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Sport in China: Siegen um jeden Preis

Am 8. August beginnen in Peking die Olympischen Spiele. Wegen seiner dunklen Dopingvergangenheit wird China beäugt wie nie ein Gastgeber zuvor. Ein stern-Team drang in die Niederungen des chinesischen Sports vor, sprach mit geschundenen Athleten - und folgte der Spur des wohl gnadenlosesten Trainers.

Von Christian Ewers, Adrian Geiges, Grit Hartmann

Sie sitzt auf einem Hocker und erzählt von ihren Weltrekorden, wie viel Kilo, Versuche, Preisgeld, sie weiß alles auswendig, bis auf die Kommastelle. Sie erzählt und lächelt, es soll das Lächeln eines Champions sein, aber in Gedanken ist Zou Chunlan woanders. Ihre Hände verraten sie. Sie streicht sich über die Wangen, fährt mit dem Zeigefinger über die Oberlippe, wischt übers Kinn, tastet nach der Gurgel, wieder und wieder. Für Zou Chunlan ist das immer noch ein neues Gefühl. Dass da keine Bartstoppeln kratzen am Kinn. Dass die Wangen weich sind und nicht zerklüftet von Aknenarben. Dass der Adamsapfel nicht hervorspringt, groß wie eine Männerfaust. Die Operation war im vergangenen November, sie dauerte fünf Stunden. Nach einer Woche durfte sie den Verband abnehmen, und als sie in den Spiegel schaute, sagte sie: "Jetzt bin ich wieder eine Frau."

Wenn man Zou Chunlan, 36, gegenübersitzt, mag man kaum glauben, dass sie sich mal wie ein Mann gefühlt hat. Sie ist einsfünfzig groß, bewegt sich mit Trippelschritten und hat schmale Hände. Diese Hände haben 1988 im Zweikampf 152,5 Kilo in die Höhe gestoßen - Weltrekord im Gewichtheben der Frauen, Gewichtsklasse bis 44 Kilo. Zwar wurde er nie offiziell anerkannt, da es keine Dopingkontrollen gab, aber Zou war das egal. Sie hielt sich für die stärkste Frau der Welt.

Man kann sie fragen, ob sie einen Zusammenhang sieht zwischen den Rekorden, dem Bartwuchs und den Pillen und Spritzen, die ihr der Trainer gab. Sie lächelt dann weiter ihr Lächeln und sagt: "Wenn Sie mir Doping unterstellen wollen, brechen wir das Interview jetzt ab."

Schweigen ist Teil des Deals

Zou darf nicht über die Pillen und Spritzen reden, das ist Teil des Deals. Der chinesische Frauenverband hat ihr Waschmaschinen, Trockner und Dampfbügeleisen gekauft, für 17.000 Euro. Es sei immer schon ihr Traum gewesen, eine Wäscherei zu besitzen, sagt sie. Sie sagt nicht, dass ihr der Verband die Einrichtung erst bezahlte, nachdem sie einer Lokalzeitung von ihrer finanziellen Not erzählt hatte.

Wütend und verzweifelt ist sie gewesen vor zwei Jahren. "Wie kann es sein, dass eine ehemalige Weltrekordlerin in Armut leben muss?", sagte sie den Reportern. "Ich habe eine kaputte Wirbelsäule und ein schwaches Herz und schrubbe jeden Tag in der Badeanstalt Männern den Rücken, bis ich zusammenklappe. Für ein paar lächerliche Yuan. Nur um überleben zu können." Wenige Wochen nachdem der Artikel erschienen war, lieferte der Verband die Waschmaschinen. Ein Fotogeschäft machte gratis Hochzeitsfotos von Zou und ihrem Mann - sechs Jahre nach der Hochzeit. Ein Krankenhaus in Changchun, wo sie lebt, im Nordosten Chinas, bot auf Vermittlung der Funktionäre eine kostenlose Schönheitsoperation an. Zou erzählt dem Besuch aus Deutschland ganz ruhig, wie ihr Adamsapfel abgeschliffen wurde. Sie sagt dann, der Gewichtheberverband und sie hätten beschlossen, "dass ich nur noch über meine Erfolge und über die Zukunft rede". Damit sei sie einverstanden, sagt sie. "Ich habe ja eine tolle Zukunft vor mir."

