HOME
Olympia Kompakt

Emotionen in Rio: Judo-Trauer an der Mülltonne

Die Wettkämpfe der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sind angelaufen: Neben den großen Geschichten gibt es auch jede Menge kurze, zum Teil bunte und dramatische Meldungen rund um Olympia 2016.

Serge Gnabry rettet der deutschen Olympia-Elf mit seinem Tor in letzter Minute einen Punkt gegen Südkorea

Serge Gnabry rettet der deutschen Olympia-Elf mit seinem Tor in letzter Minute einen Punkt gegen Südkorea

Bis zum 21. August 2016 finden in der brasilianischen Stadt Rio de Janeiro die 31. Olympischen Spiele statt. Unter anderem in den Disziplinen Fußball, Bogenschießen, Fechten, Golf, Handball, Reiten, Leichtathletik, Radsport, Rudern, Schießen, Schwimmen und Tennis werden die Olympioniken gegeneinander antreten. Neben den großen Geschichten rund um die Spiele und die Sportler gibt es auch viele zum Teil bunte und kuriose Meldungen rund um Olympia 2016. 

+++ Alles Wichtige rund um Olympia 2016 finden Sie hier +++

+++ 7. August: Gnabry rettet deutsche Olympia-Fußballer +++

Mit einem Last-Minute-Treffer hat Serge Gnabry den deutschen Fußballern die Chance auf den Einzug in die K.o.-Runde der Olympischen Spiele bewahrt. Der Spieler des FC Arsenal schoss am Sonntag in der zweiten Minute der Nachspielzeit das Tor zum 3:3-Endstand gegen Südkorea. Damit wartet die Mannschaft von Trainer Horst Hrubesch zwar weiter auf den ersten Sieg bei Olympia seit 28 Jahren, kann mit einem Kantersieg im Gruppenfinale gegen Fidschi aber noch aus eigener Kraft die K.o.-Runde erreichen. Vor 18 000 Zuschauern hatten Gnabry (33. Minute) und Davie Selke (55.) die weiteren DFB-Treffer erzielt. Für Südkorea trafen Hwang Hee-Chan (25.), der Ex-Leverkusener Heung-Min Son (57.) und Hyun Suk (87.). 

+++ 7. August: Judo-Trauer an der Mülltonne +++

Dabeisein ist alles, aber Ausscheiden tut dennoch weh: Der britische Judokar Ashley McKenzie kauert nach seinem verlorenen Kampf gegen Yeldos Smetov wie ein Häufchen Elend neben den Mülltonnen in den Katakomben. Der britische Commonwealth-Champion steht jedenfalls zu seiner Trauer: Er hat das Bild selbst auf Twitter verbreitet. 

+++ 7. August: Florettfechter Joppich im Achtelfinale +++

Florettfechter Peter Joppich hat sein erstes Olympia-Duell in Rio de Janeiro dank eines starken Comebacks gewonnen. Der viermalige Weltmeister aus Koblenz besiegte den Franzosen Enzo Lefort in der Runde der 32 am Sonntag mit 15:13, obwohl er zwischenzeitlich vier Punkte zurückgelegen hatte. Im Achtelfinale trifft der 33-Jährige auf den Italiener Giorgio Avola, der 2012 in London im Teamwettbewerb olympisches Gold gewann.

+++ 7. August: Serbien rät seinen  Sportlern von Kontakt mit Kosovaren ab +++

Die serbische Regierung hat ihren Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio geraten, jeden Kontakt mit Sportlern aus dem benachbarten Kosovo zu vermeiden. Selbst bei einer Siegerehrung sollten die Serben das Podest unter Protest verlassen, sagte Sportminister Vanja Udovicic am Sonntag den Medien in Belgrad.

"Wir können weder die Hymne hören noch die Nationalfahne ansehen", begründete der Minister den ungewöhnlichen Ratschlag mit Blick auf das Kosovo. Denn damit würde man automatisch die Souveränität der früheren serbischen Provinz anerkennen. Die Entscheidung bleibe aber jedem einzelnen serbischen Sportler überlassen. "Das ist nur ein Ratschlag", sagte der Minister.

Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo ist seit acht Jahren ein selbstständiger Staat, der zum ersten Mal an Olympischen Spielen teilnimmt. Während bisher etwa 110 Staaten das kleine Balkanland völkerrechtlich anerkannt haben, will Serbien diese Region wieder zurückbekommen. Die EU und die USA haben bisher vergeblich versucht, die verfeindeten Nachbarn auszusöhnen.

+++ 7. August: Deutschland-Achter bricht Training ab +++

Die olympischen Ruderwettkämpfe in Rio de Janeiro leiden weiter unter dem starken Wind auf der Lagoa Rodrigo de Freitas. Die Rennen am zweiten Tag der Sommerspiele in Brasilien konnten nicht wie geplant um 8.30 Uhr Ortszeit beginnen, sondern wurden auf 10.30 (15.30 Uhr MESZ) verschoben.

"Das ist meiner Meinung nicht ruderbar. Man sollte vielleicht überlegen, ob es nicht am Nachmittag besser ist. Wenn die Bedingungen so sind wie heute Morgen beim Training ist es reine Lotterie, reines Glücksspiel", sagte Bundestrainer Ralf Holtmeyer am Sonntag nach der abgebrochenen Übungseinheit des Deutschland-Achters.

Das Paradeboot war nach nur einer Runde vollgelaufen. Nach dem Abbruch wurde die Einheit auf die Ergometer im Olympischen Dorf verlegt. Der Achter hat seinen ersten Auftritt im Vorlauf am Montag (16.00 Uhr MESZ).

+++ 7. August: Für Harting und Fischer ist Rumknutschen tabu +++

Olympiasieger Robert Harting und seine Freundin Julia Fischer schlafen bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro getrennt. "Wir gehen (...) nie zusammen auf ein Zimmer", erzählte die Vize-Europameisterin in der "Bild am Sonntag". Das Diskus-Duo aus Berlin ist da ganz konsequent. "Im Trainingslager kommt dann irgendwann mal Urlaubscharakter auf", erklärte Fischer. "Das machen wir nie so, auch bei keinem Wettkampf - besonders nicht in Rio."

Jeder konzentriere sich auf sich. "Es ist auch so, dass wir uns nach der Saison wieder aneinander gewöhnen müssen", meinte Fischer. Man sei zwar zusammen im Trainingslager, "aber es ist nicht so, dass wir Händchen haltend durch die Gegend laufen oder rumknutschen". Der dreimalige Weltmeister Harting findet es dennoch "ganz cool", zusammen mit seiner Lebensgefährtin bei Olympia zu starten: "Wir freuen uns beide." 

+++ 7. August: Deutsche Fußball-Frauen enttäuschen +++

Mit einem späten Tor hat Saskia Bartusiak die deutschen Fußball-Frauen vor einem herben Rückschlag im Olympia-Turnier bewahrt. Die Abwehrspielerin vom 1. FFC Frankfurt rettete dem Europameister am Samstag (Ortszeit) mit ihrem erst dritten Länderspieltor in der 88. Minute ein glückliches 2:2 (1:2) gegen Australien. Samantha Kerr (6.) und Caitlin Foord (45.) trafen für den Weltranglistenfünften aus Down Under, Sara Däbritz (45.+2) brachte die DFB-Auswahl noch vor der Pause heran. Vor allem in der Defensive offenbarte das deutsche Team gravierende Schwächen, die im Gruppenfinale gegen Tabellenführer Kanada (6 Punkte) an diesem Dienstag unbedingt abgestellt werden müssen.

+++ 7. August: Deutsche Hockey-Herren souverän +++

Die deutschen Hockey-Herren sind mit einem Sieg in das olympische Turnier in Rio de Janeiro gestartet. Der Olympiasieger von 2008 und 2012 setzte sich am Samstagabend (Ortszeit) mit 6:2 (4:1) gegen Außenseiter Kanada durch und übernahm damit die Tabellenführung in der Gruppe B.

