HOME

Mark Cavendish: Unglaublich, dass der Rad-Rüpel nach dieser Aktion noch Silber kassiert

Radrennfahrer Mark Cavendish hat sich in seiner Karriere einen zweifelhaften Ruf erarbeitet. Beim olympischen Bahnrad-Rennen checkt er wieder einmal einen Konkurrenten weg. Doch dann gibt es für den Crash eine feine Rache.

Mark Cavendish fährt im Velodrom während zwei seine Konkurrenten am Rand der Bahn liegen

Nicht die feine englische Art: Mark Cavendish (M.) fährt weiter, während Elia Viviani und Sanghoon Park seinetwegen gestürzt sind

Da müssen olympischer Geist und Sportsgeist wohl gemeinsam eine Caipirinha am Strand genommen haben. Im Velodrom von Rio de Janeiro waren sie jedenfalls nicht, als der Brite Mark Cavendish beim Bahnrad-Mehrkampf antrat. Oder Cavendish hatte das mit dem Kampf zu wörtlich genommen.

Die Szene: Er zieht von der Ideallinie nach oben in die Bahn, schaut über die Schulter zum Südkoreaner Sanghoon Park, der gerade vorbeiziehen will - und kehrt zurück auf die Ideallinie.

Mit dem Hinterrad rammt Cavendish das Rad des Südkoreaners weg. Park stürzt, der Italiener Elia Viviani kann nicht mehr ausweichen und kommt ebenfalls zu Fall. Park wird mit der Trage abtransportiert und landet mit Prellungen und Abschürfungen im Krankenhaus. Cavendish fährt ungerührt weiter.

Ein Rennunfall, wie er halt passiert? Ausgeschlossen, dass Cavendish den Südkoreaner nicht gesehen hat. Es sieht eher so aus, als habe Cavendish mit Absicht gehandelt. Zumal der britische Spinter sich im Laufe seine Karriere sein Drecksack-Image redlich erarbeitet hat. Bei der Tour de Suisse 2010 verhinderten mehrere Teams auf einer Etappe einen pünktlichen Start, um gegen Cavendish zu protestieren. Der hatte kurz vor dem Ziel der vierten Etappe einen Sturz provoziert. Drei seiner Konkurrenten konnten das Rennen wegen ihrer Verletzungen nicht fortsetzen. Cavendish schon. Auf der Tour de France 2013 checkte er in einem Zielsprint den Niederländer Tom Veelers um. Und auch sonst geht er nicht gerade zimperlich zu Werke für einen Sieg.

Mark Cavendish gesteht "Fehler" ein

Nun hat es also den Südkoreaner erwischt. Auf den Vorfall angesprochen, raunzte Cavendish erst einen Reporter an, um Minuten später doch einzugestehen: "Das war mein Fehler, ich hätte mehr auf meine Fahrlinie achten sollen."

Erstaunlicherweise neutralisierte die Jury das Rennen nur kurzzeitig, ließ Cavendish aber ohne Disqualifikation davonkommen. Doch dann schauten olympischer Geist und Sportsgeist doch noch im Velodrom vorbei: Die Goldmedaille schnappte sich Viviani. Der Italiener hatte sich nach dem Sturz wieder aufrappeln können.

tkr

Wissenscommunity