Ihre Stimme ist noch immer tief, ein paar Narben sind geblieben von der Akne, die wohl eine Steroidakne war. Anabole Steroide sind Hormone, die den Kraftaufbau beschleunigen. Doch sie lassen nicht nur Muskeln wachsen, sondern auch Männern Brüste und Frauen Bärte. Es kommt zu Veränderungen im Menstruationszyklus, und wenn Steroide im Jugendalter genommen werden, hemmen sie das Wachstum der Gebärmutter.

Die Wahrheit des Verbandes wurde die eigene

Zou war 14, als sie mit dem Gewichtheben begann. Sie werde nie Kinder bekommen können, sagt sie. Aber, fügt sie hastig hinzu, andere Frauen hätten ja auch Probleme mit dem Kinderkriegen. Und mit der Körperbehaarung ebenso, man müsse nur mal in eine Drogerie gehen, ganze Regale voller Ladyshaver. Sie sagt das wie auswendig gelernt, mit tonloser Stimme. Vielleicht hat sie diese Sätze schon tausendmal zu sich selbst gesagt, so oft, bis die Wahrheit des Verbandes ihre eigene wurde.

Ihre Wahrheit kennt keine anabolen Steroide. Nur Vitaminspritzen. So will es der Verband auch hören und die Kommunistische Partei und deren Chef Hu Jintao. Eine Dopinggeschichte kann jetzt niemand gebrauchen.

China hat in diesem Sommer die Welt zu Gast. Am 8. August werden die Olympischen Spiele in Peking eröffnet, vier Milliarden Menschen werden die Wettkämpfe live verfolgen, 550.000 Touristen erwartet, 20.000 Journalisten berichten. China will ein Gastgeber mit Anstand und Stil sein.

Es darf keine positive Probe geben

Ein guter Gastgeber zu sein heißt, seine Gäste nicht zu betrügen. Nicht zu dopen. Es darf bei den Spielen keine positive Probe im chinesischen Team geben. Das wäre das Schlimmste, das wäre die Bestätigung der Vorurteile des Westens: Die sind doch sowieso wieder gedopt. So wie 1994 bei den Asien-Spielen, als elf Chinesen des Anabolikakonsums überführt werden. Oder 1998, Schwimm-WM in Perth: Im Reisegepäck einer chinesischen Athletin finden Zollbeamte 13 Ampullen mit Wachstumshormonen. Genug, um ein ganzes Team zu dopen. Oder 2000, Olympische Spiele in Sydney: Zwei Wochen vorher kündigt das Internationale Olympische Komitee (IOC) an, erstmals auf das Blutdopingmittel Epo zu testen. Prompt zieht China 27 bereits gemeldete Sportler zurück. Oder 2006, Sportschule Anshan, Provinz Liaoning. Bei einer Razzia werden in Klassenräumen 25 Flaschen Epo, 17 Ampullen mit Steroiden und neun Ampullen Testosteron gefunden. Im Kühlschrank des Schulleiters lagern 275 Flaschen Epo und 124 mit Steroiden. Es ist nicht bekannt, dass die Verantwortlichen bestraft wurden.

Der chinesische Sport hat eine dunkle Vergangenheit, und das macht die Gegenwart für das Land so schwer erträglich. Misstrauen, Unterstellungen, Argwohn - wohl noch nie in der olympischen Geschichte ist ein Gastgeber so kritisch beäugt worden.

Wenn man durchs Land reist, um das Sportsystem zu ergründen, wird man das Gefühl nicht los: Dass es da noch ein zweites China gibt, ein Schattenreich.

Die große Inszenierung

Die Inszenierungswut des offiziellen China schürt ein Unbehagen. Schon während der Bewerbungsphase für die Spiele ging es los mit dem Kulissenbau. Als eine IOC-Kommission in Peking zu Besuch war, wurden Rasenflächen mit grüner Farbe besprüht und kahle Bäume mit künstlichem Laub behängt - mitten im Winter. Das IOC wünscht ja grüne Spiele. Und das IOC wünscht saubere Spiele.