+++ 6. August: Schuss aufs Pressezelt in Rio +++

Auf das Pressezelt des olympischen Reitsport-Geländes in Rio de Janeiro ist geschossen worden. "Es ist gegen Mittag eine Patrone gefunden worden", bestätigte Mario Andrada, Kommunikations-Direktor des Organisationskomitees am Samstag in Rio de Janeiro. "Wir untersuchen, wo die Patrone herkommt, was es für eine Patrone ist." Er sei sicher, dass der Schuss "nichts mit den Olympischen Spielen oder den Journalisten hier zu tun hat".

+++ 6. August: Australier Millman schreibt Olympia-Geschichte +++

Mit einem solch historischen Erfolg hatte der unbekannte australische Tennisprofi John Millman überhaupt nicht gerechnet. Zum ersten Mal nimmt der Weltranglisten-75. an den Olympischen Spielen teil und schrieb gleich zum Auftakt am Samstag in Rio de Janeiro Geschichte. Mit seinem 6:0, 6:0-Sieg verpasste Millman dem Litauer Ricardas Berankis die Tennis-Höchststrafe. Das hatte es in einem Herren-Einzel bei Olympia zuvor noch nie gegeben.

+++ 6. August: Horror-Verletzung beim Turnen +++

Die Bilder von der schweren Beinverletzung des französischen Turners Samir Ait Said haben am Samstag bei den olympischen Wettkämpfen in Rio de Janeiro für Entsetzen gesorgt. Ein Aufschrei ging durch das Publikum, als der 26 Jahre alte Europameister von 2013 im zweiten Durchgang der Qualifikation bei seinem Sprung so unglücklich auf dem linken Bein landete, dass der Unterschenkel quer stand. Minutenlang blieb er auf den Matten liegen und musste von Medizinern versorgt werden. Schließlich wurde Ait Said nach einer kurzen Erstversorgung auf einer Trage aus der Olympic Arena und in ein Krankenhaus gebracht. Eine erste Diagnose in der Turn-Arena ergab einen Unterschenkelbruch. Das Team und auch die weiteren Turner in der Halle reagierten geschockt. Zuvor hatte sich bereits der deutsche Turner Andreas Toba das Kreuzband gerissen.

+++ 6. August: Verdächtiger Gegenstand an der Copacaba gesprengt +++

Aus Sicherheitsgründen hat die brasilianische Polizei einen verdächtigen Rucksack in der Nähe des berühmten Copacabana-Strandes gesprengt. Die Explosion ereignete sich in der Umgebung des Zieleinlaufs des olympischen Rad-Straßenrennens der Männer, wie ein Polizist am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Rucksack habe auf einem Container in der Nähe des Zielbereiches gelegen, habe aber lediglich Kleidung und andere Ausrüstung enthalten. Die Polizei war von einer Anwohnerin alarmiert worden, die den Rucksack aus dem Fenster ihrer Wohnung gesehen hatte.

+++ 6. August: US-Basketballer landen im Bordell +++

Offiziell wollten sie sich nur in einem Spa erholen, doch die US-Basketball-Stars DeAndre Jordan, DeMarcus Cousins und DeMar Derozan haben sich offenbar in der Tür geirrrt. Jedenfalls berichtet die US-Promi-Seite "TMZ", die NBA-Stars hätten das "Temas Monte Carlo" besucht, ein Bordell, das der Rolling Stone einmal als "eines der nobleren in Rio" beschrieb. TMZ zitiert eine nicht näher genannte Quelle - demnach beschreibt sich der Laden auf Nachfrage selbst als "Spa", die US-Stars hätten das Misgeschick bemerkt und seien direkt gegangen. Eine andere Quelle soll allerdings berichten, dass die Stars an der Bar auch jede Menge Drinks bestellt hätten. Welche Version auch immer wahr ist: Das erste Spiel der US-Auswahl steigt in der Nacht zu Sonntag (0 Uhr) gegen China.

