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Australian Open: Familien-Endspiel der Williams Schwestern

Williams-Festspiele, fünfter Akt: Die Familien-Saga im Damen-Tennis geht weiter. Die beiden weltbesten Spielerinnen stehen sich zum vierten Mal nacheinander und zum fünften Mal insgesamt im Endspiel eines Grand- Slam-Turniers gegenüber.

Williams-Festspiele, fünfter Akt: Die Familien- Saga im Damen-Tennis wird bei den Australian Open am Sonntag (03.30 Uhr MEZ) fortgeschrieben. Die beiden weltbesten Spielerinnen stehen sich am Samstag (03.30 Ihr MEZ) in Melbourne zum vierten Mal nacheinander und zum fünften Mal insgesamt im Endspiel eines Grand- Slam-Turniers gegenüber. Nach einer Aufholjagd im Stil eines Champions steht dem «Serena Slam» nur noch Schwester Venus im Weg.

Auf dem Weg zum Rekord

Serena wehrte am Donnerstag gegen die Belgierin Kim Clijsters zwei Matchbälle ab und siegte nach einem 1:5-Rückstand im dritten Satz noch 4:6, 6:3, 7:5. Venus absolvierte das zweite amerikanisch- belgische Duell mit vergleichbar leicht und locker und greift nach dem 6:3, 6:3 gegen Justine Henin-Hardenne wie ihre Schwester nach dem fünften Grand-Slam-Titel ihrer Karriere.

Serena aber kann mit einem Sieg am Samstag als dritte Spielerin nach Martina Navratilova (1983/84) und Steffi Graf (1993/94) alle vier Grand-Slam-Turniere in Serie gewinnen - wenn auch nicht als Grand Slam binnen einen Jahres. Das hat bisher nur die Amerikanerin Maureen Connolly (1953), die Australierin Margaret Court (1970) und Steffi Graf geschafft, die 1988 überdies Olympia-Gold holte und einzige Siegerin den so genannten Golden Slam ist.

Familien-Endspiel wird zum Klassiker

«Wir lieben es, gegeneinander zu spielen», meinte Serena Williams zum Endspiel und nahm die für den Rest der Tennis-Welt gehaltene Langeweile gelassen hin. Vier Finals nacheinander mit denselben Spielerinnen hat es in der Grand-Slam-Historie bisher nicht gegeben. Für beide ist es die erste Finalteilnahme in Australien, das erste Familien-Endspiel hatten sie bei den US Open 2001 absolviert, als sich Venus letztmals durchsetzte. Insgesamt steht die Bilanz 5:5. «Venus spielt bei diesem Turnier besser. Ich muss irgendetwas aus dem Hut zaubern, um mein Niveau noch zu steigern», meinte Serena nach ihrem Zittersieg gegen Kim Clijsters.

Selbst drei große Blasen am Fuß und spielerische Probleme nach einer sechsminütigen Behandlungspause im dritten Satz konnten die 21- Jährige am Ende nicht aufhalten. Nach dem 2:13 Stunden langen Match, das weniger von der Klasse als von der Spannung lebte, räumte Serena Williams ein: «Ich hatte großes, großes Glück. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe.» Kim Clijsters lieferte die Erklärung: «Bei den Matchbällen hat sie etwas riskiert. Respekt. Deswegen ist sie die Nummer eins. Sie hat plötzlich sehr aggressiv gespielt und kaum noch Fehler gemacht. Ich habe mir nichts vorzuwerfen außer zwei Doppelfehlern beim 5:4.» Ihr ebenfalls ausgeschiedener Freund Lleyton Hewitt war auf der Tribüne der Rod-Laver-Arena Zeuge, wie die in Australien sehr beliebte Flämin immer nervöser wurde und den Final-Erfolg von der WTA-WM im vorigen November in Los Angeles nicht wiederholen konnte.

Venus Williams setzte sich vor allem dank ihres besseren Aufschlages und stärkerer Returns durch. «Hoffentlich wird es diesmal anders als bei den letzten drei Finals. Ich muss mich konzentrieren und wenige Fehler machen», sagte die 22-Jährige. Justine Henin- Hardenne war nach ihrem Marathon-Achtelfinale gegen Lindsay Davenport am Ende ihrer Kräfte und keine wirkliche Gefahr.

Deutschland hält Rainer Schüttler die Daumen

Rainer Schüttler zog sich zurück und bereitete sich in aller Ruhe auf sein erstes Grand-Slam-Halbfinale am Freitag (09.30 Uhr MEZ) gegen den Amerikaner Andy Roddick vor. Dessen Fünf-Stunden- Match gegen den Marokkaner Younes El Aynaoui verfolgte Schüttler bis zum Ende weit nach Mitternacht im Fernsehen. «Roddick soll erstaunlich fit sein und schon wieder trainiert haben», sagte Schüttlers Trainer Dirk Hordorff. Die größere psychische Belastung für den 20-Jährigen werde am Ende nicht Ausschlag gebend sein. Der Sieger trifft am Sonntag auf den Amerikaner Andre Agassi oder Wayne Ferreira aus Südafrika.

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