Wang Dexian darf eigentlich kein Trainer mehr sein, er ist einer der größten Doper in der chinesischen Leichtathletik. Zum ersten Mal wurde er 1995 erwischt, und im Oktober 2005 flog seine damals beste Läuferin Sun Yingjie auf. Sie hatte den Peking-Marathon gewonnen und lief nur zwei Tage später bei den nationalen Meisterschaften als Zweite über 10.000 Meter ein - danach wurde sie positiv auf Anabolika getestet. Es war das zweite festgestellte Dopingvergehen des Trainers, und das bedeutete nach dem chinesischen Anti-Doping-Gesetz: lebenslange Sperre.

Seit jenen Herbsttagen macht sich Wang rar. Angestellt ist er beim Eisenbahner-Sportverein, zu sprechen ist er nicht. Er hat ein Handy, aber er geht nur ran, wenn er die Nummer im Display kennt. Beim Leichtathletikverband heißt es, Wang Dexian sei suspendiert. Sein Bruder Deming betreue nunmehr die Athletinnen, gemeinsam mit Dexians Frau Zhu Fengling. Aber was bedeutet in diesem Land eine "Sperre" für Trainer? Yu Weili, der Chef des "Aufsichtsrats des Zentrums für Leichtathletik in China", sagt: "Niemand kann sie daran hindern, wenn Sportler bei ihnen trainieren wollen." Nur bei Wettkämpfen dürften sie nicht mehr auf den Listen erscheinen.

Der gefürchtete Wang

Shanhaiguan ist die Heimat der Familie Wang. Eine Stadt am östlichen Ende der Großen Mauer, vier Autostunden von Peking entfernt. Es ist still dort, nur manchmal ist das Kreischen der Gleise zu hören, wenn ein Güterzug durchfährt. Wangs Vater Taixian lebt hier in einem Haus aus Ziegeln, von den Wänden blättert der Putz. Vor zwei Wochen seien seine beiden Söhne zum Trainingslager hier gewesen, sagt der Vater, ja, natürlich, mit den Läuferinnen. Sie hätten in jenen zwei umzäunten Häusern gewohnt, die Dexian schon lange gehörten - sein Basislager, von scharfen Hunden bewacht, bei den Sportlern gefürchtet.

Für den Vater ist der Sohn ein Held. "Dexian kann sehr streng sein", sagt er, "aber er macht saubere Arbeit und hat großen Erfolg." Der Vater will die Geschichten nicht glauben, die 2006 vor Gericht verhandelt wurden. "Lügen", sagt er, "alles Lügen." Mehrere frühere Weltklasseläuferinnen hatten den Sohn verklagt, weil er ihre Prämien und Gehälter veruntreut hatte. Wang Dexian stritt alles ab. Das Verfahren dauerte, die Klägerinnen konnten die Prozesskosten kaum mehr tragen; Ai Dongmei, eine Marathon-Meisterin, kündigte gar an, ihre Medaillen zu verkaufen, um sich und ihre kleine Tochter durchzubringen.

Doch dann packte die Langstreckenläuferin Guo Ping aus. Endlich traute sich eine Athletin, detailliert über die Qualen des Trainings unter "Leiter Wang" zu sprechen. "Ich durfte nur einmal in fünf Jahren nach Hause zu meinen Eltern", sagte sie chinesischen Reportern. "Wang verbot uns jeden Kontakt zur Außenwelt. Wir wurden mit Peitschen, Knüppeln oder einem Elektrostab geschlagen. Wenn der Strom aus war, bedeckten rote, taube Flecken den Körper. Und wenn wir zu langsam waren im Training, fuhr er uns mit der Stoßstange seines Autos von hinten in die Beine."