+++ 6. August: Fußballerin Laudehr könnte ins Turnier zurückkehren +++

Der deutsche Olympia-Chefarzt sieht für die verletzte Fußballnationalspielerin Simone Laudehr gute Chancen, bei den Spielen in Rio wieder zum Einsatz zu kommen. "Ein Außenband im linken Knöchel ist gerissen und ein weiteres angerissen. Das kann man eigentlich ohne Probleme stabilisieren", erklärte Bernd Wolfarth am Samstag im Deutschen Haus. Problematischer sei, dass Laudehr beim 6:1-Sieg im Auftaktspiel gegen Simbabwe zudem eine Knochenkompression erlitten habe. "Das ist eine Frage des Schmerzes", erklärte Wolfarth. "Doch die ersten 48 Stunden waren positiver als gedacht."

+++ 6. August: Ukraine warnt Sportler vor Interviews mit russischem TV +++

Der ukrainische Sportminister Igor Schdanow hat die Athleten des Landes vor Kontakt mit russischen Medien gewarnt. Vorausgegangen waren Interviews im Moskauer Staatsfernsehen, in denen ukrainische Sportler das Fehlen russischer Athleten in Rio de Janeiro bedauert hatten. Dies bedeute auch einen Qualitätsverlust für die Spiele, hatten die Ukrainer etwa gesagt.

In dem von Schdanow kritisierten russischen TV-Beitrag hatte die ukrainische Läuferin Natalia Pogrebnjak unter anderem moniert, es werde mit zweierlei Maß gemessen. Es sei ungerecht, dass etwa im US-Team Sportler, die ihre Dopingstrafe verbüßt hätten, teilnehmen und russische Sportler nicht, sagte sie. Pogrebnjak erwähnte ihren guten Freund, den russischen Dreispringer Dmitri Sorokin. Viele russische Sportler fehlen wegen des Dopingskandals in ihrem Land, Russische Leichtathleten sind für Rio komplett gesperrt.

Moskau nutze solche Interviews zur politischen Propaganda, meinte Schdanow. Es habe eine harte Ansage gegenüber dem Olympia-Kader gegeben. Der Minister empfahl den Athleten, solche Interviews zu vermeiden. Das Verhältnis zwischen den Nachbarländern ist seit der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 zerrüttet. Der ukrainische Judotrainer Vitali Dubrowa hatte vor den Spielen beklagt, dass kein Journalist seines Heimatlandes in Rio sei.

+++ 5. August: CAS kippt IOC-Beschluss zu gedopten Russen +++

Auch Whistleblowerin Julia Stepanowa kann wieder auf einen Start in Rio hoffen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Ausschluss von früher gedopten russischen Athleten von den Olympischen Spielen in Rio als "nicht durchsetzbar" abgelehnt. Dies teilte das CAS mit. Das Gericht gab damit der russischen Schwimmweltmeisterin Julia Jefimowa und den Ruderern Anastassija Karabelschtschikowa und Iwan Podschiwalow teilweise recht. Sie hatten Einspruch gegen diese Doppelbestrafung eingelegt. Allerdings wies der CAS den Antrag der Athleten auf Erteilung einer direkten Starterlaubnis ebenfalls zurück. Wer über die Teilnahme nun letztlich bestimmt, ist offen. Im Falle der Ruderer empfahl der CAS, dass der Weltverband FISA entscheiden solle. Die drei Athleten waren in der Vergangenheit wegen Dopings gesperrt worden, haben diese Strafen aber bereits verbüßt.

Das Internationale Olympische Komitee hatte im russischen Dopingskandal nicht nur entschieden, dass die internationalen Sportfachverbände jeden nominierten Sportler aus Russland überprüfen sollen, ob er sauber ist und teilnehmen darf, sondern auch, dass ehemals gedopten Russen ein Start verweigert wird.

Mit dieser Begründung hatte das IOC auch einen Start der Doping-Kronzeugin und 800-Meter-Läuferin Stepanowa in Rio verweigert. Allerdings müsste die 30 Jahre alte Leichtathletin ebenfalls vor dem Ad-hoc-Gericht des CAS in Rio de Janeiro Klage einreichen. Stepanowa hatte ein systematisches Doping in Russland in ihrem Sport aufgedeckt. Daraufhin schloss der Weltverband IAAF die Leichtathleten Russlands komplett von den Rio-Spielen aus. Die IAAF hatte aber das IOC gebeten, Stepanowa wegen ihrer Verdienste im Kampf gegen Doping in Rio starten zu lassen.   

