ersten Runde gegen Großbritannien mit dem frisch gekürten Zeitfahr- Olympiasieger Chris Hoy durchgesetzt. Die deutsche Mannschaft hatte dabei Bestzeit in 43,955 Minuten erzielt. Japan hatte sich gegen die Niederlande durchgesetzt.

In der 4000 Meter-Einzelverfolgung im Athener Velodrom holte sich der Brite Bradley Wiggins die Goldmedaille und trat die Nachfolge von Robert Bartko an. Der Potsdamer war am Vortag ausgeschieden. Wiggins ließ im Finale dem Straßenprofi Bradley McGee, der den diesjährigen Prolog des Giro d’Italia gewonnen hatte, in 4:16,304 Minuten keine Chance. Der Australier fuhr 4:20,436. Die Bronzemedaille sicherte sich der Spanier Sergi Escobar.

In der 3000 Meter-Qualifikation stellte Weltmeisterin Sarah Ulmer aus Neuseeland am zweiten Tag der Bahn-Wettbewerbe in 3:26,279 Minuten einen Weltrekord auf. Im Rennen davor hatte Vize- Weltmeisterin Katie Mactier (Australien) die Bestleistung für kurze Zeit auf 3:29,945 geschraubt. Eine deutsche Starterin war nicht im Rennen.

Andreas Zellmer, DPA / DPA

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