Nun kümmert sich das System

Als die Geschichte in der Welt war, zahlte Wang. Guo Ping erhielt 5300 Euro. Sie ist heute schwerbehindert, lebt in einer Lehmhütte, ihre Füße sind verkrüppelt vom Lauftraining, mit bis zu 60 Kilometern täglich. Sie kann nicht mehr länger als zehn Minuten gehen. Ai Dongmei hatte mit gebrochenen Knochen trainieren müssen; ihre Füße waren deformiert, nur noch Klumpen. Sie bekam 20.000 Euro, das System sorgt nun für die populärste Klägerin: Ai Dongmei hat mehrere Fußoperationen hinter sich, sie betreibt einen Sportartikelstand in einem Kaufhaus, ohne Miete zahlen zu müssen.

Trainer Wang aber, der ihre Leiden zu verantworten hat, ist noch immer im Geschäft. Sein Vater sagt, er sei nie draußen gewesen. "Meine Söhne arbeiten jetzt in Qinghai", sagt er. Wangs Spuren führen ins Hochland nach Xining, 1400 Kilometer westlich von Peking, eine Arbeiterstadt, die aussieht wie eine Bleistiftskizze. Grau die Fabriken, grau die Flüsse, grau die Gesichter der Menschen. Ein paar Kilometer entfernt liegt der Duoba-Komplex am Fuße einer Gebirgskette. Es ist das nationale Höhentrainingslager, gerade erst umgebaut für die besten Schwimmer und Leichtathleten, und steht unter der Leitung des Sportministeriums.

Duoba sieht aus wie ein Ufo, gelandet im Nirgendwo des Hochlands von Qinghai. Der perfekte Ort, um abzutauchen in diesem riesigen Land. Aber das gelingt nur, wenn höchste Stellen mitspielen.

"Frau Doktor" verteilt die Medikamente

Am Rand der Aschenbahn sagt eine Leichtathletiktrainerin, Wang sei natürlich Chefcoach der Frauen - "da hat sich nichts geändert". Ein Mädchen an der Rezeption des Teamquartiers erzählt, Wangs Gattin Zhu Fengling werde von den Athletinnen nur mit "Frau Doktor" angesprochen. "Ich putze hier auch die Zimmer", sagt das Mädchen, "in Frau Zhus Raum liegen immer eine Menge Medikamente."

Derzeit, so ist sogar in chinesischen Zeitungen und Blogs zu lesen, trainiert Wang wie eh und je die schnellsten Langstrecklerinnen. Seine Schützlinge sind jung, 17, 18 Jahre, sie laufen schnell, so schnell, wie Frauen sonst in diesem Alter nicht laufen. Eine heißt Zhang Yingying, sie soll über 5000 und 10.000 Meter starten, erst seit Kurzem steht sie auf den Listen der internationalen Dopingfahnder. Wo ist das Mädchen gerade? Wo steckt Wang selbst? Er bleibt ein Phantom, auch in Duoba ist er nicht anzutreffen. Wen auch immer man fragt, jeder sagt, er wisse nichts. Es scheint auch niemanden zu interessieren.

Der Aufstieg zur globalen Wirtschaftsmacht hat China verändert. Jeder will davon profitieren, jeder schaut auf sich, und das macht die Menschen geschäftig, das Land chaotisch. Dieses neue China braucht Typen wie Wang. Das ist das Dilemma des Landes. Der Trainer steht für das alte China, für Doping und Drill - eine Ära, die man für überwunden erklärt hat. Doch aus Kaderschmieden wie seiner kommen genau jene Sportler, die bei den Spielen die Leistungsfähigkeit des neuen China demonstrieren sollen. Die KP, die seit fast 60 Jahren regiert, will im August keine Schlagzeilen über Doping und Drill lesen. Einen Misserfolg aber kann man sich nicht leisten. Mit 32 Goldmedaillen belegte China 2004 in der Nationenwertung den zweiten Platz hinter den USA. Nun sind die Erwartungen gewaltig.