"Das IOC respektiert die Entscheidungen des CAS immer", hatte IOC-Präsident Thomas Bach wenige Stunden vor den Sportgerichtsurteilen erklärt. "Manchmal mögen wir die Entscheidungen, manchmal nicht, aber immer respektieren wir sie."

"Der CAS hat sich primär nur auf die Rechtmäßigkeit des Paragrafen 3 der IOC-Entscheidung fokussiert", hieß es in der Urteilsbegründung. Dabei sei festgestellt worden, dass der Paragraf 3 nicht rechtmäßig sei, weil das Grundrecht der Athleten nicht respektiert werde.

+++ 5. August: Gauck sagt Rio-Reise wegen Zahn-OP ab +++

Bei der Eröffnungsfeier heute Abend in Rio de Janeiro macht sich internationale politische Prominenz rar. Die Gastgeber erwarteten nur rund 45 Staatsoberhäupter zu der Feier. Vor vier Jahren in London waren noch 70 Staatschefs anwesend, in Peking war 2008 mit 80 sogar ein Rekord aufgestellt worden. Bundespräsident Joachim Gauck sagte seine Teilnahme gestern Abend aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig ab. Er könne nicht nach Brasilien reisen, weil er sich wegen einer Zahnerkrankung einem operativen Eingriff unterziehen müsse, teilte das Bundespräsidialamt in Berlin mit. Eigentlich hätte Gauck der Zeremonie im berühmten Maracanã-Stadion beiwohnen sollen. Für Samstag waren Besuche bei den Ruder- und den Turnwettbewerben vorgesehen sowie ein Mittagessen mit deutschen Athleten im Olympischen Dorf.
Zu den erwarteten Gästen zählen nach brasilianischen Angaben unter anderem die Monarchen der Niederlande, Belgiens und Monacos. Frankreichs Präsident François Hollande hält sich bereits in Rio auf. Die USA sollten von Außenminister John Kerry vertreten werden, Italien von Ministerpräsident Matteo Renzi.
Beobachter in Brasilien führten die vergleichsweise geringe Zahl der Zusagen von ausländischen Staatschefs auch auf die innenpolitischen Turbulenzen zurück. Gegen die suspendierte brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff läuft derzeit ein Amtsenthebungsverfahren. Die Staatsgäste werden von Interimspräsident Michel Temer begrüßt, der für heute einen Empfang mit 1500 Gästen plant.

+++ 4. August: Simone Laudehr erleidet Außenbandriss bei Olympia-Auftakt +++

Die deutsche Nationalspielerin Simone Laudehr hat sich beim Olympia-Auftakt einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen. Das ergaben die Untersuchungen am späten Mittwochabend (Ortszeit) nach dem 6:1 zum Auftakt gegen Simbabwe, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag mitteilte. Ob die 30-Jährige beim olympischen Frauenfußball-Turnier noch einmal zum Einsatz kommen kann, blieb zunächst offen. Der DFB will nach eigenen Angaben zunächst den Heilungsprozess in den nächsten Tagen abwarten.

Laudehr war in der Partie am Mittwoch (Ortszeit) in São Paulo nach einem Tritt auf den linken Knöchel früh ausgewechselt worden. Die bis dahin starke Mittelfeldspielerin musste von Betreuern gestützt und mit schmerzverzerrtem Gesicht in Richtung Ersatzbank humpeln. Bundestrainerin Silvia Neid kritisierte später in der ARD, Laudehr sei von den Afrikanerinnen "zusammengetreten" worden. "Das ging dann nur noch auf die Knochen", sagte sie zur Spielweise des Gegners.

