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Olympia 2012 Nach Box-Pleite von Peking soll Medaille her


Vier deutsche Boxer gehen in London an den Start. Eine Medaille soll es werden. Aussichtsreich steigt der WM-Dritte Erik Pfeifer in den Ring. Deutsche Frauen fehlen bei ihrer Olympia-Premiere.

Für die deutschen Boxer kann es nur besser werden. Vor vier Jahren in Peking gab es eine totale Pleite. Damals waren vier Faustkämpfer des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) gestartet und schon in der Vorrunde komplett rausgeflogen. Das war das schlechteste Ergebnis bei Olympischen Spielen: Erstmals seit 80 Jahren waren deutsche Boxer ohne Medaille geblieben.

In London ist erneut ein Quartett am Start: Patrick Wojcicki (Wolfsburg/Weltergewicht), Stefan Härtel (Berlin(Mittelgewicht), Enrico Kölling (Berlin/Halbschwergewicht) und Erik Pfeifer (Lohne/Superschwergewicht). "Diesmal läuft es besser", prophezeit DBV-Präsident Jürgen Kyas. "Die Vorbereitung ist anders, sie ist systematisch auf den Saisonhöhepunkt ausgerichtet. Das war vor vier Jahren nicht so. Da waren alle platt."

Härtel, Kölling und Pfeifer hatten sich bereits bei den letztjährigen Weltmeisterschaften in Baku qualifiziert. Wojcicki musste die Rosskur beim europäischen Ausscheid in Trabzon mitmachen, bei dem nicht alles mit rechten Dingen zuging und Gastgeber Türkei überraschend die Maximalzahl von sechs London-Plätzen abgriff.

Pfeifer reist als WM-Dritter nach London und ist damit einziger hochdekorierter Athlet im der deutschen Mini-Staffel. Auch diesmal wird dem 25 Jahre alten Sportsoldaten zugetraut, aufs Podest zu klettern. Kyas hält sogar mehr für möglich: "Alle vier haben Chancen, in den Medaillenbereich zu kommen."

London hält zum einen eine Premiere, zum anderen einen Abschied parat. Erstmals ist Frauen-Boxen olympisch. Die deutschen Farben sind im Feld der 36 Teilnehmerinnen in drei Gewichtsklassen (51, 60, 75 Kilogramm) allerdings nicht vertreten. Deutschlands Faustkämpferinnen scheiterten allesamt in der Qualifikation.

Abschied genommen wird von der Amateurregel. Letztmals dürfen bei Olympia keine Profis antreten. 2016 in Rio de Janeiro ist es soweit. Einzige Voraussetzung: Die Boxer gehören dem neugegründeten Profi-Verband (PBA) des Amateur-Weltverbandes AIBA an und dürfen nicht zu einem privaten Promoter wechseln. Der zweimalige Weltmeister im Weltergewicht, Serik Sapijew aus Kasachstan, ist bereits AIBA-Profi. Aus Deutschland hat Ex-Weltmeisterin Susi Kentikian Interesse angemeldet.

Von Franko Koitzsch /DPA DPA

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