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Erstes Olympia-Wochenende: Nur zwei magere Medaillen

Silberstreif durch Judith Arndt nach dem Bronzewurf von Julia Matijass: Nach einem Wochenende voller Pleiten, Pech und Pannen bescherte die Radsportlerin aus Leipzig der deutschen Mannschaft am Sonntag mit Platz zwei im Straßenrennen die zweite Medaille in Athen.

In einem spannenden Finale musste sich Arndt nach 118,8 Kilometern nur der Australierin Sara Carrigan geschlagen geben. Die erste Plakette hatte am Samstag Judoka Matijass als Dritte in der Klasse bis 48 kg erobert.

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Medaillen-Hoffnungen platzen wie Seifenblasen

Andere deutsche Medaillen-Hoffnungen platzten dagegen. Die fünffache Schwimm-Weltmeisterin und Gold-Favoritin Hannah Stockbauer erreichte über 400 m Freistil nicht einmal das Finale, Jan Ullrich wurde im Rad-Straßenrennen klar abgehängt, der Deutschland-Achter in den Hoffnungslauf geschickt. In der Medaillenwertung lag das deutsche Team nach 25 von 301 Entscheidungen an 15. Stelle. Mit fünf Mal Gold sowie je ein Mal Silber und Bronze waren Chinas Sportler die fleißigsten Sammler von Edelmetall vor dem Team aus Australien (4/1/3).

"Kein Drama"

"Wir kennen das ja, dass es zäh losgeht. Wir machen daraus aber kein Drama", sagte NOK-Präsident Klaus Steinbach in Athen. Am Samstag hatte die 4 x 100 m-Freistilstaffel mit Franziska van Almsick als Schlussschwimmerin nur Platz vier belegt und den Weltrekord an die siegreichen Australierinnen abtreten müssen. Auch für das Paradeboot des Deutschen Ruder-Verbandes begannen die olympischen Regatten mit Platz drei im Vorlauf enttäuschend.

Besonders Ullrich enttäuscht

Rad-Profi Ullrich konnte seinen Triumph von Sydney 2000 nicht wiederholen, landete als 19. im geschlagenen Feld. Erik Zabel kam immerhin als Vierter ins Ziel. In Imke Duplitzer, Claudia Bokel und Britta Heidemann schied das Trio der Degenfechterinnen vorzeitig aus. 2000 in Sydney hatte das deutsche Team am ersten Wochenende der Spiele Gold durch Bahnradfahrer Robert Bartko sowie drei Mal Silber und einmal Bronze errungen.

Kenteris/Thanou-Doping-Posse immer noch ungeklärt

Unterdessen zieht die Doping-Affäre um die griechischen Sprinter Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou weitere Kreise. Das IOC bestätigte, dass sich seine Disziplinarkommission am Montag mit dem Fall beschäftigen wird. Das griechische NOK hatte beide Athleten am Samstag vorläufig aus seinem Olympia-Team suspendiert. Das Schwimm- Duell der Superstars Michael Phelps und Ian Thorpe stand nach dem ersten Tag 1:1. Der Amerikaner Phelps gewann in Weltrekordzeit über 400 m Lagen, der Australier Thorpe holte Gold über 400 m Freistil.

Südafrika schwimmt Weltrekord

Überstrahlt wurden die Schwimm-Wettbewerbe am Sonntag vom Weltrekord der südafrikanischen Staffel über 4 x 100 m Freistil. Das Quartett war in 3:13,17 Minuten eine halbe Sekunde schneller als das australische Quartett beim Olympiasieg 2000. Als Siegerin über 400 m Freistil löschte die Französin Laure Manaudou in 4:05,34 Minuten den 15 Jahre alten Europarekord der Magdeburgerin Anke Möhring aus.

Erfolgreicher deutscher Start im Handball, Hockey und Fußball

Ein sehr überzeugender Start gelang den deutschen Teams in den Mannschafts-Sportarten. Die als Gold-Kandidat gehandelten Handball- Europameister schlugen Griechenland 28:18, die Volleyball-Frauen triumphierten 3:2 über den dreifachen Olympiasieger Kuba, die Hockey- Damen besiegten die Australierinnen 2:1, die Herren Rekord- Weltmeister Pakistan mit dem selben Resultat. Die Fußball- Weltmeisterinnen qualifizierten sich vorzeitig für das Viertelfinale.

Segler vom Winde verweht

Bei den Segelregatten vor Piräus sorgte die 470er-Mannschaft Stefanie Rothweiler/Monika Leu für den ersten deutschen Tagessieg. In der Gesamtwertung verbesserte sich das Duo auf Rang acht. Nach Nicolas Kiefer erreichte auch Thomas Haas die zweite Runde des Tennis-Turniers. Die erste Wetter-Absage der Spiele betrifft die für Montag vorgesehenen Hoffnungsläufe der Ruderer. Wegen der erwarteten starken Winde an der Regatta-Strecke in Schinias wurde das komplette Programm um einen Tag verschoben.

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