+++ 4. August: Tischtennisspieler Boll trägt deutsche Fahne bei Olympia-Eröffnung +++

Tischtennis-Routinier Timo Boll trägt die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele an diesem Freitag in Rio de Janeiro. Das gab der deutsche Mannschaftschef Michael Vesper am Donnerstag im Deutschen Haus in der Olympia-Stadt bekannt. Boll erlebt in Rio seine fünften Spiele. "Als ich gestern Abend gehört habe, dass ich die Fahne tragen soll, war ich sprachlos", sagte Boll.

Der 35-Jährige gewann die Abstimmung unter Fans und Olympia-Mannschaft gegen Hockey-Kapitän Moritz Fürste, Bahnrad-Ass Kristina Vogel, die Moderne Fünfkämpferin Lena Schöneborn und Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke. Alle vier waren anders als Boll schon Olympiasieger. Der vielfache Europameister gewann mit der Mannschaft 2008 in Peking Silber und 2012 in London Bronze. 

+++ 4. August: Das ist jetzt schon DIE Frisur der Olympischen Spiele +++

Marjory Nyaumwe war definitiv der Hingucker beim Auftaktspiel der deutschen Fußball-Damen bei Olympia 2016. Auf Twitter bekam die etwas eigenwillig gestaltete Haarpracht ein paar ulkige Bemerkungen ab.

+++ 4. August: Ausschreitungen bei olympischem Fackellauf in Rio +++

Beim olympischen Fackellauf ist es im Bundesstaat Rio de Janeiro zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschosse in Duque de Caixas ein, rund 20 Kilometer von der Stadt Rio de Janeiro entfernt. Demonstranten hatten mit Steinen geworfen. Ein zehn Jahre altes Mädchen sei durch ein Gummigeschoss verletzt worden und musste in ein Krankenhaus gebracht werden, berichtete das "Portal "O Globo".

Laut Polizei waren unter den Demonstranten Studenten und Professoren, die gegen die schlechte Bildungssituation protestierten - wegen ausstehender Gehälter war an einigen Universitäten zuletzt kaum noch ein regulärer Betrieb möglich. Zudem seien "Temer raus"-Rufe zu hören gewesen - Brasiliens Interimspräsident Michel Temer wird von linken Gruppen vorgeworfen, Bündnisse geschmiedet zu haben, um Mehrheiten für die Amtsenthebung der Präsidentin Dilma Rousseff zu erreichen.

+++ 4. August: Olympia-Organisatoren bitten nach Diebstahlserie um Entschuldigung +++

Nach einer Serie von Diebstählen haben die Organisatoren der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro die betroffenen Mannschaften um Entschuldigung gebeten. "Sie sind unsere Gäste in Brasilien. Es tut uns sehr leid", sagte der Sprecher des Organisationskomitees (OK), Mario Andrada, am Mittwoch der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Es werde alles getan, um die Taten aufzuklären.

Kurz vor der Olympia-Eröffnungsfeier war auch die dänische Mannschaft Opfer von Dieben geworden. Während der Reparaturarbeiten im olympischen Dorf seien mehrere Smartphones, Tablets, Kleidungsstücke und sogar Bettbezüge aus den dänischen Unterkünften gestohlen worden, sagte Delegationsleiter Morton Rodtwitt am Mittwoch im dänischen Fernsehen. 

+++ 3.August: CAS bestätigt Olympia-Aus von russischen Gewichthebern +++

Die olympischen Gewichtheber-Wettkämpfe in Rio werden ohne russische Athleten ausgetragen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat einen Einspruch Russlands gegen den kompletten Olympia-Ausschluss durch den Weltverband IWF abgewiesen. Die Entscheidung der IWF nach Regel 12.4 sei "gültig und unter den gegebenen Umständen richtig angewendet" worden, teilte der CAS am Mittwoch mit. Betroffen sind acht vom russischen Verband nominierte Sportler. Zuvor hatte schon der Leichtathletik-Weltverband IAAF einen Komplett-Bann gegen Russlands Sportler verhängt.

Die IWF hatte den Ausschluss damit begründet, dass der russische Verband und seine Gewichtheber durch die vielen Dopingfälle "den Sport in Verruf gebracht" hätten.

