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Olympia 2012: Handball: Kein deutsches Team dabei - Frankreich ist der Favorit

Bei den Olympischen Spielen in London ist erstmals keine deutsche Handball-Mannschaft am Start. Einzige deutsche Teilnehmer sind die Schiedsrichter Lars Geipel und Marcus Helbig. Gold-Favoriten sind Frankreich bei den Männern und Norwegen bei den Frauen.

Am 25. Januar wurde die Befürchtung traurige Gewissheit: In London findet olympischer Handball erstmals ohne deutsche Männer statt. Eine knappe Niederlage gegen Polen und Platz sieben bei der EM in Serbien besiegelten das Olympia-Aus für die Auswahl von Bundestrainer Martin Heuberger. "Es ist nicht der Niedergang des deutschen Handballs", hatte Heiner Brand, Sportmanager des Deutschen Handballbundes (DHB), die historische Schlappe erstaunlich gelassen kommentiert.

Doch den DHB hatte es zuvor schon einmal hart getroffen. Die Frauen-Nationalmannschaft hatte sich bei der WM in Brasilien mit Platz 17 blamiert und Olympia dadurch verpasst. Wenn vom 28. Juli an jeweils zwölf Männer- und Frauen-Teams in die Vorrunde starten, ist der deutsche Handball erstmals nur Zaungast.

Einzige deutsche Teilnehmer sind die Schiedsrichter Lars Geipel und Marcus Helbig. Das Duo aus Steuden und Landsberg hatte bei der Männer-EM in Serbien das "kleine Finale" gepfiffen und war zuvor bei der Männer-WM in Schweden und den Frauen-Weltmeisterschaften in Frankreich und China zum Einsatz gekommen.

2008 in Peking hatte der DHB noch jubiliert, nach zwölf Jahren Pause wieder beide Teams zum olympischen Turnier gebracht zu haben. Doch schon in China waren weder die Männer noch die Frauen konkurrenzfähig und schieden bereits in der Vorrunde aus.

Frankreichs Männer und Norwegens Frauen hatten in Peking Gold gewonnen. Beide Auswahl-Teams gehören auch an der Themse zu den Favoriten. Allerdings sind die Vorzeichen unterschiedlich.

Die Franzosen um ihre Superstars Nikola Karabatic, Thierry Omeyer und Daniel Narcisse erlebten bei der EM in Serbien als Elfter ein nicht für möglich gehaltenes Debakel. Zuvor hatte das Team jeweils Gold in Peking, bei der WM 2009 und 2011 sowie der EM 2010 gewonnen. In Belgrad triumphierte der WM-Zweite Dänemark und schob sich so in die Rolle als erster Mitfavorit. Auch der EM-Zweite Serbien sowie Spanien und wie immer Kroatien gehören zu den Gold-Anwärtern.

Anders sieht es bei Norwegens Frauen aus. In Brasilien lösten die Skandinavierinnen Russland nach drei Titeln in Serie als Weltmeister ab. Seit 2004 sind die Norwegerinnen ununterbrochen Europameister. Und das trotz des zwischenzeitlichen Wechsels auf der Position des Cheftrainers: 2009 folgte der Isländer Thorir Hergeirsson auf die Erfolgstrainerin Marit Breivik.

Hinter dem Topfavoriten drängen sich mehrere Teams im Kampf um die Podestplätze. Russland, der WM-Zweite Frankreich oder auch Spanien können Norwegen das Leben schwer machen. Auch der zweimalige Olympia-Zweite Südkorea oder der wiedererstarkte Rekord-Olympiasieger Dänemark haben Medaillenambitionen.

Einmal mehr ohne jegliche Aussichten auf Erfolg sind die Teams des Gastgebers. Die nach der Olympia-Vergabe 2005 aus dem Boden gestampften Nationalmannschaften Großbritanniens werden nicht über die Vorrunde hinaus kommen, können aber auf die Sympathien der Zuschauer hoffen.

Von Martin Kloth /DPA / DPA

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