Wer schwächelt, wird ausgespuckt

Das spüren die Sportler. Wer Leistung bringt, bekommt gutes Essen, einen ordentlichen Lohn, wer gar olympisches Gold holt, angeblich 100.000 Euro und ein Auto. Wer schwächelt, krank oder alt ist, den spuckt das System aus. Meist sind es Kinder vom Land, aus mittellosen Familien und ohne Bildung, die für die Sportschulen rekrutiert werden. Die sind hungrig, die sind formbar und haben schon zu Hause gelernt, was im Internat verlangt wird: "chi ku", Bitternis essen.

Wer später nicht aufschreit, wie die Gewichtheberin Zou, Tochter eines Bauern, oder vor Gericht zieht wie die Läuferin Guo, Tochter eines Minenarbeiters, der bekommt keine echte Unterstützung. Rund achtzig Prozent der 300.000 früheren Spitzenathleten Chinas leben heute in Armut.

Cui Dalin will nicht über Armut reden. Nur über das, was er Fortschritt nennt. Er ist so etwas wie der Außenminister des chinesischen Sports: der Vizesportminister und Vizechef des Nationalen Olympischen Komitees. Er sitzt in seinem Büro in Peking, lehnt sich weit zurück in seinem Stuhl und redet und redet. Der Funktionär sagt, der Sport in seinem Land sei sauber. "Wir setzen schon seit 1989 eine strikte Anti-Doping-Politik durch. Im weltweiten Vergleich sind wir ganz vorn. Das garantieren unsere drei S: strenge Verbote, strenge Kontrollen, strenge Strafen."

Dopingmittel? Schildkrötenblut!

Er selbst hat es mit den "drei S" nicht so. In den 90er Jahren war er Leiter der Provinzsportverwaltung Liaoning, und zu seinen wichtigsten Männern zählte ein Leichtathletiktrainer namens Ma Junren - der Vorgänger des berüchtigten Wang Dexian. Für seine Provinz holte Ma viele Medaillen mit jenen Wunderläuferinnen, die als "Mas Familien-Armee" bezeichnet wurden. Einige ihrer Weltrekorde bestehen bis heute. Er dopte sie mit Epo, behauptete aber, seine Sportler schluckten nur Schildkrötenblut, er schlug sie und gab die Prügel 1995 sogar öffentlich zu.

Diesen übel beleumundeten Medaillenschmied machte Cui Dalin 1998 zu seinem Stellvertreter in der Provinz Liaoning. Die erbitterte Rivalität der Provinzen prägt die Sportkultur Chinas - auch deshalb ist, anders als einst in der DDR, ein zentral dirigiertes Staatsdoping kaum denkbar.

Kraft seiner Ämter ist dieser Cui Dalin heute stolzer Botschafter für Chinas Anti-Doping-Programm. Und nebenbei Chef des Höhentrainingszentrums Duoba. Ob gesperrte Trainer weiterarbeiten dürften? "Nein, niemals", sagt er.

Vor den Spielen verstummen alle

Wo sind diejenigen, die mit ihrer Geschichte eine Debatte entfachen könnten, jetzt, wo die Welt auf China schaut, wenige Wochen vor den Spielen? Wo ist ihre Stimme? Die Läuferin Ai Dongmei sagt: "Ich will nicht vor Ausländern über unsere dunklen Punkte reden." Ihre Mitstreiterin Guo Ping: Sorry, no comment. Die Gewichtheberin Zou Chunlan verstummt.

Sie wollen jetzt endlich ihren Frieden, nicht das System verändern. Zou Chunlan hat ihre Wäscherei, Ai Dongmei und Guo Ping haben ihr Geld. Es ging von Anfang an um ein Auskommen, nicht um Doping, nicht um Körperverletzung. Es konnte nicht ums Prinzip gehen - dies ist ein Land, in dem offene Worte Gefängnis bedeuten können. Das macht es den alten Kadern leicht, im neuen, geschäftssüchtigen China weiterzuwirken. Ganz offiziell, wie der Funktionär Cui, oder heimlich, wie der Trainer Wang. Alle bleiben sie in ihren Rollen, wenige Wochen vor den Spielen, dem Jahrtausendfest: Täter und Opfer.
Mitarbeit: Ellen Deng

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