+++ 3.August: Olympiasieger produziert gigantische Handyrechnung wegen Pokémon Go +++

Das wird teuer für Kohei Uchimura: Der japanische Turn-Star und Olympiasieger von London 2012 hat laut einem Medienbericht eine Handyrechnung von 4732 Euro produziert. Schuld daran sei das sehr beliebte Handy-Spiel Pokémon Go. Der sechsmalige Mehrkampf-Weltmeister hat nämlich auch während der Olympiavorbereitung in Rio seinem Hobby gefrönt - und ist dabei offenbar in die Roaming-Falle getappt und seine Handyrechnung aus den Augen verloren. Doch offenbar will er trotzdem weiterspielen und hat nun auf einen Standard-Roaming-Vertrag umgestellt.

+++ 3. August: Sportgerichtshof bestätigt Sperre von 17 russischen Ruderern +++

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Olympia-Sperre von 17 russischen Ruderern nach Angaben des Ruderverbands in Moskau bestätigt. "Als Ergebnis der Sitzung hat das Gericht entschieden, die Klage von Daniel Andrijenko und anderer Sportler ... abzulehnen und sie ... in Folge der ungenügenden Zahl der Dopingtests in zertifizierten und sicheren ausländischen Labors nicht zuzulassen", teilte der Verband in Moskau mit.

"Zur Zeit haben wir das vorläufige Urteil des CAS über 17 Sportler bekommen, ohne irgendwelche zusätzlichen Erklärungen", sagte Verbandschef Weniamin But. Das Urteil über Iwan Balandin, Anastassija Karabelschtschikowa und Iwan Podschiwalow, die ebenfalls Klagen gegen ihre Sperre für die Olympischen Spiele in Rio beim CAS eingereicht hätten, stehe noch aus. "Wir unternehmen alles, um das Recht unserer Sportler auf eine Olympia-Teilnahme zu schützen", betonte But.

+++ 3. August: Deutsche Olympia-Reise kostet neun Millionen Euro +++

Die Olympia-Expedition der deutschen Mannschaft nach Rio de Janeiro kostet rund neun Millionen Euro. 5,5 Millionen Euro davon werden vom Bund, also vom Steuerzahler, übernommen, wie Chef de Mission Michael Vesper im Deutschen Haus sagte. Rund eine halbe Million Euro steuere das Internationale Olympische Komitee bei, inklusive der Unterkunft und der Verpflegung für die Athleten. Die restlichen drei Millionen Euro muss laut Vesper der Deutsche Olympische Sportbund mithilfe von Sponsoren abdecken.

+++ 3. August: Olympisches Feuer in Rio eingetroffen +++

Das olympische Feuer ist in Rio de Janeiro eingetroffen. Von der Nachbarstadt Niteroi kam es nach einer Bootsfahrt durch die Guanabarabucht in der Olympiastadt an. Bürgermeister Eduardo Paes nahm das Feuer an der Marineschule in Empfang. Rund 600 Brasilianer sollen die Flamme bis Freitag 90 Kilometer durch Rio tragen. Ein Höhepunkt wird der Lauf entlang des Strands von Copacabana am Donnerstagabend. Am Freitag wird die Flamme hoch zum Cristo getragen, danach zum Zuckerhut. 

+++ 3. August: Rio rüstet auf +++

Mit der Ankunft des Olympischen Feuers in Rio de Janeiro sind auch die Sicherheitsanstrengungen in der heißen Phase. Besonders Sportstätten und Touristenattraktionen werden massiv geschützt, um Raubüberfälle, aber auch mögliche Terrorgefahren zu verhindern. 47.000 Polizisten und 38.000 Militärs werden die ersten Olympischen Spiele in Südamerika schützen, mehr als doppelt so viel wie in London 2012. Streitkräfte übernahmen auch den Schutz der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Rios, des Cristo und des Zuckerhuts. 

An der beliebten Copacabana sind seit Tagen weit mehr Kräfte als üblich im Einsatz, zusätzliche Flutlichtmasten sollen auch nach Einbruch der Dunkelheit für ein sichereres Gefühl am Strand sorgen.  

+++ 3. August: Pelé könnte olympisches Feuer entzünden +++

Brasiliens Fußball-Legende Pelé ist einem Medienbericht zufolge gefragt worden, ob er das olympische Feuer bei der Eröffnungsfeier am Freitag in Rios Maracanã-Stadion entzünden möchte. Wie das Portal "O Globo" berichtete, müsse der "Rei do Futebol", der König des Fußballs, aber erst mit seiner PR-Firma klären, ob er die Aufgabe übernehmen will. Zudem habe er eigentlich andere Termine am Freitag. Pelé selbst bestätigte Medien eine Einladung von Seiten des Organisationskomitees der Rio-Spiele. 

+++ 3. August: Hockeyspielerin Stapenhorst am Fuß verletzt +++

Hockey-Nationalspielerin Charlotte Stapenhorst hat sich vor dem Olympia-Auftakt des deutschen Teams eine Fußprellung zugezogen. Eine überdachte Ersatzbank sei umgekippt und der Hamburgerin auf den Fuß gefallen, sagte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes, in Rio de Janeiro. Ihr Einsatz im ersten Olympia-Match der deutschen Damen am Sonntag (18.30 Uhr MESZ) gegen China sei aber nicht in Gefahr, teilte die Deutsche Hockey Agentur mit.

+++ 3. August: DOSB wirbt um Nachsicht für möglichen Fehlstart +++

Schon vor den ersten Olympia-Tagen hat die Spitze der deutschen Mannschaft um Nachsicht im Falle eines Fehlstarts geworben. "Wir gehen mit dem Plan rein, dass wir die Spiele mit Ausdauer und Geduld gestalten wollen. Wir haben 16 Wettkampftage", sagte der Sportchef des Deutschen Olympischen Sportbundes, Dirk Schimmelpfennig, bei der Eröffnungspressekonferenz im Deutschen Haus von Rio de Janeiro. Die Schmähkritik nach dem enttäuschenden Auftakt vor vier Jahren in London hat er nicht vergessen. "Am Ende wird addiert und analysiert. Man sollte nicht aus der Entwicklung der ersten Tage falsche Schlüsse ziehen", sagte Schimmelpfennig. 

2012 waren die DOSB-Asse an den ersten vier Tagen medaillenlos geblieben und Zielscheibe der Kritik geworden: "Totaler Olympia-Fehlstart. Über uns lachen sogar die Kasachen!", lautete damals eine der Schlagzeilen. Nach dem holprigen Start wurden es noch 44 Medaillen - eine Zahl, die auch Maßstab in Rio sein soll. 

+++ 3. August: Deutsche Handballer verlieren Trainingsspiel mit Kroatien +++

Die deutschen Handballer haben zwei Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro einen Trainingsvergleich mit Kroatien verloren. In dem inoffiziellen Spiel über zweimal 20 Minuten unterlag der Europameister dem zweimaligen Olympiasieger mit 16:17 (8:9). "Wir hatten ein gutes Tempo. Wir werden uns Stück für Stück steigern. Wir sind auf einem guten Weg", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson.

+++ 3. August: Nadal geht in Rio in drei Tennis-Wettbewerben an den Start +++

Tennisstar Rafael Nadal tritt bei den Olympischen Spielen in allen drei Disziplinen an. "Das Team hat entschieden, dass ich spielen werde", sagte der 30 Jahre alte Spanier am Dienstagabend (Ortszeit) in Rio de Janeiro. Der Olympia-Start des angeschlagenen Nadal war zuvor ungewiss gewesen. Wegen einer Handgelenksverletzung hatte er seit Ende Mai kein Match mehr bestritten. "Es ist keine ideale Situation, aber mein Captain glaubt, dass ich die beste Option bin, um ein gutes Resultat für unser Land herauszuholen", sagte Nadal mit Bezug auf ein Gespräch mit seiner Trainerin Conchita Martinez.

fin/amt/tim/tkr / DPA